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Kienbaum als Domizil für Trainer Ulli Wegner und seine Profis / Ein Trio boxt am Sonnabend in Stuttgart

Kälteschock zur Regeneration

17.06.2017 xovx, Boxen, WBA Weltmeisterschaftskampf in Wetzlar, emspor Vorkampf Super-Mittelgewicht: Stefan Haertel (Deutschland), Portrait. Wetzlar

17 06 2017 xOVx boxing WBA World championship fight in Wetzlar emspor Vorkampf Super Medium weight Stef
17.06.2017 xovx, Boxen, WBA Weltmeisterschaftskampf in Wetzlar, emspor Vorkampf Super-Mittelgewicht: Stefan Haertel (Deutschland), Portrait. Wetzlar 17 06 2017 xOVx boxing WBA World championship fight in Wetzlar emspor Vorkampf Super Medium weight Stef © Foto: imago/Jan Huebner
Gunnar Günter / 06.10.2017, 20:04 Uhr
Kienbaum (MOZ) Das Herz des Profi-boxens in Deutschland schlägt derzeit wieder einmal in Kienbaum. Trainer Ulli Wegner hat eine ganze Schar von Faustkämpfern um sich versammelt, die im Laufe des für sie hoffentlich goldenen Oktobers in den Ring klettern.

Bereits am Sonnabend wollen sich Stefan Härtel im Supermittelgewicht und Schwergewichtler Abon Pervizaj weiter in Richtung eines WM-Kampfes boxen. "Abon hat noch Zeit, dagegen ist Stefan ganz dicht dran. Der Junge ist technisch hervorragend ausgebildet. Wenn er in Stuttgart gewinnt, besitzt er alle Voraussetzungen als Herausforderer für einen WM-Fight", malt Wegner eine rosige Zukunft für den 29-Jährigen.

Der Berliner gilt als etwas anderer Boxer. Neben seinem Ring-Job geht er einem Lehramt-Studium an der Humboldt-Uni nach. "Im Frühjahr habe ich den ersten Teil mit dem Bachelor abgeschlossen. Jetzt will ich auch den Master-Abschluss machen", betont Härtel. "Wenn er am Sonnabend den Kroaten Rudolf Jozic schlägt, hat er zumindest im Boxring schon die erste Masterprüfung bestanden", schmunzelt Wegner.

Bis zum Wochenanfang hatten Ex-Weltmeister Jack Culcay dem Türken Avni Yildirim im Sparring zugesetzt. "Das hilft beiden Athleten. Culcay boxt zwar nur im Halbmittelgewicht und Yildirim im Supermittel, aber Jack ist technisch eine Klasse für sich, da muss Avni trotzdem sehr aufpassen", erklärt Wegner. Wie der Istanbuler zu den Sauerland-Boxern ins Trainingscamp nach Kienbaum kommt? "Ganz einfach", verrät Manager Amet Öner, "ich habe es in verschiedenen Ländern probiert, auch in den USA. Überall sind wir auf wildes Durcheinander gestoßen. Von systematischem Training keine Spur. Struktur und wissenschaftliches Herangehen finde ich hier bei Wegner. Wir wollen der erste türkische Weltmeister werden, deshalb sind wir bei Ulli richtig."

In der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle schlägt am Sonnabend die Stunde der Wahrheit. Auf Yildirim wartet der Brite Chris Eubank jr. "Der sieht gefährlich aus, aber er ist nur wie eine Wasserpistole: Einige sehen täuschend echt aus, doch im Endeffekt steckt nichts dahinter", winkt der Türke ab. Wegner, sonst immer für eine flapsige Bemerkung empfänglich, folgt diesem Urteil nicht: "Avin ist ehrgeizig und hat unwahrscheinlich hart trainiert. Aber der Kampf gegen Eubank wird eines der härtesten Gefechte, das wir in letzter Zeit gesehen haben." Der Coach weiß, wovon er spricht. Schließlich ging sein Schützling Arthur Abraham im Juli gegen Eubank sang- und klanglos unter. "Arthur hat mich bis auf die Knochen blamiert." Sollte Yildirim tatsächlich gewinnen, vergrößert sich übrigens Wegners Trainingsgruppe, wie Manager Öner verkündet: "Dann zieht Avin sofort nach Berlin, um bei Ulli zu trainieren."

Während sich Yildirim, Pervizaj und Härtel mit Co-Trainer Georg Bramowski aus Erkner bereits am Dienstag zum Eingewöhnen nach Stuttgart aufgemacht hatten, blieb Wegner bis Freitag in Kienbaum, um Kubrat Pulev auf seinen WM-Kampf gegen Anthony Joshua vorzubereiten. Culcay boxt Ende Oktober in Newark/New Jersey, zudem stößt in den nächsten Tagen auch Europameister Karo Murat wieder zur Trainingsgruppe. Der Halbschwergewichtler bereitet sich auf seinen Kampf im Dezember gegen Dominic Bösel vor. Hochbetrieb bei dem 75-Jährigen also. "Da muss man ruhig und konzentriert bleiben", gewährt der Trainer-Oldie einen Blick in seine Gedankenwelt.

Zu Kienbaum gehört auch die Kältekammer. Drei Minuten bei minus 110 Grad. "Der Kälteschock ist gut für eine schnelle Regeneration und hilft, Prellungen zu heilen", erklärt Trainer Wegner die Frost-Einlage.

Petershagen-Eggersdorf. (jj) Ein Urgestein des Sportvereins Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf feiert heute seinen 85. Geburtstag. Hasso Hettrich. Auf ihn trifft dieses oft zitierte Wort wahrlich zu. Er war und ist im Doppeldorf seit fast 60 Jahren aktiver Fußballer, Funktionär, Chronist, Ehrenmitglied und vor allem immer ein fairer blau-weißer Sport-Fan.

An einem Sonntag im Jahr 1958 betrat Hasso zum allerersten Mal den Waldsportplatz in Petershagen. Ein historisches Datum. In jederlei Hinsicht. Just zu dieser sonnigen Stunde unterbreitete er seiner zukünftigen Frau einen Heiratsantrag. Seitdem kocht seine "Nanni' für ihn nicht nur regelmäßig sein Leibgericht Kartoffelsuppe, sie begleitete ihn ebenso oft auf seinen mehr als geliebten "Waldi'.

Hasso Hettrich, geboren am 7. Oktober 1932 in Geiselröhlitz (Sachsen-Anhalt) gründete bereits mit 16 Jahren eine Landsportgemeinschaft, in der er selbst sieben Jahre Vorsitzender war.

Im Hallenser Kurt-Wabbel-Stadion sah Hasso das erste Mal den großen Fußball live. 1949 beim FDGB-Pokal-Endspiel "Frei im Felde Halle' gegen "Schuh-Metro Weißenfels'. Was für geile Vereinsnamen! 31 Jahre wirkte er später als Vorsitzender der Betriebssportgemeinschaft Wohnungsbaukombinat Berlin. Von 1974 bis 1990 war er Mitglied des Lichtenberger Kreisvorstandes, des Berliner Bezirksvorstandes und des Bundesvorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB). Seit 2005 ist er Präsident des Vereins Sport und Gesellschaft.

Nach einer schweren Verletzung in einem "Alt-Herren-Spiel' seiner Petershagener bei Stahl Schöneweide hängte Hasso Hettrich 1984 seine Fußballschuhe endgültig an den Nagel.

Blau-Weiß aktiv blieb er trotzdem. In jahrelanger mühseliger Fleißarbeit fertigte er die Fußball-Chronik des Doppeldorfes. Das fast 500-seitige Erst-Werk, mit vielen bekannten sowie überraschenden Informationen rund um den Fußball in Petershagen und Eggersdorf, fand in den Teilen zwei und drei seine aktuelle Fortsetzung.

Inzwischen ist Hasso gar zum erfolgreichen Buch-Autor gereift. Sein letztes Werk "Wahrheiten und Fakten zum Deutschen Sport" war recht schnell vergriffen und musste neu aufgelegt werden.

Wenn Hasso Hettrich nach seinem schönsten blau-weißen Fußball-Moment gefragt wird, gibt es für ihn nur eine Antwort: "Für mich war und ist es das Schönste zu sehen, wie sich unser blau-weißer Fußball-Sport entwickelt hat und die Sportanlage, unser idyllischer Waldsportplatz, immer schöner wird."

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