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Teils neue Ausrüstung in Wriezen vorgestellt / Letzter Vortrag am Donnerstag in Letschin

Drei Schulungen für Deichläufer

Teil der Ausrüstung: Siegfried Richter, Fachdienstleiter der Unteren Wasserbehörde im Landkreis Märkisch-Oderland, zeigt eine der neuen Jacken für die Deichläufer.
Teil der Ausrüstung: Siegfried Richter, Fachdienstleiter der Unteren Wasserbehörde im Landkreis Märkisch-Oderland, zeigt eine der neuen Jacken für die Deichläufer. © Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 07.10.2017, 07:05 Uhr
Wriezen (MOZ) Zu drei Schulungen für Deichläufer hat der Landkreis Märkisch-Oderland in diesen Tagen eingeladen. Etwas mehr als 30 Teilnehmer verfolgten am Donnerstagabend den Vortrag von Dirk Günther vom Landesamt für Umwelt im Saal des Amtes Barnim-Oderbruch in Wriezen.

Siegfried Richter, Fachdienstleiter der Unteren Wasserbehörde im Landkreis Märkisch-Oderland, hatte zu der Schulung eine graue Plastikbox aus dem Feuerwehrtechnischen Zentrum in Strausberg mitgebracht. Dort befindet sich auch das Katastrophenschutzlager des Landkreises und somit die Ausstattung für die Deichläufer. Dazu gehören inzwischen auch neue Jacken und neue Funkgeräte mit fest eingestellter Frequenz.

Ein ebenfalls mitgebrachter Koffer mit der Aufschrift "Sturmvogel" ist zum Beispiel für einen Deichläuferstützpunkt gedacht. Dieser enthalte, so Siegfried Richter, unter anderem Kartenmaterial und Hinweise, worauf die Deichläufer achtgeben sollten. "Darin sind zum Beispiel Erfahrungen der Vorjahre festgehalten und Stellen des jeweiligen Abschnitts beschrieben, an denen es schon häufiger Probleme gab."

Im Bereich des Amtes Barnim-Oderbruch gibt es vier Deichläuferstützpunkte - in Höhe des zweiten Kavelwegs in Neuranft, in der Nähe der Eisenbahnbrücke Neurüdnitz/Bienenwerder, einen bei Zollbrücke und einen in der Nähe der Oderstraße in Güstebieser Loose, erläutert Bernd Pliquett, Sachgebietsleiter des Ordnungsamtes, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Für diese Stützpunkte werden im Katastrophenfall jeweils sechs Deichläufer pro Schicht eingeteilt - ihre Ausrüstungsgegenstände sind mit "Eisvogel" und einer Nummer beschriftet. Zwei der Deichläufer bleiben immer am Stützpunkt, die anderen laufen in Zweier-Teams den jeweiligen Deichabschnitt ab und kontrollieren diesen auf Sickerstellen und andere Schäden. Werden solche entdeckt, informieren die Deichläufer die Einsatzabschnittsleitungen. Die sogenannte "Möwe" für den Bereich des Amtes Barnim-Oderbruch hat dann im Gemeindezentrum in Güstebieser Loose ihren Sitz.

Der Abschnitt selbst sei etwa 18 Kilometer lang, ergänzt Bernd Pliquett. Und alles andere eine simple Rechenaufgabe: Bei dem hier bevorzugten System von Früh- und Spätschicht sowie einer Schicht, die sich ausruht, würden im Bereich des Amtes Barnim-Oderbuch 72 Deichläufer benötigt. "Am besten sogar ein paar mehr, die bei Bedarf als Springer eingesetzt werden können", sagt Pliquett. Auf seiner aktuellen Liste stehen dagegen nur 52 Deichläufer. "Zum Teil waren sie bereits beim großen Sommerhochwasser 1997 dabei." Wer sich für diese ehrenamtliche Aufgabe interessiere, sollte sich bei seinem Ortsvorsteher oder bei ihm in der Amtsverwaltung melden.

"Wir verständigen dann, wenn es soweit ist, auch den jeweiligen Arbeitgeber", sagt Bernd Pliquett und verweist auf das Brandenburgische Brand- und Kastrophenschutzgesetz. Bei Arbeitgebern in der Region gebe es meist keine Probleme mit der Freistellung der Einsatzkräfte.

Die der Feuerwehren hätten bei Hochwasser andere Aufgaben, hieß es dazu auch am Rande des Vortrags von Dirk Günther und machte damit deutlich, warum Deichläufer immer gebraucht werden.

Im Amt Barnim-Oderbruch waren die Deichläufer zuletzt bei den Hochwassern im Sommer 2011 und im Winter 2012 im Einsatz. "Wenn es soweit ist, melden sich meist noch ein paar Freiwillige", berichtet Bernd Pliquett. Die Einweisung erfolge immer vor Ort. Jedes Hochwasser sei anders und jeder Abschnitt habe seine Besonderheiten, hatte Dirk Günther bei der Schulung anhand vieler Bilder jüngster Hochwasser zum Beispiel im Juni 2013 an der Elbe erläutert. Da waren Sickerstellen, aber auch Deichrisse, Abrütsche, Brüche und Überströmungen ebenso zu sehen wie Wühltiergänge. Und zu erfahren, dass der Sandsack immer noch das Deichverteidigungsmittel Nr. 1 ist.

Nach Manschnow und Wriezen steht am Donnerstag dann die dritte und letzte Deichläuferschulung in diesem Jahr im Landkreis Märkisch-Oderland an. Diese beginnt um 18 Uhr im Haus Lichtblick in Letschin.

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