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Solardusche als Bastelsatz

Uckermärker Innovation: Tüftler Reinhold Weiser (l.) erklärt Aija Torkler (M.) und Ulrike Garbe das Funktionsprinzip der Uckermärker Solardusche.
Uckermärker Innovation: Tüftler Reinhold Weiser (l.) erklärt Aija Torkler (M.) und Ulrike Garbe das Funktionsprinzip der Uckermärker Solardusche. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Daniela Windolff / 04.10.2017, 07:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Die erste Uckermärkische Solardusche ist in der Blumberger Mühle in Betrieb gegangen. Die bietet Duschkomfort, der weder feste Sanitäranlagen noch Strom- oder Gasanschluss benötigt, überall flexibel einsetzbar ist und Umwelt und Geldbeutel schont. Entwickelt wurde sie in der Angermünder Firma AkoTec.

Man nehme ein paar ausgediente Glasflaschen, eine ausrangierte Regentonne, einen schwarzen Plastikeimer, ein langes Brett, einen Gartenschlauch und etwas Sonnenschein. Viel mehr braucht es nicht, um eine Gartendusche selbst zu bauen, die fast nix kostet und zuverlässig warmes Wasser liefert. Erfunden hat sie der Angermünder Ingenieur, Unternehmer und Tüftler Reinhold Weiser, der mit seiner Firma AkoTec weit über die Region hinaus bekannt ist für innovative technische Lösungen zur effektiven Nutzung von Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung.

Für das Nabu-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle hat er einen Prototyp entwickelt, die als Uckermärker Solardusche im Dezember bei den Brandenburger Innovationstagen öffentlich vorgestellt werden soll. In der Blumberger Mühle ist sie schon jetzt zu sehen und soll dort auch in Betrieb gehen. "Künftig können unsere Übernachtungsgäste, zum Beispiel die Junior Ranger Camps oder Schulklassen, bei uns sogar warm duschen", freut sich Aija Torkler, Leiterin der Blumberger Mühle. Sie hat diese Dusche bei der Angermünder Firma in Auftrag gegeben.

Reinhold Weiser hat ein Funktionsmodell entwickelt, dasnach einem einfachen physikalischen Prinzip stromlos Schwerkraft und Sonne nutzt. Bei der professionellen Variante erhitzen die patentierten Vakuum-Röhren-Kollektoren, die AkoTec entwickelte und produziert, Wasser in einem Tank, der erhöht befestigt wird, zum Beispiel auf dem Garagendach. Der hohe Wirkungsgrad der Kollektoren sorgt selbst bei weniger sonnigem Wetter für ausreichend angenehm temperiertes Wasser zum Duschen. "Die Solarduschen eignen sich nicht nur für den privaten Garten, sondern auch für kleine Zeltplätze, mobile touristische Angebote wie der Uckermärker Schäferwagen oder Rastplätze für Fahrradtouristen", erklärt Aija Torkler. Interesse hat beispielsweise der Gutshof Kraatz.

Das Prinzip hat Reinhold Weiser auch für einen einfach nachzubauenden "Bastelsatz" verwendet, bei dem recycelbare Glasflaschen als Solarröhren verwendet werden, die über einen Gartenschlauch gezogen werden. Es sind Prosecco-Flaschen der Manufaktur Königin von Biesenbrow. Weiser hat ein Verfahren entwickelt, wie man den Flaschenboden ohne spezielles Werkzeug sauber heraustrennen kann. Die Bauanleitung und das Funktionsprinzip kann man sich in der Blumberger Mühle anschauen. "Es ist zudem eine wunderbare Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen anhand eines einfachen physikalischen Prinzips das Thema Solarenergie und Nachhaltigkeit verständlich zu machen", betont Aija Torkler.

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