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Hohen Neuendorf und Müllheim feiern 25-jährige Städtepartnerschaft mit Skulptur

Da ist sie: Die Enthüllung der Mamor-Skulptzur "Bienenflug" am Alfred-Schönbucher-Platz war der erste große Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Jubiläum der Städtpartnerschaft.
Da ist sie: Die Enthüllung der Mamor-Skulptzur "Bienenflug" am Alfred-Schönbucher-Platz war der erste große Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Jubiläum der Städtpartnerschaft. © Foto: MZV
Heike Weißapfel / 01.10.2017, 21:37 Uhr - Aktualisiert 02.10.2017, 09:51
Hohen Neuendorf (OGA) "Was lange währt, wird endlich gut." Fast wie ein Stoßseufzer der Erleichterung klingen Steffen Apelts (CDU) Worte vor der Enthüllung der Marmor-Skulptur "Bienenflug", die nun den Alfred-Schönbucher-Platz ziert. Hohen Neuendorfs Bürgermeister ruft die lange Geschichte der Kunst im öffentlichen Straßenraum und auf Kreisverkehren noch einmal in Erinnerung, bevor er gemeinsam mit Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich (parteilos) und dem Hohen Neuendorfer Stadtverordnetenvorsitzenden Dr. Raimund Weiland (CDU) die Skulptur mehrfach umrundet, um das 3,20 Meter hohe Kunstwerk von der Hülle zu befreien. Etwa 200 Besucher schauen zu und lassen dann die Kunst auf sich wirken, die der Müllheimer Steinbildhauer Marcel Ohnesorge figürlich, aber auch großenteils andeutend angelegt hat.

In Anwesenheit von 200 Gästen aus Müllheim und von Hohen Neuendorfern ist die Skulptur des Künstlers Marcel Ohnesorge am 1. Oktober eröffnet worden. Der Hohen Neuendorfer Chor, der Posaunenchor, das Blechbläserensemble Müllheim und die Musikschule Müllheim begleiteten den Gottesdienst. Bei einem Stadtspaziergang erfuhren die Müllheimer Stadtgeschichte. An der Florastraße wurde das tags zuvor von Grafiker Andreas Werner fertiggestellte besprühte Mauersegment besichtigt. Die Müllheimer Handball-Jugend hat Graffiti-Schriftzüge gestaltet.
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Schon 2011 haben die Stadtverordneten den Beschluss gefasst, die Aufstellung von Skulpturen fördern zu wollen. Damals stand der Kreisverkehr an der Kurt-Tucholsky-Straße in Rede, und die Debatte drehte sich auch eine Weile im Kreis. Das Länderinstitut für Bienenkunde regte den Zusammenhang mit der Biene an. Aber die ersten eingereichten Entwürfe sorgten nicht für ungeteilte Begeisterung, und vom Kreisel hätte die Skulptur leicht entfernbar sein müssen, um bei Bedarf den Verkehr darüberleiten zu können. Wieder verging Zeit, aber nun scheint der passende Ort gefunden.

"Freundschaft heißt, Spuren zu hinterlassen", sagt Astrid Siemes-Knoblich zur Enthüllung. Müllheim hinterlasse mit "Bienenflug" nun eine weitere Spur in Hohen Neuendorf. Die Biene als emsige Sammlerin sei in ihrer Lebensweise geradezu ein Sinnbild für Gemeinsamkeit und Freundschaft.

Diese Gemeinsamkeiten drücken sich zudem über die Musik aus. Seit vielen Jahren spielt Hannelore Keil, die Vorsitzende des Müllheimer Partnerschaftskomitees, im Fanfarenzug der Stadt Hohen Neuendorf und im Posaunenchor mit, wann immer sie nach Hohen Neuendorf kommt. So sitzt sie auch am Sonntag mit dem Chor sowie dem Posaunenchor und dem Blechbläserensemble, die bereits die "Bienenflug"-Enthüllung musikalisch umrahmt haben, bei Kantor Christan Ohly auf der Empore der evangelischen Kirche. Die Musiker haben schon eine gemeinsame Probe hinter sich. Dabei sind die Müllheimer erst Samstagabend mit Verspätung angekommen.

Mit den evangelischen Kirchengemeinden der Orte hatte die Freundschaft in den 1960er-Jahren begonnen, und so drängt sich ein gemeinsamer Gottesdienst, bei dem auch die Katholiken aktiv mittun, förmlich auf. Als eine funktionierende "Fernbeziehung" würdigt Pfarrer Volker Dithmar die langjährige Städtepartnerschaft.

Währenddessen wird auf dem Kistenplatz eifrig gesprayt. Zwei große Platten hat das Jugendzentrum Wasserwerk zur Verfügung gestellt. In großen Graffiti-Lettern entstehen die Schriftzüge von Müllheim und Hohen Neuendorf. Fürs Foto flankiert dieses Werk von jugendlichen Müllheimer Handballspielern anschließend das Mauersegment, das der Grafikdesigner Andreas Werner im Auftrag der Stadt mit zwei sich einander nähernden, bunt verzierten Händen und dem jeweiligen Logo der Orte besprüht hat. "Es ist schon etwas Besonderes, ein historisches Objekt zu bearbeiten", sagt Werner. Wegen des Dauernieselregens ist er froh, dass er sich entschieden hat, die Arbeiten einen Tag früher als geplant ausgeführt zu haben. So leuchten die Hände denjenigen Besuchern plötzlich entgegen, die das Mauerteil, das von der Straßenseite aus die abblätternden Reste einer älteren Bemalung erkennen lässt, umrunden.

Dr. Dietrich Raetzer vom Kulturkreis und Marian Przybilla von der Deutschen Waldjugend berichten bei ihrem Stadtspazierung an der Florastraße von Geschehnissen und Schicksalen, die sich an dieser Stelle ereignet haben. Die Mauer-Geschichte und ihre Artefakte erklären sich nach 27 Jahren deutscher Einheit nicht mehr so einfach von selbst, und so stoßen sie auf ein interessiertes Publikum.

Am morgigen Tag der Einheit gehen die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Städtepartnerschaft mit einem Festakt zu Ende.

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