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In Wilkendorf entsteht eine zeitweilige Wohneinrichtung für Menschen mit erworbenen Hirnschäden

Grundsteinlegung am Wilken-Hof

Vor der Grundsteinlegung für den Wilken-Hof: Martina und Ben-Michael Hübner beim Befüllen der Messing-Kapsel, die kurz darauf in das Gebäude eingelassen wird.
Vor der Grundsteinlegung für den Wilken-Hof: Martina und Ben-Michael Hübner beim Befüllen der Messing-Kapsel, die kurz darauf in das Gebäude eingelassen wird. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Gabriele Rataj / 30.09.2017, 06:45 Uhr
Gielsdorf (MOZ) Es sind Menschen wie du und ich, die im Wilken-Hof ein Zuhause auf Zeit finden werden. Für Menschen mit erworbenen Hirnschäden entsteht in Wilkendorf ein spezialisiertes Wohnangebot, wo die Folgen der Schädigungen verarbeitet werden können. Am Freitag wurde dafür der Grundstein gelegt.

Wo sich vormals eine große versiegelte Lagerfläche befand, von der die Natur langsam Besitz ergriff, drehte sich am Freitag noch der Mörtelquirl, der Kran schwenkte Teile ein und Bauarbeiter der Huth Oderbau GmbH waren an verschiedenen Ecken der Baustelle am Wirken. Die Grundsteinlegung sorgte indes für Unterbrechung an der Prötzeler Straße 2 im Gielsdorfer Gemeindeteil Wilkendorf.

Auf dem 10 000 Quadratmeter großen Grundstück am rechten Ende der Straße durch das idyllisch gelegene Örtchen entsteht mit dem Wilken-Hof eine spezialisierte Wohneinrichtung für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. 19 Menschen wie du und ich, die in Folge von Schlaganfällen, Unfällen, Hirnblutungen und Ähnlichem nach der stationären Reha eine anschließende bzw. vorübergehende spezialisierte Förderung und Therapie benötigen, sollen hier auf ein selbstständigeres Leben vorbereitet werden.

Dem Anliegen, solchermaßen vom gesellschaftlichen Leben zeitweilig oder länger Ausgeschlossenen den Weg zurück zur Teilhabe zu ermöglichen, fühlt sich RC (Partner für Reintegration und Chancengleichheit) mit seiner gemeinnützigen RC reweca GmbH seit vielen Jahren verpflichtet.

Denn in der Gesellschaft gebe es viele spezielle Randgruppen, für die es maßgeschneiderte Angebote brauche, machte RC-Vorstandsvorsitzender und Unternehmensgründer Michael Marterer zur Grundsteinlegung geltend. Dieses und weitere Projekte seien eben mehr als nur Inklusion, sie verminderten das Risiko einer Exklusion, eines wieder Ausgeschlossenseins von Menschen. Unter diesen Vorzeichen müsse der Bau gesehen werden, sagte Marterer.

Wie er dankte auch die Geschäftsführerin der RC reweca gGmbH Miriam Wappler Ortsbeirat und Kommune für die freundliche Aufnahme in Wilkendorf und die Unterstützung ihrer Pläne. Denn der Weg bis zur Grundsteinlegung sei länger gewesen als gedacht.

Im Oktober 2014 war das Grundstück erworben worden, hatte es in der Folge Ortsbeiratssitzungen und Begegnungen mit Wilkendorfer Bürgern gegeben, wo um Verständnis für das Vorhaben geworben und die Pläne erläutert worden waren. Im November 2016 wurde der Bauantrag für das Vorhaben in Form eines Drei-Seiten-Hofs gestellt und im April genehmigt.

Ab diesem Zeitpunkt allerdings ging es deutlich schneller. Im Juli wurde mit den Rodungs- und Abbrucharbeiten begonnen, im August kam die Bodenplatte an die Reihe, im September starteten die Hochbauarbeiten.

Nicht nur auf dem Transparent am Straßenrand oder in seinen Abmaßen war das Projekt am Freitag ersichtlich. Der linke Gebäudeteil zeigte bereits eine von zwei Etagen, die später als Tagesbeschäftigungszentrum dienen werden. Hier versenkte Martina Hübner auch die Kartusche, die zuvor mit Unterlagen und Dokumenten befüllt worden war.

Nach den Sommerferien 2018 soll der Wilken-Hof - das jüngste von drei Projekten der RC reweca gGmbH östlich von Berlin - bezugsfertig sein. Den Heide-Hof in Hirschfelde gibt es seit 2005,

seit 2009 das Haus Rüdersdorfer Grund.

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