Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Erkner: Sparkassen-Mitarbeiterin fiel gefälschte Unterschrift auf / Vorsitzender der Vereinigung erstattet Anzeige

Mieterverein sollte um 9200 Euro betrogen werden

Da ist er: Michael Voges zeigt das Papier, mit dem der Mieterverein um tausende Euro erleichtert werden sollte.
Da ist er: Michael Voges zeigt das Papier, mit dem der Mieterverein um tausende Euro erleichtert werden sollte. © Foto: MOZ/Martin Stralau
Martin Stralau / 29.09.2017, 09:03 Uhr - Aktualisiert 03.10.2017, 18:00
Erkner (MOZ) Als Michael Voges am Montag vor vier Tagen einen Anruf aus der Filiale der Sparkasse Oder-Spree in Erkner bekam, staunte er nicht schlecht. Eine Mitarbeiterin erzählte ihm, dass ihr ein Überweisungsträger über 9215,76 Euro vorliege. Auftraggeber sei der Mieterverein Erkner und Umgebung, dessen Vorsitzender Voges ist, und Empfänger ein gewisser Aboudou Abdel Anziz in Frankreich. Das Schriftstück trug die Unterschrift von Michael Voges. "Die Mitarbeiterin wollte wissen, ob das seine Richtigkeit hat. Sie ist sich nicht sicher gewesen, dass der Mieterverein wirklich eine Überweisung in dieser Höhe nach Frankreich in Auftrag geben wollte", erzählt der pensionierte Richter und Erkneraner Stadtverordnete. "Außerdem hat sie anhand der ihr vorliegenden Unterschriftsprobe an der Echtheit meiner Unterschrift gezweifelt."

Das Misstrauen der Mitarbeiterin und einer ihrer Kolleginnen war begründet. "Hier war ein Betrüger und Urkundenfälscher am Werk", sagt Michael Voges, der bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt eine Strafanzeige gegen unbekannt gestellt hat. Weder die Schatzmeisterin des Vereins noch er als Vorsitzender hätten diesen Überweisungsauftrag ausgefüllt. Nur sie seien für dieses Konto verfügungsbefugt. "Den Empfänger kennen wir auch nicht." Voges hat sich an die Zeitung gewandt, weil er andere Bürger und Gewerbetreibende warnen will. "Außerdem will ich mich bei den Mitarbeiterinnen der Sparkasse bedanken."

Nach Auskunft von Sparkassensprecher Holger Swazinna kommen derartige Fälle "in unregelmäßigen Abständen immer wieder vor". Man nehme dann Kontakt mit dem Kontoinhaber auf, "um uns vor Ausführung des Auftrages zur Sicherheit von ihm nochmals eine Bestätigung einzuholen". Liane Detert, Leiterin der Hauptgeschäftsstelle in Erkner, empfiehlt, für den Einwurf von Überweisungen bei der Sparkasse nur den dafür gekennzeichneten Briefkasten zu verwenden. "Dieser ist mit einem sicheren Einwurfschlitz versehen, der es unmöglich macht, Inhalte aus dem Briefkasten herauszuholen und dann zu manipulieren." Sie weist auch darauf hin, dass hin und wieder mit E-Mails eigene Unterschriften versandt werden. "Das macht es Betrügern einfach, Unterschriften zu fälschen."

Die Polizeidirektion Ost in Frankfurt hat in den letzten Monaten eine Zunahme an Betrugsdelikten im Zusammenhang mit der Überweisung von Geld registriert. "Die Maschen wandeln sich ständig", sagt Sprecherin Bärbel Cotte-Weiß.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG