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Gregor Gysi spricht auf der Festveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Hoppegarten

Politik mit Unterhaltungsfaktor

Vor dem Rennstart: Gregor Gysi (l.) schaute auch auf der Rennbahn vorbei, wo der Geschäftsführer der Galopprennbahn Hoppegarten, Peter Hoeck Domig, ihm erklärend zur Seite stand.
Vor dem Rennstart: Gregor Gysi (l.) schaute auch auf der Rennbahn vorbei, wo der Geschäftsführer der Galopprennbahn Hoppegarten, Peter Hoeck Domig, ihm erklärend zur Seite stand. © Foto: Dirk Schaal
Irina Voigt / 03.10.2017, 18:58 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Eine politische Festveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit mit Unterhaltungscharakter präsentierte Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) den Gästen im Gemeindesaal Hoppegarten. Festredner war in diesem Jahr Gregor Gysi (Linke).

Im vorigen Jahr hatte es bei der Festveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit fast einen Eklat gegeben. Der Festredner Andreas Henselmann passte etlichen Kommunalpolitikern so gar nicht zum Tag und zum Anlass. Auch Bernd Zimmermann (SPD) hatte damals erklärt, er habe noch "nie eine solche Rede gehört, die so verbissen nach hinten gerichtet" sei. Anders in diesem Jahr. Zimmermann hatte zwar in einigen Positionen sehr wohl eine abweichende Auffassung als der diesjährige Redner - wie beim Beamtentum oder den Pensionen -, aber insgesamt konnte der in den alten Bundesländern Geborene den Argumenten des Fraktionsvorsitzenden der Linken im Europaparlament folgen. Diese Möglichkeit vergaben sich etliche Mitglieder des CDU-Ortsverbandes. Sie waren ganz offensichtlich der Aufforderung ihres Ortsvorsitzenden Thomas Scherler gefolgt, sich der Festveranstaltung zu "verweigern". Die anwesenden CDU-Leute genossen sogar die mit viel Beifall bedachte Festrede Gysis.

So waren die Mitglieder der Iffezheimer Delegation im Gemeindesaal fast in der Überzahl. 75 Gäste aus der Partnergemeinde unter Leitung ihres Bürgermeisters Peter Werler wurden vom Bürgermeister herzlich begrüßt und genossen den Tag bis zum abendlichen Partnerschaftstreffen.

Nach der Gysi-Rede in Hoppegarten begrüßten die Anwesenden einmal mehr die Entscheidung der Juroren vom Jahresanfang, die dem 69-Jährigen den "Orden wider den tierischen Ernst" verliehen hatten.

27 Jahre nach der Wende stellte Gysi immer noch fest, dass es "andere Wege nach der politischen Wende" gegeben hätte. "Es hatte sich doch zuvor niemand für den Osten interessiert oder ihn sich angeschaut", sagte er. So sei untergegangen, was es an Übernahmewürdigem aus der DDR gegeben hätte. Und meinte das flächendeckende Kita-Netz, die funktionierenden Polikliniken, die sogenannte Mittelschicht an den Universitäten. Es hätte dem Selbstbewusstsein der DDR-Bürger gut getan und dem der Westler nicht geschadet. Die Kitaplatzaktionen heute und die neuen Ärztehäuser seien so aber nicht mehr mit der DDR in Verbindung zu bringen.

Viele Bereiche ließ der Politiker treffend und wortgewandt Revue passieren, bis hin zur Flüchtlingsmisere. "Die weltweiten sozialen Fragen müssen geklärt werden, die die Menschen in die Flucht treiben", sagte er. Die Überwindung der Fluchtursachen "ist auch unsere Sache und liegt in unserem Interesse" - man werde davon durch "nicht ärmer, sondern die Menschen werden klüger und die Welt gerechter." Dafür gab es kräftigen Beifall.

Den bekamen auch Pianistin Imke Lichtwark und Sopranistin Friderike Paar, die den festlich-musikalischen Rahmen beginnend mit der Nationalhymne bis zur Musicalmelodie von My fair Lady boten.

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