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551 Feuerwehrleute kreisweit im Einsatz / E.DIS arbeitet Havariefälle ab

Stromausfälle nach Orkan

Ulf Grieger / 06.10.2017, 19:40 Uhr
Seelow (MOZ) Einen Toten und zwei Schwerverletzte sowie enorme Sachschäden hat nach bisheriger Erkenntnis der Sturm "Xavier" am Donnerstag in der Seelower Region gefordert. Die Feuerwehren waren bis Freitag im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen. Rund 1200 Einsätze gab es in Märkisch-Oderland insgesamt.

Das 72-jährige Sturmopfer gehörte zu einer Reisegruppe, die am Donnerstag gegen 18 Uhr in einem Bus auf der B1 in Richtung Müncheberg fuhr. Hinter dem Abzweig Bienenwerder lag ein großer Ast auf der Straße. Der Busfahrer und ein hilfsbereiter Reisegast stiegen aus, um den Ast zu beräumen. Dabei fiel ein weiterer Ast auf den 72- jährigen Reisegast, der noch an der B1 seinen Verletzungen erlag. In Alt Tucheband wurde ein Mann durch Äste schwer verletzt. Die Fahrerin eines Fiat Punto fuhr von Ringenwalde in Richtung Karlsdorf. Am Ortsausgang Ringenwalde stürzte gegen 19.30 Uhr ein Baum auf ihren PKW. Die 62-Jährige wurde schwer verletzt von Kameraden der Feuerwehr gerettet und im Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren. Der Pkw wurde mit einem geschätzten Sachschaden von 8000 Euro abgeschleppt.

Die Seelower Feuerwehr hatte etwa 15 Alarmierungen. Aber diese Zahl sage nichts über die Vielzahl der Einsatzorte aus, informierte Seelows Feuerwehrchef Candy Schmiedeke am Freitag. Die Wehr war zunächst dort im Einsatz, wo eine akute Gefahr für Leib und Leben zu erkennen war. So in der Erich-Weinert-Straße, wo ein Baum quer auf der Fahrbahn lag, oder an der Oberschule, wo sich Dachsteine gelöst hatten. "Unsere Arbeit wurde erschwert, da die Leitstelle in Frankfurt nicht erreichbar war. Wir konnten nicht so alarmieren, wie es erforderlich gewesen wäre", benannte Schmiedeke ein Problem dieses Abends. Die Ursache dafür werde noch ermittelt. "Wir haben uns dann über Handy verständigt und konnten so handlungsfähig bleiben", erklärte der Wehrleiter.

Für Märkisch-Oderland hatte der Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz einen Führungsstab gebildet, der von 18 bis 0.30 Uhr im Einsatz war. Er richtete einen Funkkreis ein, so dass damit auch die Hilfsanforderungen der anderen Wehren übermittelt werden konnten. Somit konnte die Drehleiter der Seelower in Zechin eingesetzt werden, wo es einen Dachstuhl angehoben hatte, sowie in Alt Tucheband und zwischen Bleyen und Gorgast. "Nach bisherigen Erkenntnissen hatten wir 551 Feuerwehrleute im Einsatz. Über den Funkkreis Märkisch-Oderland konnten wir die Einsätze kooperieren, die nicht so prioritär waren und damit die Leitstelle in dieser Zeit entlasten", informierte Martin Zohles vom Fachdienst des Kreises.

Fast flächendeckend fielen in der Region Bäume um. Sie stürzten auf Dächer und Straßen. Besonders betroffen waren der Lebuser und der Neutrebbin-Neubarnimer Raum, wo zeitweise alle Zufahrtsstraßen durch umgestürzte Bäume blockiert waren. Die Feuerwehren sorgten zumeist rasch für Durchfahrten. Aufgeräumt wurde später.

Wegen der orkanartigen Sturmböen kam es im Netzgebiet der E.DIS in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu zahlreichen Stromausfällen, die Freitag teilweise weiterhin andauerten wie in Golzow, Gorgast, Voßberg, Küstrin-Kietz, Zeschdorf und Neutrebbin. In Golzow fiel der Unterricht aus, die Kinder wurden aber betreut.

In der Spitze waren zeitweise mehrere zehntausend Kunden betroffen. Die E.DIS-Störungs-Hotline war wegen des hohen Anrufaufkommens betroffener Kunden zeitweise überlastet. Mit Beginn der Morgendämmerung wurden die Arbeiten zur Beseitigung der Orkanfolgen, die nachts wegen Sturm, Dunkelheit und Regen teilweise aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden mussten, wieder mit voller Intensität aufgenommen, informierte Unternehmenssprecher Danilo Fox. "Hunderte E.DIS-Mitarbeiter waren zusammen mit Dienstleister-Firmen im Einsatz. Teilweise konnten bzw. können die Reparaturtrupps wegen umgestürzter Bäume, die weiter einzelne abgelegene Straßen und Wege blockieren die betroffenen Netzabschnitte noch nicht erreichen. Hier gibt es ein enges Zusammenwirken mit den Feuerwehren, dem THW und den anderen beteiligten Einsatzkräften." Wann auch in den dünn besiedelten Gebieten alle wieder Strom haben, konnte Fox nicht sagen.

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