Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Feuerwehr zählt bis Freitagmorgen 58 Einsätze / Vier Verletzte im Klinikum / Zahlreiche Schäden an Schulen

Aufräumen nach Sturm-Chaos

Viel zu tun für die Mitarbeiter des Bauhofs: Im nördlichen Lennépark hat der Sturm etliche Äste abgerissen, die geschreddert und abtransportiert werden. Stefan Prade steckt einen Ast nach dem anderen in den gierigen Schlund des Häckslers.
Viel zu tun für die Mitarbeiter des Bauhofs: Im nördlichen Lennépark hat der Sturm etliche Äste abgerissen, die geschreddert und abtransportiert werden. Stefan Prade steckt einen Ast nach dem anderen in den gierigen Schlund des Häckslers. © Foto: René Matschkowiak
Sonja Jenning und Thomas Gutke / 06.10.2017, 19:36 Uhr - Aktualisiert 08.10.2017, 11:39
Frankfurt (Oder) (MOZ) Am Morgen nach dem Sturmtief "Xavier" sind in Frankfurt Aufräumen und Schadensbegutachtung angesagt. Vielerorts wird das gesamte Ausmaß der Verwüstung erst nach und nach sichtbar. Die Feuerwehr, aber auch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sind im Dauereinsatz.

Der Ausnahmezustand der vergangenen Nacht ist vorüber, doch die Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Freitagvormittag noch lange nicht Feierabend. "Die Folgen des Sturms werden uns sicherlich noch einige Tage beschäftigen", sagt Burkhard Blasche vom Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst. Noch immer gilt es, abgeknickte Bäume, die in der Nacht zunächst abgesperrt und gesichert wurden, zu beseitigen.

"Der Sturm ist am Donnerstag um 17 Uhr schlagartig über die Region hereingebrochen", beschreibt es Burkhard Blasche. Nur eine Viertelstunde später seien bereits alle haupt- und ehrenamtlichen Kräfte der Frankfurter Feuerwehr im gesamten Stadtgebiet alarmiert gewesen. Bis Freitagmorgen, 10 Uhr, habe es 58 witterungsbedingte Einsätze gegeben. Um sie zu bewältigen, mussten Prioritäten gesetzt werden. "Unser Hauptaugenmerk lag darauf, die umgestürzten Bäume von Straßen- und Gehwegen zu räumen, damit der Verkehr am nächsten Morgen fließen kann", sagt Burkhard Blasche. Etliche Bäume waren auf parkende Autos gestürzt und hatten große Schäden angerichtet - so unter anderem im Thomas-Müntzer-Hof, in der Ferdinandstraße, der Witebsker Straße, der Prager Straße und im Spartakusring.

Zweiter Schwerpunkt waren von Sturmböen beschädigte Dächer. "Das Hotel in der Bahnhofstraße wurde teilweise abgedeckt, auch an anderen Häusern mussten lose Bleche und Teile gesichert werden", so der Einsatzleiter. Zudem wurde mit der zweiten Drehleiter im Nachbarkreis Märkisch-Oderland ausgeholfen, als in Reitwein ein Baum auf ein Wohnhaus zur stürzen drohte.

Nach dem Sturm mit Orkanböen am Abend des 05.10.2017 werden am nächsten Tag weitere Schäden sichtbar. Slubice, Plac Bohaterów
Bilderstrecke

Sturmschäden in Frankfurt und Slubice

Bilderstrecke öffnen

Für die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (SVF) ging der erste große Herbststurm des Jahres glimpflich aus. Laut Andreas Lorenz, Geschäftsbereichsleiter Verkehr, blieben Fahrzeuge, Gleise und Oberleitungen unbeschädigt. Aus Sicherheitsgründen war der Bus- und Straßenbahnverkehr am Donnerstag gegen 18.15 Uhr für gut zwei Stunden eingestellt worden, konnte danach aber ohne Verzögerungen wieder aufgenommen werden.

Schlimmer traf es Pendler und Reisende, die mit dem Regionalexpress in Richtung Berlin fahren wollten. Ab dem späten Nachmittag ging auf der Bahnstrecke nichts mehr. Der Zugverkehr war komplett eingestellt und blieb es auch bis Freitag, Redaktionsschluss. Einen Notverkehr mit Bussen konnte die Bahn nicht anbieten, so dass viele Reisende auf das Auto umsteigen oder in Frankfurt ausharren mussten.

Spürbar waren die Folgen des Unwetters auch am Klinikum Markendorf. In der Zentralen Notaufnahme meldeten sich nach Angaben von Sprecherin Kati Brand im Laufe des Donnerstagabends drei Personen, die während des Sturms von herabfallenden Ästen oder Gegenständen verletzt wurden. "Sie alle werden zurzeit noch stationär behandelt", so Brand.

Gleiches gilt für einen 24-jährigen Mann, der in der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße von einem Ast am Kopf getroffen wurde. Er hatte kurzzeitig das Bewusstsein verloren. Ersthelfer vom nicht weit entfernten Brückenplatz-Projekt kümmerten sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um den Mann, der stark am Kopf blutete. "Sein Zustand ist mittlerweile stabil", berichtet Kati Brand.

Mitarbeiter des Grünflächenamtes, des Bauhofs und des Forsts begutachteten am Freitag die Schäden im Stadtgebiet. Ebenso das Schul- und Sportverwaltungsamt. An gleich mehreren Schulen gab es Probleme, wenngleich der Schulbetrieb laut Stadtsprecher Martin Lebrenz davon nicht beeinträchtigt war. An der Friedensschule beschädigte ein umgestürzter Baum ein Auto und den Schulzaun. Zudem lösten sich mehrere Dachziegel. Der Hofbereich wurde weiträumig abgesperrt. An der Hutten-Oberschule lag ein Baum auf dem Sanitärtrakt der Sporthalle und versperrte den Eingangsbereich. Am OSZ stürzten mehrere Bäume am Teich um. In der Grundschule Booßen zerbrach ein Dachfenster. Und an der Lessingschule fiel ein Baum auf einen Zaun.

In der Bachgasse sicherte die Feuerwehr am späten Nachmittag Teiles des Daches des leer stehenden ehemaligen Fabrikgebäudes mit der Hausnummer 6.

Martin Lebrenz macht darauf aufmerksam, dass auf mehreren Wegen im Stadtgebiet beschädigte Äste herunterzufallen drohen. Eine Gefahr für Passanten besteht unter anderem nahe dem Stadion am Weg an der Alter Oder sowie im Stadtforst Rosengarten. Oberbürgermeister Martin Wilke und die Beigeordneten Markus Derling und Jens-Marcel Ullrich danken allen Helfern, die seit Donnerstag die Folgen des Sturms aufgenommen, begutachtet und beseitigt haben und dies immer noch tun.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG