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Zehn große Schautafeln zeugen seit Montag von Kunstprojekt für Bad Saarow / Diskussionsabend am 19. Oktober

Ein roter Tunnel teilt die Moorwiese

Ein Pfad über die Wierichwiese als Projekt: Helfer stellen eine der zehn großen Tafeln am Rande von Bad Saarow auf. Rechts beobachtet Hannes Brunner, Professor der Bildhauerei an der Kunsthochschule Weißensee, die Arbeiten
Ein Pfad über die Wierichwiese als Projekt: Helfer stellen eine der zehn großen Tafeln am Rande von Bad Saarow auf. Rechts beobachtet Hannes Brunner, Professor der Bildhauerei an der Kunsthochschule Weißensee, die Arbeiten © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 04.10.2017, 07:54 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Ein neues Kunstprojekt ist seit Montag am Rande der Wierichwiese in Bad Saarow zu sehen. Auf zehn großen Tafeln werden dort Ideen für eine Gestaltung der Wiese vorgestellt. Nicht alle indes sind in der Realität auch umsetzbar. Die Veranstalter wollen aber eine Diskussion anstoßen.

Was Amer Alakel mit der Wierichwiese vorhat, würde deren Erscheinungsbild radikal verändern. Einen 300 Meter langen sowie 2,50 Meter hohen und ebenso breiten Tunnel will der Kunststudent auf der naturbelassenen Grünfläche im Norden von Bad Saarow errichten. Leuchtend rot soll das futuristisch anmutende Bauwerk sein. Der Student der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee will mit der Konstruktion anspielen auf das Spannungsverhältnis zwischen modernem Lifestyle in der schnelllebigen Stadt und einer Entschleunigung des Lebens auf dem Lande.

So wird es jedenfalls erzählt auf einer der zehn großen Tafeln, die seit Montag am Rand der Wierichwiese stehen, neben einer Visualisierung des roten Tunnels. Zehn Studenten der Berliner Hochschule haben sich mit ihrem Professor Hannes Brunner Gedanken gemacht, wie die Moorwiese zu einer Wiese der Kunst werden könnte, ihre Ideen prangen nun auf den Tafeln. Spaziergänger können auf einem Wanderweg an ihnen entlang flanieren. Der Weg bildet die Verbindung zwischen den beiden Teilen der Moorstraße, er ist erreichbar entweder von der sogenannten Umgehungsstraße oder vom Scharwenka-Kulturforum aus.

Die "Kunst um die Moorwiese" entstand durch eine Idee des Rotary-Clubs Bad Saarow-Scharmützelsee, finanziell unterstützt wird sie außerdem auch durch die Allianz-Kulturstiftung. "Wir wollen damit eine weitere Attraktion für den Ort schaffen", sagt Rotarier Manfred Rettig, ehemaliger Vorstand der Stiftung Berliner Schloss. Dass nicht alle der vorgeschlagenen Projekte, wie zum Beispiel der rote Tunnel, in der Realität umsetzbar sind, ist ihm bewusst. "Bad Saarow soll aber wieder wie vor dem Krieg ein Betätigungsfeld für Künstler werden. Ich sehe die Kunstmeile als eine Art documenta in klein", sagt er in Anspielung auf die weltweit bedeutendste Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst in Kassel. Entfernte Ähnlichkeit mit der Idee von Amer Alakel hat die Idee von Studentin Kristine Chkhaidze, die einen Pfad aus Eimern über die Wiese errichten will. Ganz anders dagegen die Vorstellung von Nikos Metaxas, der einen Film drehen will.

Einige der Projekte werden in englischer Sprache vorgestellt. "Wir haben viele internationale Studenten", sagt Prof. Hannes Brunner über seine Schützlinge, die er bei ihren Arbeiten begleitet hat. "Es sind spannende Projektideen entstanden", lautet sein Urteil. Über die Kunstmeile würden diese nun in die Öffentlichkeit hineingetragen.

Am Sonnabend, 15 Uhr, wird die Kunstmeile offiziell eröffnet, mit dabei sind Prof. Hannes Brunner und Prof. Matthias Bleyl von der Kunsthochschule Weißensee. Zu sehen sind die Tafeln bis zum 12. November, und der Rotary-Club Bad Saarow-Scharmützelsee will mit ihnen in dieser Zeit eine Debatte über Kunst anzetteln. Dazu gibt es am Donnerstag, 19. Oktober, ab 19 Uhr, einen öffentlichen Diskussionsabend im Scharwenka-Kulturforum. "Kunst ist immer kontrovers. Das Gute daran ist, dass dadurch Kommunikation entsteht", sagt Rettig.

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