Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Zoo stellt fast nur in Eigenleistung sanierte Anlage bis zu den Herbstferien fertig

Pinguine ziehen zurück

Sven Klamann / 07.10.2017, 06:45 Uhr - Aktualisiert 08.10.2017, 09:12
Eberswalde (MOZ) Noch vor den Herbstferien, die in Brandenburg am 23. Oktober beginnen, werden die 17 Humboldtpinguine des Eberswalder Zoos wieder in ihr angestammtes Quartier umziehen können. Das hat Zoodirektor Bernd Hensch angekündigt. Die mehr als 20 Jahre alte Anlage wird seit Anfang September saniert.

Ein wenig sind die flugunfähigen Seevögel, deren ursprüngliche Heimat die südliche Halbkugel ist, selbst schuld daran, dass ihre Unterkunft unweit des Kassenhäuschens mittlerweile dringend renovierungsbedürftig war. Sie haben das etwa 1000 Quadratmeter große Areal mit dem fast 200 Quadratmeter großen und bis zu 1,60 Meter tiefen Wasserbecken nicht nur ganz normal abgewohnt, sondern mit ihren harten Schnäbeln, die sie geschickt einzusetzen verstehen, obendrein einen erheblichen Schaden angerichtet. "Die besonders neugierigen Tiere haben sich über die Jahre den Fensterkitt, der eigentlich die Glasscheiben dicht halten soll, nach und nach herausgepickt", sagt der Zoodirektor. Irgendwann hätten dann die ständigen Ausbesserungsarbeiten auch nicht mehr geholfen, eine Sanierung war unaufschiebbar geworden.

Mit dem Ende der Sommerferien ist im Zoo die Wiederherstellung der Pinguinanlage angelaufen, die weitestgehend vom Zoo-Personal selbst gestemmt wird, um die Kosten, die um die 20 000 Euro betragen, nicht ins Endlose ausufern zu lassen. In Eigenregie ist die provisorische Bedachung entstanden, die das Becken in der Bauphase vor dem Dauerregen schützt. Aus eigener Kraft haben die Mitarbeiter den kompletten Bereich gereinigt. Und auch den wenigen beauftragten Fachfirmen hilft die Zoo-Truppe, wo immer dies nötig ist. Doch in der kommenden Woche übernimmt ein Unternehmen aus Kassel (Hessen), die mx-Protec GmbH, die knifflige Aufgabe, mit einer Sprühpistole unter Hochdruck die neue Polyharnstoffschicht aufzutragen, die das Becken isoliert. "Danach kommt noch graue Farbe darauf, die der Felslandschaft nachempfunden ist, die die Humboldtpinguine pinguine auch in Chile oder Peru sehen würden. Und wenn die Farbe getrocknet ist, steht dem Wiederbezug nichts mehr im Wege", betont Bernd Hensch.

Die Pampashasen, mit denen sich die Pinguine sonst die Anlage teilen, verfolgen die Sanierung aus nächster Nähe. Sie lassen sich von den Bauarbeiten nicht ein bisschen stören.

Die Pinguinkolonie aber, die aktuell aus drei erwachsenen Weibchen, 13 erwachsenen Männchen und einem Jungtier besteht, befindet sich auf dem sogenannten Hühnerhof zwischen Lama und Wisenten im Exil. Dort steht den Vögeln immerhin ein kleines Planschbecken im Freien und ein größeres im Haus zur Verfügung.

Der Zoodirektor geht davon aus, dass die Pinguine nach dem Umzug sofort mit heißen Liebesspielen beginnen. "So zeigen sie ihre Freude", sagt Bernd Hensch.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG