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Xavier hinterlässt auch im Barnim eine Spur der Verwüstung / Stadtförster warnt dringend vor Waldspaziergängen

Feuerwehren bekämpfen Sturm-Folgen

Grünes Chaos am Rand: Auch die Marienwerder Straße in Finowfurt ist schwer betroffen. Umgestürzte Eichen und Kiefern, die von der Fahrbahn heruntergeholt wurden, blockieren noch am Freitagvormittag den Radweg
Grünes Chaos am Rand: Auch die Marienwerder Straße in Finowfurt ist schwer betroffen. Umgestürzte Eichen und Kiefern, die von der Fahrbahn heruntergeholt wurden, blockieren noch am Freitagvormittag den Radweg © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 06.10.2017, 20:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das Sturmtief Xavier, das in der Nacht zum Freitag mit Spitzengeschwindigkeiten von 130 Kilometern pro Stunde über Berlin hinweggefegt sein soll, hat auch im Barnim jede Menge Chaos angerichtet. Wenigstens kam niemand zu Tode. Die Aufräumarbeiten ziehen sich hin.

Die Spur der Verwüstung hat überall Bäume entwurzeln und auf Häuser, Autos und Wege stürzen lassen. Eberswaldes Stadtförster Mattes Krüger warnt eindringlich davor, den Wald in der und um die Barnimer Kreisstadt zu betreten. "Umgeknickte Bäume hängen in den Kronen, teilweise sind komplette Flächen in der Oberheide entwaldet, da besteht für Passanten höchste Lebensgefahr", sagt der Förster, der noch dabei ist, sich zusammen mit seinen Mitarbeitern und Kollegen aus anderen Ämtern einen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu verschaffen, um dann damit beginnen zu können, Xaviers Hinterlassenschaften in den Griff zu bekommen.

Allein die Eberswalder Berufsfeuerwehr ist in der Sturmnacht bis 7 Uhr in der Früh 49-mal ausgerückt. "Die Kollegen haben in der Nacht zum Beispiel die Fahrgäste eines ICE betreut, der auf dem Bahnhof liegengeblieben war", berichtet Einsatzleiter Eick Reimann. Für die Bahnreisenden habe es heißen Kaffee und heißen Tee im nahen Feuerwehrdepot am Schneidemühlenweg gegeben. Am Freitag ging es für die Brandschützer unter Hochdruck weiter. Unter anderem mussten sie 15 Bäume auf der L 200 zwischen Eberswalde und Sandkrug fällen, was auf der Umleitungsstrecke für die B 198-Baustelle immer wieder aufs Neue zu Wartezeiten für Autofahrer führte.

Von "chaotischen Zuständen auf allen drei Betriebshöfen" sprach Alexander Greifenberg, Verkehrsleiter bei der Barnimer Busgesellschaft. Die sturmbedingten Schwierigkeiten seien weder in Eberswalde noch in Bernau und Bad Freienwalde beherrschbar gewesen. "Mir fehlt auch noch immer ein aktueller Überblick über alle Schäden", sagte der Verkehrsleiter am Freitag. So hatte die Oderberger Feuerwehr einem Linienbus den Weg freizuschneiden, der zwischen Neuendorf und Hohensaaten zwischen umgestürzten Bäumen stand.

In Oderberg selbst war in der Sturmnacht für anderthalb Stunden der Strom ausgefallen.

Die Regionalleitstelle in Eberswalde, die für die Kreise Barnim, Uckermark und Oberhavel zuständig ist, war zeitweise völlig überlastet. Deshalb konnte der Lagedienstführer Marcel Haupt am Freitagmorgen nur schätzen, dass es insgesamt mehr als 800 sturmbedingte Einsätze gegeben habe. "Im Barnim sind die Feuerwehren am Donnerstag von 16 bis 22 Uhr 248-mal gefordert gewesen", sagt er.

Die unermüdliche Arbeit der Brandschützer ist nicht unbemerkt geblieben. "Es ist ihr Verdienst, dass die Straßen schnell wieder befahren werden konnten", bedankt sich Jörg Strutzke, Abteilungsleiter Technik im Werner-Forßmann-Krankenhaus.

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