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Improvisationstalent unter Beweis gestellt

Jury macht Halt am Fußballplatz in Trebnitz: Thomas Berendt (Ortsvorsteher Trebnitz), Christin Schütz, Fahrer Jörg Schober, Münchebergs Bürmermeisterin Uta Barkusky, Karsten Raderkopp, Mike Berger, Grit Körmer und Rafal Borowiak (v.l.) mussten wegen des W
Jury macht Halt am Fußballplatz in Trebnitz: Thomas Berendt (Ortsvorsteher Trebnitz), Christin Schütz, Fahrer Jörg Schober, Münchebergs Bürmermeisterin Uta Barkusky, Karsten Raderkopp, Mike Berger, Grit Körmer und Rafal Borowiak (v.l.) mussten wegen des W © Foto: MOZ/Josefine Jahn
Josefine Jahn / 06.10.2017, 09:08 Uhr - Aktualisiert 06.10.2017, 07:23
Trebnitz (MOZ) Alle Himmelsschleusen waren zum Rundgang der Wettbewerbsjury zum 10. Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" in Zechin und Trebnitz geöffnet. So war die Fähigkeit der Dörfler zur Improvisation der Abläufe gefragt. Und sie lösten das Problem bestens.

Zechin. Am Gemeindezentrum, das seit kurzem auch energetisch saniert ist, wird die Jury mit Karsten Raderkopp, Grit Körmer, Rafal Borowiak, Mike Berger und Christin Schütz am Donnerstagmorgen ganz herzlich begrüßt. Im schönsten Saal des Dorfes, indem sonst die Tischtennisspieler und Line-Dancer trainieren, präsentieren sich Vereine, Hobbykünstler und Betriebe. Der Angelverein "Früh Auf" zum Beispiel hat eine Senke mit Informationen aufgespannt, Keramik- und Holzkünstler stellen ebenso aus wie der Seniorenverein "Goldener Herbst" und die Sportsektionen. Vor dem Gemeindezentrum ist der Bulldogverein Friedrichsaue mit zwei Oldtimern aufgefahren.

Bürgermeister Dieter Rauer betont, dass die Zechiner bereits zum sechsten Mal an Dorfwettbewerben teilnehmen. Diesmal sogar als Titelverteidiger. Das Motto aus der Vorbereitungszeit der 700-Jahr-Feier "Wir sind Zechiner" hat dank der Partnerschaft mit der Luxemburger Gemeinde Böwingen/Attert den Zusatz erfahren: "Wir sind Europäer". In den 17 Jahren der Partnerschaft gab es bereits 21 Begegnungen über 800 Kilometer hinweg.

Guntram Glatzer, Zechins Sportvereins-Chef und Hauptamtsleiter von Golzow, veranschaulicht das Zechiner Dorfleben in einer Power-Point-Präsentation. Er betont, dass nach der Gemeindefusion der drei Ortsteile vor 20 Jahren die Identifizierung der Einwohner mit ihren Dörfern gestiegen sei. Vor allem, weil gemeinsam vieles besser bewahrt werden konnte. Wie zum Beispiel die Freizeitanlage am Freibad. Sie hat ihre Ursprünge bereits 1960 und geht auf Initiative von Willi Müller zurück. Seit 2010 sind die Oderlandkids dort Pächter. Ihnen stattet die Jury ebenso einen Besuch ab wie der modernenen Kegelbahn in der Nachbarschaft.

Glatzer informiert über die Investition der Gemeinde an der Freizeitanlage. Mit Hilfe von EU-Mitteln wurden das Badehaus und die Steganlagen saniert. In diesem Jahr ist eine Kanu-Anlagestelle hinzugekommen. Eine große Rolle spiele das bürgerschaftliche Engagement der Zechiner Firmen. 16 Unternehmen gibt es in Zechin, acht in Friedrichsaue und elf in Buschdorf. Der Betrieb von Frank König zum Beispiel hat die Mühle am östlichen Dorfende saniert und für Öffentlichkeit hergerichtet. 14 Eheschließungen haben bereits dort stattgefunden. Guntram Glatzer nennt weitere Beispiele wie den Päoniengarten in Friedrichsaue, das Korbmachermuseum von Thea Müller in Buschdorf oder die Backscheune der Arbeitsinitiative Letschin. Er verschweigt aber auch die Probleme nicht, wie etwa die extrem schlechte Handy-Verbindung rings um Zechin. Wegen des schlechten Wetters wurde die Dörferrundfahrt im Bus absolviert.

Trebnitz. "In einem Dorf kann es immer unerwartete Probleme geben. Und die muss man dann lösen", kommentiert Thomas Berendt, Ortsvorsteher in Trebnitz, das Regenwetter gelassen. Für die Juroren hatte er extra Fahrräder für eine Rundfahrt durchs Dorf organisiert. Kurzfristig konnte er einen Bus von und mit Jörg Schober buchen. Nach einer kurzen Vorstellung des Dorfes in der Remise wird an diversen Orten in Trebnitz Halt gemacht. Das Besondere am Dorf sei der Zusammenhalt der Menschen. Diesen Aspekt unterstreichen sowohl Thomas Berendt als auch Münchebergs Bürgermeisterin Uta Bartusky immer wieder. "Hier integrieren sich auch die Zugezogenen. Alle werden von Anfang an mitgezogen", schwärmt Uta Bartusky. Bestätigen kann das Henry Elsner von der Freiwilligen Feuerwehr, der der Kommission das Gerätehaus zeigt, welches aber sanierungsbedürftig ist. Grit Körmer (Lokale Aktionsgruppe Märkische Seen) fragt ihn, was für ihn das Leben in Trebnitz ausmache. "Die Vereine arbeiten zusammen, das Schloss wurde erneuert, ich habe meine Arbeit im Dorf", lobt er seine Heimat. Auch Jörg Schober ist mit seinem Autodienst, einem Familienbetrieb im Dorf, zufrieden. Ebenso lobt Wolfgang Arndt, Vorsitzender der SG Trebnitz, den Zusammenhalt im Dorf und zwischen den Sportlern. "Seit September gibt es eine Bauch-Beine-Po-Gruppe mit 14 Frauen und einem Mann", berichtet er stolz. Nur an jungem Nachwuchs fehle es. Im Bahnhofsgebäude kann sich die Jury eine Vorstellung von der zukünftigen Nutzung machen. Hier sollen vier Wohnungen entstehen.

Heute inspiziert die Jury ab 9 Uhr Golzow und ab 13 Uhr Gusow-Platkow.

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