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HNE-Studentinnen zeigen Fotografien einer Reise entlang der Flüchtlingsrouten

Urlaub in der Feldküche statt am Strand

Bilder einer ungewöhnlichen Reise: Steffi Wank (l) und Leena Maret Kröger zeigen im Angermünder Bio-Laden "Wildblume eine Fotoausstellung von ihrem Hilfseinsatz in Flüchtlingscamps.
Bilder einer ungewöhnlichen Reise: Steffi Wank (l) und Leena Maret Kröger zeigen im Angermünder Bio-Laden "Wildblume eine Fotoausstellung von ihrem Hilfseinsatz in Flüchtlingscamps. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Daniela Windolff / 07.10.2017, 06:30 Uhr
Angermünde (MOZ) Während andere Menschen in ihrem Urlaub Entspannung an sonnigen Stränden suchen oder Sehenswürdigkeiten in fernen Metropolen anschauen, reisten Steffi Wank und Leena Maret Kröger nach Griechenland, um sich einem strapaziösen und entbehrungsreichen Alltag in einem Flüchtlingscamp zu stellen. Die beiden Studentinnen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) beschlossen vor über einem Jahr, den Fluchtweg vieler Menschen, die in Eberswalde ankommen, kennenzulernen, sich vor Ort und in direktem Kontakt mit den Menschen über die Situation der Flüchtlinge zu informieren und vor allem dort tatkräftig zu helfen. Die beiden jungen Frauen reisten von Dezember 2015 bis Februar 2016 auf die griechische Insel Chios, dahin, wo unzählige Flüchtlinge mit Schlauchbooten stranden. "Wir haben dort bei der Erstversorgung der Geflüchteten geholfen. Auf Chios sind täglich mehrere Schlauchboote angekommen, durchschnittlich 700 Menschen am Tag, abhängig vom Wetter aber auch davon, wie intensiv die türkische Küste bewacht wurde", berichtet Steffi Wank. Zu dem Zeitpunkt waren die inneneuropäischen Grenzen noch für Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak geöffnet. Steffi und Leena halfen in der Feldküche bei der Versorgung der erschöpften Menschen. Um gerade die Kinder von den Strapazen abzulenken und im wahrsten Sinne des Wortes etwas Farbe und Freude in den grauen Campalltag zu bringen, luden sie die Flüchtlinge ein, die Feldküche bunt zu bemalen. "Auf der Rückreise von Chios nach Deutschland fuhren wir zwei Wochen entlang der damaligen Balkan-Route und konnten so Einblick erhalten, was Menschen auf ihrer Flucht teilweise durchleben", erzählt Leena Maret. Im März 2017 reisten die beiden Frauen auf Flüchtlingsrouten, dieses Mal in die serbische Hauptstadt Belgrad. Belgrad war nach der Schließung der Grenzen ein zentraler Aufenthaltsort vieler Flüchtlinge, die hier in verlassenen Baracken ohne Strom und Wasser hausten", erzählen Leena (25) und Steffi (27).

Ihre Eindrücke von dieser Reise und den Erlebnissen mit den Menschen haben Steffi und Leena in Fotos festgehalten. "Erst haben wir sie nur für uns zur Erinnerung gemacht und Freunden und Familie gezeigt. Die ermunterten uns, die Bilder auch öffentlich auszustellen." Im Campus der HNE und im Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde sorgten die Fotos schon für große Aufmerksamkeit. Jetzt zeigen die Studentinnen ihre Fotosammlung ganz persönlicher Eindrücke und Impressionen in Angermünde im Naturkostladen "Wildblume" in der Brüderstraße. Hier will Inhaber Marcel Schwichtenberg eine freie Wand künftig für verschiedene Ausstellungen zur Verfügung stellen. Wer die Fotoausstellung sehen möchte, hat dazu zu den Öffnungszeiten und heute zusätzlich von 9 bis 14 Uhr Gelegenheit. Die "Wildblume" feiert heute ihren zweiten Geburtstag mit besonderen Aktionen.

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