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Besondere Klänge mit Flöte, Gambe und Harfe

Musik der Renaissance: Das Ensemble Astrophil und Stella spielte im Spiegelsaal.
Musik der Renaissance: Das Ensemble Astrophil und Stella spielte im Spiegelsaal. © Foto: MZV
Jürgen Rammelt / 01.10.2017, 18:06 Uhr
Rheinsberg (MZV) Wenn im historischen Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses Musik aus dem 16.  und 17. Jahrhundert erklingt, dann ist das schon etwas Besonderes. Und so war es auch am Sonnabend, als im Rahmen der Konzerte der Rheinsberger Hofkapelle 2017 mit Astrophil & Stella ein Ensemble auftrat, das sich mit der Musik aus dieser Zeit hervorragend auskennt.

In der Besetzung Johanna Bartz (Renaissanceflöte), Anna Danilevskaia (Renaissancegambe) und Vincent Kibildis (Tripelharfe) spielte das Trio 300Jahre alte englische Musik von John Dowland, William Byrd, Christopher Tye, Thomas Champion und anderen. Die Kompositionen unter dem Titel "To Musicke bent is my retyred minde" erklangen nicht nur instrumental, sondern mit Oscar Verhaar gehörte auch ein Countertenor zur Hofkapelle , der mit seiner hohen Stimmlage für besondere Glanzpunkte im Konzert sorgte.

Wie die Flötistin Johanna Bartz den knapp 50 Zuhörern berichtete, erblühten unter der Regentschaft von Elisabeth I. von 1558 bis 1603 in England neben dem Handel vor allem die Kunst und Kultur. So erlebte die Musikwelt zu jener Zeit mit den Kompositionen von John Dowlands und Thomas Campion eine Blütezeit, die mit der Entwicklung des englischen Theaters mit Shakespeare als Protagonisten Hand in Hand ging.

Gleichzeitig bedeutete diese Epoche aber auch eine Zäsur, da nach dem Tod der Königin das Musik- und Kulturleben im englischen Bürgerkrieg ab 1642 weitgehend zum Erliegen kam. Mit ihrem Konzert widmen sich die Musiker von Astrophil & Stella diesem Repertoire, indem sie auf nachgebauten historischen Instrumenten spielten. Damit entführten sie das Publikum in die Zeit der Renaissance. Das Publikum zeigte sich vom Spiel der Musiker, die an bedeutenden Hochschulen studiert und in unterschiedlichen Ensembles sich der Musik dieser Zeit verschrieben haben, begeistert.

Gespannt lauschten die Zuhörer den besonderen Klängen der Instrumente. Bei einigen Kompositionen waren die Töne so zart, das man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören können. Natürlich trug auch der Spiegelsaal mit seinem Ambiente dazu bei, dass das Konzert ein außergewöhnliches Musikerlebnis war.

Am Ende des einstündigen Konzerts war der Beifall euphorisch, und das Publikum durfte sich auf eine Zugabe freuen. Doch damit nicht genug. Einige der Gäste suchten im Anschluss das Gespräch mit den jungen Künstlern, die Interessierten gerne auch ihre besondere Instrumente erklärten.

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