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Eine Villa voller zeitgenössischer Kunst

Gastgeber Stefan Behrens im lockeren Gespräch mit Landrat Roger Lewandowski und Bürgermeister Ralf Tebling (v.li.).
Gastgeber Stefan Behrens im lockeren Gespräch mit Landrat Roger Lewandowski und Bürgermeister Ralf Tebling (v.li.). © Foto: weber
Simone Weber / 29.09.2017, 11:39 Uhr
Premnitz (MOZ) Die Premnitzer Villa am See hat eine bewegte 100-jährige Geschichte. Im Jahr 1917/1918 als Direktorenvilla für die Pulverfabrik der IG Farben, die den heutigen Industriestandort Premnitz mit seinem Jahrzehnte langen Schwerpunkt chemische Industrie begründete, durch den Kölner Architekten Heinrich Müller-Erkelenz errichtet, zog mit Ende des Zweiten Weltkriegs die sowjetische Kommandantur dort ein. Nach vielen Jahren als Kindergarten, stand das Gebäude einige Jahre lang leer, bevor das Ehepaar Ulrike und Stefan Behrens die Villa kaufte und restaurierte. Heute ist sie ein Ort der Kultur.

"Noch als Kita genutzt, habe ich das Gebäude das letzte Mal betreten", so Landrat Roger Lewandowski, als er kürzlich das "Haus der Deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts" in Begleitung von Bürgermeister Ralf Tebling besuchte. "Wir sind kein Museum. Auf drei Etagen, insgesamt 900 Quadratmetern sind zirka 1.200 Exponate - Bilder und Plastiken - zeitgenössischer Künstler für die Öffentlichkeit zugänglich", erklärte Gastgeber Stefan Behrens seinen Besuchern. "Zudem stehen einige Stahlplastiken und Skulpturen im Garten des Hauses."

Aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums zeigt die Villa am See seit diesem Jahr den in den Jahren 2008 bis 2016 entstandenen "Codex Morgner. 14 Stationen des Seins - ein Kreuzweg des 20. Jahrhunderts". Das sind 14 drei mal fünf Meter große Werke des in Chemnitz geborenen Malers Michael Morgners. Der Landrat staunte nicht schlecht über die Fülle und Vielfalt ausgestellter Werke, als er das Kunsthaus nun erstmals besuchte. "Uns war immer auch wichtig, dass die Kunstwerke einen Bezug zur Region haben. Viele der noch lebenden Künstler kennen wir mittlerweile schon seit vielen Jahren", so Behrens, der bereits während seines Studiums der Kunstgeschichte begann, moderne Kunst zu sammeln. So finden sich in seiner Sammlung auch Gemälde einiger Expressionisten, die aus Brandenburg stammen, wie Arnold Topp und Curt Ehrhardt.

"Wir öffnen unser Haus nicht nur zu regelmäßigen Kulturveranstaltungen, sondern laden auch gern Schulklassen zu Führungen in unser Haus ein", so der Hausherr weiter. "Schulen aus Berlin und Potsdam haben das kostenlose Angebot bereits genutzt. Schulklassen aus Premnitz oder Rathenow waren leider noch nicht da. Es gibt kein Alter, in dem man keinen Zugang zu Kunst finden kann."

"Das Haus ist eine tolle Begegnungsstätte mit einer hochrangigen Kunstsammlung. Wo kann man so vielfältige moderne Kunst so nah betrachten und entdecken und bekommt sie auch noch so anschaulich erklärt", lobte der Landrat bei seiner Verabschiedung nach dem einstündigen Besuch in der Stadt Premnitz, die der er nun nicht nur als Industrie-, sondern auch als Kunststandort kennenlernte. "Die Schulen vor Ort sollten das Angebot des Ehepaars Behrens einfach besser nutzen und in den Unterricht mit einbeziehen. Die Beschäftigung mit Kunst ist für den Menschen, auch in der Schule, nicht nachrangig."

Die nächsten Veranstaltung in der Villa am See sind das Theaterstück "Winckelmanns Träume" am 2. November, 19.30 Uhr, sowie die Weihnachtsveranstaltung "Love Letters", am 16. Dezember, 19.30 Uhr - eine Veranstaltung mit Musik und Theater, jeweils in Zusammenarbeit mit dem Stendaler Theater der Altmark. Weitere Informationen erhält man per E-Mail an behrens@kunsthaus-premnitz.de oder telefonisch unter 03386/213 9680.

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