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Dolgeliner Grundschüler beschäftigen sich thematisch mit dem Apfel und verarbeiten die Früchte vielfältig

Mit Maische-Quirl und Spindelpresse

Ines Weber-Rath / 29.09.2017, 06:15 Uhr
Dolgelin (MOZ) Zum Herbstanfang dreht sich an der Grundschule "Jozef Vervoort" thematisch alles um den Apfel. Bei der Verarbeitung der gesunden Früchte stand den Schülern auch die neue Jugendsozialarbeiterin des Amtes Seelow-Land, Anne Sasse zur Seite. Sie will auch die Arbeit in den Jugendklubs im Amt reaktivieren.

In der Schulküche herrschte am Mittwoch Vormittag Hochbetrieb: Auf dem Stundenplan der Sechstklässler stand an diesem Tag "Apfelverarbeitung". Deutschlehrerin Gabriele Dreger schnitt im Akkord die Kerngehäuse aus den rotbackigen Äpfeln, die Elternsprecherin Andrea Kusz kistenweise vom Rathstocker Obsthof Schulz heran gekarrt hatte.

Als dann Besuch aus der Kita "Dolgeliner Zwerge" eintraf, hatten die Grundschüler Hilfe bei der Apfelwäsche. Hausmeister Jörg Biering, der schon die Apfelkisten in die Schulküche geschleppt hatte, übernahm die Zerkleinerung der Äpfel, aus denen Most werden sollte.

Der große elektrische Quirl, den er dafür benutzte, ist nach dem Apfelbrei, der Maische, benannt, erklärte Biering den Schülern. Aus seiner Sammlung stammen auch die beiden alten Spindelpressen, in denen der Most aus den Äpfeln gedrückt wurde. "Die Pressen hab' ich auf Dachböden gefunden und wieder nutzbar gemacht", sagt der Schulhausmeister. Der in Flaschen abgefüllte Most soll zum Tag der offenen Tür an der Grundschule am 5. Dezember verkauft werden.

In einer anderen Ecke der Schulküche hat sie das Sagen - Jugendsozialarbeiterin Anne Sasse. Seit Juni ersetzt die 32-Jährige im Amt Seelow-Land Tina Schütze, die im Mutterurlaub ist.

Sie habe über Freunde von der ausgeschriebenen Stelle erfahren, sich beim Träger, dem evangelischen Kirchenkreis, beworben und den Zuschlag bekommen, erzählt die zierliche, blonde Frau, während sie mit einer Gruppe Mädchen Apfelmus kocht und Apfelringe in den Obst-Trockner schichtet.

Die gebürtige Rüdersdorferin hat in Berlin studiert, ihren Magister in Philosophie, Kunstgeschichte und Philologie gemacht. Als sie 2015 Flüchtlinge auf dem Tempelhofer Flugfeld versorgte, habe sie plötzlich gemerkt: "die Arbeit mit Menschen, vor allem mit Kindern, liegt mir, macht mir Spaß", sagt Anne Sasse.

Sie hat jetzt neben ihrer Berliner Wohnung ein Zimmer im Haus einer Freundin in Worin, ist damit auch in Seelow-Land zu Hause, wo sie vor einer großen Herausforderung steht. Denn in allen vier Jugendklubs muss die Arbeit reaktiviert werden. Dafür nutzt die Jugendsozialarbeiterin ihre Kontakte zu den Dolgeliner Grundschülern.

Am besten geht es im Niederjesarer Jugendklub voran. "Wir sind gerade dabei, die Räume zu renovieren, nachdem wir dort Besuch von Vandalen hatten", berichtet Anne Sasse.

Vor etwa drei Wochen waren Unbekannte in die Räume im Obergeschoss des Niederjesarer Gemeindehauses eingedrungen und hatten dort "wilde Sau" gespielt. Im Zuge der Renovierung in Eigenregie sollen nun zugleich bessere Bedingungen für die Klubarbeit geschaffen werden, darunter für die "Dancing Queens". Anne Sasse will die beliebte Tanzgruppe reanimieren und auch neue Tanzbegeisterte dafür gewinnen.

Was die Renovierung betrifft, so sagt die Jugendsozialarbeiterin: "Wir könnten noch Hilfe brauchen." Zum Beispiel beim Verlegen des neuen Fußbodenbelags. Anzutreffen sind Anne Sasse und ihre Kids im Niederjesarer Klub donnerstags, von 16 bis 18 Uhr.

Dort, wo es in den Jugendklubs kleine Küchen gibt, wie in Niederjesar und Worin, will die neue Betreuerin mit den Kindern und Jugendlichen gesund kochen. Das liegt der 32-Jährigen am Herzen. Für die Herbst-Feriengestaltung im Woriner Klub stehen zum Beispiel die Kürbisverarbeitung und Sauerkrautherstellung sowie das Kürbisschnitzen auf dem Programm, kündet Anne Sasse an.

Interessenten aus dem Amtsbereich kann sie dank des Kleinbusses, den die Amtsverwaltung für die Jugendsozialarbeit angeschafft hat, "einsammeln" und zum jeweiligen Klub mitnehmen.

Der Jugendklub im Sachsendorfer Bürgerhaus soll laut Aussagen der Verantwortlichen in Eigenregie laufen. Aber angetroffen hat Anne Sasse dort noch niemanden. Am schwierigsten werde es wohl, den Falkenhagener Klub wiederzubeleben, vermutet die neue Jugendsozialarbeiterin. Dort dreht sich derzeit gar nichts.

Eigentlich soll Anne Sasse dienstags, ab 15.30 Uhr, mit den Falkenhagener Kindern und Jugendlichen spielen, basteln oder Freizeit-Sport treiben. Sie will nun den Kontakt zu den Verantwortlichen intensivieren, Eltern und Kinder ansprechen und Angebote unterbreiten.

Anne Sasse ist telefonisch unter 0176 777 661 44 und per Mail unter anne.sasse@ekkos.de zu erreichen

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