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Spenden ohne Ende

Läuft doch: Den Aufruf von Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, Spenden für die Tafel auf den Schlossplatz zu bringen, hatten auch die Oranienburger Comenius-Grundschüler gehört.
Läuft doch: Den Aufruf von Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, Spenden für die Tafel auf den Schlossplatz zu bringen, hatten auch die Oranienburger Comenius-Grundschüler gehört. © Foto: MZV
Tilman Trebs / 06.10.2017, 06:00 Uhr - Aktualisiert 07.10.2017, 08:33
Oranienburg (OGA) Zum zweiten Mal hat die Chefin der Oranienburger Tafel, Viola Knerndel, Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) zur Stadtwette herausgefordert. Und auch beim zweiten Mal gewann das Stadtoberhaupt am Donnerstag haushoch.

Knerndel hatte gewettet, dass es der Bürgermeister nicht schaffen wird, 200 Spenden für die Oranienburger Tafel zu sammeln, die finanziell schwache Familien fast jeden Tag mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Die Tafelkunden brauchen dafür nur einen symbolischen Preis zu bezahlen.

Dass der Bürgermeister die Wette gewinnen würde, war keine Überraschung. Bereits vor drei Jahren hatte Knerndel Laesicke in gleicher Weise herausgefordert. Damals sammelte der Bürgermeister auf dem Schlossplatz fast 2 000 Spenden ein. Und auch an diesem Donnerstag ließen die Spender trotz des nasskalten Wetters nicht lange auf sich warten. Kaum stand der Tafel-Lkw vor dem Schloss, kamen auch schon die ersten Bürger vorbei - viele nur kurz mit einem schlichten Gruß. "Wir haben hier einige von Gottes Gaben für Sie", sprach ein älterer Herr, reichte eine Tüte aus dem Auto und fuhr wieder davon. Kurz danach kam Christina Neumann zum Lkw: "Ich habe unter anderem Karotten, Pflaumenmus, Gläser mit sauren Gurken, Apfelsaft und noch ein paar andere Dinge dabei", erklärte sie. Für die Rewe-Mitarbeiterin eine Selbstverständlichkeit: "Ich denke immer daran, dass ich selbst auch in eine solche Situation geraten könnte. Dann würde ich mich auch freuen, wenn mir andere helfen."

Das dachten sich auch die Kinder der Klassen 3c und 6 b aus der Oranienburger Comenius-Schule, die mit zwei Transportern vorfuhren und zahlreiche Kisten mit Spenden ausluden. Nur Minuten zuvor war Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke mit einer Abordnung von Verwaltungsmitarbeitern und einigen Spendenkisten aus dem Schloss gekommen. Allein das, was Bürger bereits in den vergangenen Tagen ins Schloss gebracht und was die Kollegen der Stadtverwaltung gespendet hatten, hätte schon gereicht, um die Wette zu gewinnen.

Doch darum ging es gar nicht und Viola Knerndel stand sehr gern als "Verliererin" da. "Am Freitag feiern wir im Arbeitslosen-Service Horizont den Tag der menschenwürdigen Arbeit und den elften Tafeltag. Da würden wir unsere Kunden gern mal etwas mehr in die Tüte als sonst packen. Das ist durch die vielen Spenden nun möglich geworden", freute sie sich über die große Spendenbereitschaft der Oranienburger. Bis zum Nachmittag kamen knapp 1800 Spenden zusammen.

Laesicke dankte sie dafür, die Wette so schnell angenommen zu haben. Der Bürgermeister dazu: "Wir sind eine soziale Stadt. Da ist es selbstverständlich, dass wir denen unter die Arme greifen, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht." Er sei beeindruckt, dass auch so viele Bürger Tüten gepackt hätten. Für den Fall, dass er seine Wette verliert, hatte Laesicke einen Arbeitseinsatz bei der Tafel versprochen. Den wird er dennoch erledigen. Heute Mittag hilft er im Arbeitslosen-Service beim Verteilen der Spenden. Ein Teil der Gaben wird an den anderen Ausgabestellen verteilt.

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