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Häsener Unternehmen auf Wachstumskurs

Vater und Tochter vor den neuen Bürogebäude: Axel und Kerstin Krause führen das Unternehmen: Er als Inhaber und Geschäftsführer, sie als Betriebsleiterin und stellvertretende Geschäftsführerin.
Vater und Tochter vor den neuen Bürogebäude: Axel und Kerstin Krause führen das Unternehmen: Er als Inhaber und Geschäftsführer, sie als Betriebsleiterin und stellvertretende Geschäftsführerin. © Foto: MZV
Volkmar Ernst / 28.09.2017, 19:58 Uhr - Aktualisiert 29.09.2017, 09:48
Häsen (GZ) Seit Anfang des Jahres hat sich richtig viel auf dem Gelände der in Häsen ansässigen Firma "AKRA Dienstleitungen" verändert. Vor allem das neue Büro- und Sozialgebäude fällt auf.

Als Axel Krause und seine Tochter Kerstin, die die Firma gemeinsam führen, im November 2016 ihre Planungen zur Erweiterung des Unternehmens den Mitgliedern des Häsener Ortsbeirates vorstellen, da waren bei der Firma sieben Mitarbeiter fest angestellt, es gab fünf Fahrzeuge und 276 Container. Heute sind zehn Mitarbeiter, sieben Fahrzeuge sind im Einsatz und 412 Container stehen auf dem Gelände. Doch die Investitionen sind damit noch längst nicht abgeschlossen, wie Axel Krause durchaus mit Stolz erzählt.

Gemeinsam sitzen er und seine Tochter in seinem Büro im neuen Sozialgebäude - und das hat durchaus eine interessante Geschichte, wie Krause eher beiläufig erzählt. Denn einst standen die Containermodule, aus denen der Bau besteht, als Anbau am Granseer Krankenhaus und beherbergten die Entbindungsstation. "Wir haben sie gekauft und umsetzen lassen, weil sie noch gut in Ordnung waren", erzählt der Firmeninhaber. Doch ganz so einfach, wie er das erzählt, waren Um- und Aufbau dann doch nicht zu realisieren. Erst mussten noch die verschiedensten Genehmigungen eingeholt werden, wie der 56-Jährige hinzufügt. Doch nun leuchtet der weiß gestrichene Bau auf dem Gelände und beherbergt neben den Büros noch Sekretariat, Disposition und Sanitäranlagen. Dass die ehemaligen Klinik-Container der Geburtstation auf dem Häsener Betriebsgelände zu neuen Ehren kommen, wertet Tochter Kerstin Krause als gutes Omen. "Früher sind hier Kinder zur Welt gekommen, nun ist es sozusagen unsere Firma", stellt sie fest und lacht verschmitzt.

Insgesamt ist das Verhältnis von Vater und Tochter sehr harmonisch. "Wir sind ein eingespieltes Team und haben beide unsere Aufgaben", stellen sie unisono klar.

Axel Krause ist gelernter Agrotechniker und Mechanisator und hat zu DDR-Zeiten zuerst als Brigadier bei einer Landwirtschaftlichen Produktuionsgenossenschaft (LPG) gearbeitet. Es folgte der Meisterabschluss, dann noch der Agrar-Ingenieur. In der Wendezeit orientierte sich Krause neu und arbeite bei einem Recycling-Unternehmen als Betriebsteilleiter. 2009 wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit als Makler für die Abfallentsorgung. "Ich war sozusagen derjenige, der als Bindeglied zwischen denjenigen, die etwas zu entsorgen hatten und denjenigen, die die Entsorgung vornehmen, fungierte", erklärt er. Aus dieser Position heraus entwickelte sich sozusagen die Idee, nicht nur als Makler zu fungieren, sonderen die Entsorgung selbst zu organisieren. Das war 2011, als er das verlassenen Betriebsgelände in Häsen entdeckte und zuerst mietete. Papier nahm er an, Schrott ebenso. Die Kunden brachten ihm den Abfall und waren froh, ihn los zu sein. Zuerst sortierte der Chef allein, doch schon kurze Zeit später brauchte Krause Hilfe. Im Dezember 2011 hatte er bereits drei Angestellte. Um den immer weiter ansteigenden Papierkram zu bewältigen, stieg 2012 Tochter Kerstin mit ins Geschäft ein, von Beruf aus sowohl Fitnesstrainerin als auch Bürofachangestellte. Dann kam irgendwann die Nachfrage von Kunden, ob die Firma nicht einen Container schicken könne, um das Material abzuholen. Also wurden Container angeschafft, deren orange-blaue Farbgestaltung inzwischen das Markenzeichen des Unternehmens sind. "Eigentlich eher eine Notlösung", wie Krause erzählt. Er wollte die Container blau spitzen, doch die Farbe deckte zuerst nicht. Er fragte einen befreundeten Fachmann, die Container zuerst orange zu spritzen und das Blau danach aufzutragen. Das klappte, doch Tochter Kerstin gefielen die Container zweifarbig besser. "Die erinnern an Lego-Bausteine", sagte sie damals. Das gefiel beiden, also blieben sie so.

2015 kaufte Krause das Gelände, um investieren zu können. Vier Betriebssparten umfasst das Unternehmen inzwischen: der Papier- und Schrottankauf, der Schüttguthandel (Sand, Boden und Erde), der Containerdienst und der Abbruch. "Mir ist wichtig, nicht einseitig zu fahren, sonderen flexibel zu sein", erklärt der Chef die Angebotspalette. Sie soll nun, wenn die entsprechenden Genehmigungen vorliegen, noch um die Lagerung und fachgerechte Entsorgung gefährlicher Abfälle erweitert werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Asbestmaterialien, die zu DDR-Zeiten oft als Dacheindeckung genutzt wurden, Teerpappe, Mineralwolle und Holz, beispielsweise mit Öl getränkte Bahnschwellen oder mit Farbe behandelte Türen und Fenster, die deshalb als belastet gelten. "Wir wollen kein Großlager einrichten, wir brauchen nur mehr Platz, um ein bestimmte Menge zu sammeln und fachgerecht lagern zu können. Die Materialien bleiben auch nicht hier, sonderen werden, wenn eine bestimmte menge erreicht ist, zur fachgerechten Entsorgung gebracht", erklärt der Chef.

Das alles mit rechten Dingen zugeht und jedweder Überprüfung standhält, bestätigt Kerstin Krause mit dem Hinweis, dass Firma Mitglied in der Bundesvereinigung deutscher Stahlrecycling und Entsorgungsunternehmen (BDSV) und im Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschafat (BDE) ist.

Beide hoffen, dass die ausstehenden Genehmigungen noch in diesem Jahr kommen und damit im kommenden Jahr die entsprechenden Lagerflächen eingerichtet werden können. Letzter dann noch folgender Bauabschnitt ist die Begrünung des Geländes, "damit alles ordentlich aussieht und ins Dorf passt."

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