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Wunsch findet Anklang

Kremmen hat eine Oberschule: Weil mehr Schüler nachrücken, wird die Zügigkeit im kommenden Jahr erhöht.
Kremmen hat eine Oberschule: Weil mehr Schüler nachrücken, wird die Zügigkeit im kommenden Jahr erhöht. © Foto: Jürgen Liebezeit/MOZ
Marco Winkler / 03.10.2017, 20:05 Uhr - Aktualisiert 04.10.2017, 13:59
Oberkrämer (OGA) Wenn heute um 19 Uhr die Elternkonferenz im Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasium tagt, wird ein Punkt besprochen, der in Oberkrämer seit Wochen für Gesprächsstoff sorgt. Wie berichtet, wünschen sich Eltern eine weiterführende Schule in ihrer Gemeinde. Die Köpfe der Bewegung, Mandy Krenz (Elternsprecherin der Bötzower Grundschule) und Sven Geitmann (Elternvertreter der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule), machen sich Hoffnung, in Velten weitere Verbündete ins Boot holen zu können.

Die Vehlefanzer Elternkonferenz habe sich schon positiv zum Anliegen geäußert. Politische Unterstützung gibt es derweil nicht nur von Bürgermeister Peter Leys (BfO) und der Landtagsabgeordnete Gerrit Große (Linke), sondern auch von der SPD.

Auf der jüngsten Sitzung von Ortsverein und Fraktion wurde die Thematik diskutiert. "Die SPD Schwante/Oberkrämer unterstützt diese Forderung grundsätzlich, da sie hierfür eine Notwendigkeit sieht", geht aus einer Pressemitteilung hervor. Es solle auf steigende Schülerzahlen in der wachstumsstarken Gemeinde reagiert werden, um "angehende Siebtklässler aus Oberkrämer wohnortnah zu beschulen." Fraktionsvorsitzender Carsten Schneider, der auch im Kreistag sitzt, weist darauf hin, dass es ein langwieriges Verfahren werden könnte: "Dieses Vorhaben erfolgreich für Oberkrämer umzusetzen, ist kein Kurzstreckensprint, sondern wird ein Marathon - mit vielen, vielen Gesprächen."

Der Landkreis, verantwortlich für Schulneubau, sieht einen solchen als nicht erforderlich an. Kreissprecher Ronny Wappler verwies Ende August auf den aktuellen Schulentwicklungsplan, der als Grundlage dient. Dem Plan lasse sich entnehmen, "dass die teilweise steigenden Bedarfe an weiterführenden allgemein bildenden Schulen in den nächsten Jahren im Rahmen von Kapazitätserweiterung an bestehenden Schulen gedeckt werden können." So wird auch die Goethe-Oberschule in Kremmen im kommenden Jahr ihre Zügigkeit um eine Klasse erhöhen.

Mit eigenen Zahlen der Einschulungskinder, die auf aktuellen Geburtszahlen der Gemeinde fußen, wollen die Elternvertreter die Daten des Kreises aber widerlegt wissen. Gemeindevertreter Wolfgang Geppert (FWO/Grüne) zeigt anhand einer Tabelle, dass die Kreiszahlen zu niedrig angesetzt sind. Laut Schulentwicklungsplan wird es 2018 89 Einschüler geben, ein Jahr später 76 und 2020 94. Danach würden die Zahlen zurückgehen. Gepperts Daten: 2018 werden es 105 Einschüler sein, 2019 dann 95 und 2020 102. Dementsprechend würden sich die Zahlen der Jugendlichen, die weiterführende Schule besuchen, auch erhöhen.

Ferner führen die Eltern zukünftige Wohngebiete an, die für Zuzug sorgen - wie das in der Marwitzer Heide (185 Wohneinheiten), ein unter Vorbehalt stehendes Vorhaben am Sommerfelder Dreieck (125 Wohneinheiten) und eine mögliche Erschließung am Ziegenkruger Weg in Marwitz (200Wohneinheiten). Oberkrämer wächst. In Hennigsdorf und Velten, an dessen weiterführenden Schulen Jugendliche aus Oberkrämer unterrichtet werden, steigen Geburts- und Einwohnerzahlen seit einigen Jahren deutlich.

Ihre Bedenken wollen die Eltern aus Oberkrämer am 9.Oktober im Gespräch mit dem Landkreis deutlich machen. Eine Woche später, am 18.Oktober, wird das Anliegen in einer Sitzung des Kreiselternrats in Oranienburg Thema sein. Bundeselternsprecher Danilo Fischbach rät, ein "breites Bündnis" aufzustellen. Genau daran arbeiten die Oberkrämer Eltern gerade.

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