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Unterschiedliche Elternsicht auf schwere Mappen der Kinder / Puschkinschule reagiert flexibel

Schulranzen selber packen

"Wir finden in jedem Fall eine Lösung": Klassenleiterin Veronika Riege von der 3b der Angermünder Puschkinschule hat mit Eltern über den Inhalt der Schulranzen diskutiert.
"Wir finden in jedem Fall eine Lösung": Klassenleiterin Veronika Riege von der 3b der Angermünder Puschkinschule hat mit Eltern über den Inhalt der Schulranzen diskutiert. © Foto: MOZ/Oliver Schwers
Oliver Schwers / 07.10.2017, 06:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Wer hätte das gedacht? Das Gewicht von Schulranzen beschäftigt die Gemüter. Pro und Kontra bei Angermünder Eltern über die Schlepperei von Büchern und Heftern. Die Puschkinschule will jetzt eine Komplettuntersuchung starten.

Erst hatten sich Eltern von Grundschülern beschwert, dass ihre Kinder alle Bücher täglich mit zum Unterricht schleppen müssen. Die Ranzen bringen ein Gewicht von mehr als sieben Kilogramm auf die Waage. Jetzt meldet sich die andere Seite zu Wort: "Warum gehen die Kinder zur Schule? Um zu lernen. Und da ist es wohl unumgänglich, eine Schulmappe zu tragen, auch wenn sie nicht ganz leicht ist", meint Vater Mirko Koch. "Aber ich denke, dass es zumutbar ist, zumal diese nicht den ganzen Tag herumgetragen werden muss."

Das Thema hat sogar die erste Elternversammlung der Klasse 3b der Angermünder Puschkinschule beschäftigt. Die Mehrheit der Eltern beschloss daraufhin, dass ihre Kinder die Bücher und Arbeitshefte mit nach Hause nehmen und nicht wie bislang üblich in den Ablagefächern der Klassenräume aufbewahren. "Denn nur so ist es möglich, mit ihnen zu üben oder Hausaufgaben zu erledigen beziehungsweise zu vervollständigen", so Mirko Koch. "Zweitens gibt es immer eine ziemliche Unruhe, wenn 21 Kinder kurz vor Beginn des Unterrichts ihre Unterlagen aus den Ablagefächern im Klassenzimmer zusammensuchen. Das dauert einfach zu lange und somit gehen wertvolle Minuten der jeweiligen Unterrichtsstunde verloren."

Schulsozialarbeiterin Anja Wittig begrüßt diese Initiative der Eltern. Sie weiß aber auch, dass das Gewicht der Schulranzen immer wieder diskutiert wird. Es gibt keine genauen Vorgaben, wie schwer eigentlich eine solche Mappe sein sollte. Manchmal sind auch zu viele unnütze Dinge drin, sogar Glasflaschen. Den Schulranzen sehen Eltern deshalb als pädagogisches Mittel: "Ein weiterer Aspekt ist, dass die Kinder vielleicht auch mal langsam ein gewisses Maß an Eigenverantwortung erlangen sollten", so Vater Koch. "Das Mappe-Packen sollte eigentlich für einen Schüler der 3. Klasse kein Problem mehr sein. Wenn er dieses aber nie erledigen muss, wird er es wohl auch nie lernen."

Um allen Eltern gerecht zu werden, bietet die Schule nun mehrere Möglichkeiten an. So können Bücher doppelt bestellt werden, sodass jeweils ein Satz im Unterricht und einer daheim steht. Es gibt auch Freiexemplare. "Wir finden in jedem Falle eine Lösung", verspricht Klassenleiterin Veronika Riege. Das gilt besonders für Kinder, die eine Erkrankung wie zum Beispiel Asthma haben.

Anja Wittig will jetzt das Thema komplett aufarbeiten und in einer Großaktion den Inhalt aller Schulranzen testen. Außerdem sollen die Eltern generell über die Möglichkeiten des doppelten Buchkaufs informiert werden.

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