Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wenn Prognosen irren

Neu-Ketziner im Gespräch mit Bürgermeister Bernd Lück nach der offiziellen Begrüßung im Bürgersaal.
Neu-Ketziner im Gespräch mit Bürgermeister Bernd Lück nach der offiziellen Begrüßung im Bürgersaal. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 01.10.2017, 10:01 Uhr
Ketzin/Havel (MOZ) Die Stadt Ketzin wächst. Ganz entgegen den Prognosen haben sich in der ersten Jahreshälfte 140 Bürger in der Havelstadt neu angemeldet. Damit zählt die Stadt 6.577 Einwohner - rund 1.000 mehr als die Bevölkerungsschätzung des Landes berechnet hatte. Am Sonnabend hieß Bürgermeister Bernd Lück erstmals neu "Neu-Ketziner" im Bürgersaal des Rathauses auch offiziell willkommen.

"Dieser erfreuliche Trend hält an. Ständig erhalte ich Anfragen nach Baugrundstücken", sagte Bernd Lück. So werden sowohl die Europa- als auch die Oberschule voraussichtlich im neuen Schuljahr drei- statt zweizügig starten. Ausführlich informierte Lück über die kulturellen und sozialen Einrichtungen in der Stadt und in den Ortsteilen. In 47 Vereinen könnten die Einwohner ihren Interessen nachgehen und auch der Tourismus habe sich positiv entwickelt, informierte er. Gerade um letzteren drehte sich dann auch das Gespräch.

Simona und Dietrich Wesch nutzen schon einige Jahrzehnte ihr Wochenendhaus in der Stadt und haben jetzt ihren festen Wohnsitz inMit Sorge sehen sie, wie sich in den Havelgewässern die so genannte Wasserpest immer mehr ausbreitet. Die Wasserskistrecke auf dem Trebelsee ist schon nicht mehr nutzbar. Dietrich Wesch befürchtet, dass der See in absehbarer Zeit zuwächst und zum Hochmoor wird. Hier müsse gehandelt werden, empfahl er und sagte zu, bei der Lösung des Problems mitwirken zu wollen.

"Das ist ein Riesenproblem", bestätigte Lück und verwies auch auf die Probleme, die der Fischer hat, der zeitweilig seine Reusen nicht mehr stellen konnte, einige Wasserstellen wären nicht mehr befahrbar und das Strandbad könne nur mit Mühe freigehalten werden. "Dieses Problem kann die Stadt nicht alleine lösen, da brauchen wir Unterstützung vom Land", sagte er.

Auch das Thema Radwege war Teil des Gedankenaustausches mit den Neu-Ketzinern. Sie wunderten sich über den kaum einen halben Meter breiten Weg für die Radler auf einem Teil des Uferweges von der Fähre in die Stadt. Das sei schon mehrere Jahre ein Ärgernis für Einwohner und Radtouristen gleichermaßen. Aber die Stadt sei auf die Bereitschaft der Eigentümer angewiesen, die bisher den benötigten zwei Meter breiten Streifen nicht verkaufen wollten. Auch ein Abzweig des Havelradweges über die Fähre über Ketzin/Havel, durch die Wasserlandschaft des Brückenkopfes mit einem möglichen Anschluss an den Beetzsee wurde ins Gespräch gebracht. Das nannte Lück eine gute Idee, äußerte aber Bedenken, da dieser Radweg teilweise durch Natur- oder Landschaftsschutzgebiete führen würde und dafür kaum eine Genehmigung zu erwarten sei. Außerdem habe das Land die finanzielle Förderung für den Radwegebau drastisch zurückgefahren.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG