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Gestank soll die Schwarzkittel aus dem Ort treiben

Konzertierte Aktionen gegen Wildschweine

© Foto: dpa/Gregor Fischer
Irina Voigt / 29.09.2017, 06:00 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf/Hennickendorf (MOZ) Zunehmend stellen Wildschweine in den Siedlungen auch eine Gefahr dar. In den Gemeinden wird daher nach Methoden gesucht, die Tiere zu vergrämen, um sie dann in bestimmten Fällen auch waidgerecht erlegen zu können.

Am Mittwoch wurden in Vogelsdorf, beginnend am Grassee, die ersten Mittel ausgelegt, um die überaus zahlreichen Wildschweine aus dem Ort zu jagen. "Im vorigen Jahr hatten wir rund um den Ort die Mittel auslegen lassen", sagt Bürgermeister Thomas Krieger, und damit seien einige Wildschweine innerorts "gefangen" gewesen.

Daher geht man in diesem Jahr anders vor. Überall, wo Tiere beobachtet werden - dazu gibt es im Rathaus wieder eine Karte, auf der alle Sichtungen vermerkt sind -, werden die Duftbarrieren an Bäumen oder in Sträuchern angebracht. "Unser Bauhof steht bereit, um rasch reagieren zu können", sagt Krieger.

So sollen die Wildschweine, die im Ort nichts zu suchen haben, zielgerichtet vertrieben werden. Damit sie dann aber nicht in den Nachbarorten auftauchen, sollen sie erlegt werden. "Wir bitten die Bürger, in den nächsten Wochen nicht zur Dämmerung mit ihren Hunden durchs Gelände zu streifen, denn dann kommen die Jäger nicht zum Schuss", erklärt Krieger.

Auch in Hennickendorf sind Wildschweine schon fast zur Plage geworden: Eine Bache, die nahe Kindern auf dem Weg zur Schule mit ihren Frischlingen durch den Ort spaziert. Oder auch Wildschweine, die sich einen sonnigen Platz an der Terrasse, Einfahrt oder am Kaffeetisch suchen. So wächst auch hier der Unmut über das Schwarzwild, fallen dessen Grabe-Aktionen Gärten und Wiesen zum Opfer.

"Vergangenen Donnerstag wandten sich Anwohner nahe der Gedenkstätte und am Lichtenower Weg wegen eines auffälligen Gestankes an mich", berichtet Ortsvorsteherin Monika Döppner-Smyczek. Die Ursache war schnell gefunden: Per Duftsäckchen hatten von der Gemeindeverwaltung beauftragte Jäger eine Vergrämungsaktion an markanten Punkten gestartet. Mit dem Ziel, die Tiere aus Arealen am Neuburger Ring und am Friedhof, wo immer wieder Schwarzkittel gemeldet wurden, zu vertreiben.

Ordnungsamtsleiter Andreas Kirscht erklärte, die Aktion sei aus Angst vor Vandalismus nicht im Vorfeld angekündigt worden. In anderen Teilen der Gemeinde seien die Präparate abgerissen und zerstört worden. "Um so etwas zu vermeiden, haben die beauftragten Jäger die Möglichkeit, nach eigenem Ermessen die Vergrämungsmittel anzubringen", so Kirscht weiter. Es würde nur die ersten zwei Tage besonders intensiv stinken, beruhigt er die Bürger, und nach kräftigem Regen würde der Geruch noch mehr nachlassen. Nach dem ersten Naserümpfen bestätigen Anwohner indes, keine Wildschweine mehr gesehen zu haben, wo die Vergrämungsmittel eingesetzt wurden. "Wir wollen die Tiere vergrämen und nicht die Anwohner", so Kirscht weiter.

Wie Monika Döppner-Smyczek erfahren hat, sollen an weiteren Schwerpunkten im Ort Vergrämungsmittel angebracht werden. Außerdem ist für den Herbst eine sogenannte Drückjagd angesetzt. Hierzu werde noch gesondert im Vorfeld informiert.

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