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Martin Wilke widerspricht René Wilke

Erster Schlagabtausch im OB-Wahlkampf

Heinz Kannenberg / 07.10.2017, 06:49 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) bezeichnet die Herabwürdigung der Stadt Frankfurt (Oder) durch den Landtagsabgeordneten René Wilke als unerträglich. René Wilke (Die Linke) hatte sich bei der Bekanntgabe seiner OB-Kandidatur am Donnerstag im Kabarettkeller "Die Oderhähne" im Rathaus auch zum Zustand Frankfurts sowie den bisherigen Leistungen der Stadtoberhäupter seit der Wiedervereinigung geäußert.

"Frankfurt hat nach der Wende durchaus schwierige Zeiten erlebt und wirtschaftliche Rückschläge erlitten. Aber allen Oberbürgermeistern seit 1990 Gestaltungswillen und Erfolge bei der Stadtentwicklung abzusprechen und sichtbare Fortschritte zu ignorieren, kann nicht der Ansatz sein, eine Stadt voranzubringen", betont Oberbürgermeister Martin Wilke in einer am Freitagnachmittag verbreiteten Pressemitteilung. Mit derartigen Pauschalurteilen stoße man auch all jene vor den Kopf, die sich haupt- und ehrenamtlich in den letzten 27 Jahren für unsere Stadt eingesetzt haben. "Und deshalb kann die Einschätzung, Frankfurt sei eine der kaputtesten Städte im Land, nicht unwidersprochen bleiben", betont Oberbürgermeister Martin Wilke.

René Wilke, der auch Fraktionsvorsitzender der Linken in der Stadtverordnetenversammlung ist, reagierte darauf noch am frühen Freitagabend. "Ich schließe mich der Auffassung des Oberbürgermeisters, dass eine solche Aussage nicht unwidersprochen bleiben darf, vorbehaltlos an. Auch ich teile die Beschreibung nicht, sondern habe sie als Fragestellung eines Journalisten zitiert", schreibt er in einer Pressemitteilung zur Klarstellung. "Diese Wahrnehmung unserer Stadt ist aber ein Problem, dass wir sehr ernst nehmen müssen", ergänzt er.

René Wilke will in den kommenden Monaten in Werkstätten das schon erarbeitete Wahlprogramm mit Bürgern diskutieren und weiterentwickeln. Der 33-Jährige wird in seiner Kandidatur von Bündnis90/Die Grünen unterstützt.

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Roland Totzauer 07.10.2017 - 15:37:45

Wahrnehmungsprobleme

Nicht nur der zitierte Journalist scheint bei der Beurteilung unserer Stadt Frankfurt (Oder) Wahrnehmungsprobleme zu haben. Ziemlich viele ost- und westdeutsche Journalisten und Politiker rätseln über ihre Wahrnehmungsprobleme und Beurteilungen der jüngsten Bundestags-Wahlergebnisse. Auch die Ferndiagnosen und die Vorurteile über Frankfurt (Oder) drücken aus, dass diesen Leuten etwas fehlt: Realitätsnähe und Empathie! Umso schlimmer ist es, dass der OB-Kandidat R.Wilke keinen Widerspruch wagt gegen das krasse Fehlurteil vom "kaputten Frankfurt", sondern nur duckmäuserisch beipflichtet, weil er glaubt, damit verunsicherte Wähler einfangen zu können. Sie sind mal wieder zu kurz gesprungen, der Herr W! Mit 33 Lebensjahren sind Sie meiner Meinung nach viel zu unerfahren, um die Dialekt der vielen Lebenswirklichkeiten zu kennen und zu berücksichtigen. Ihre naive Rede vom Donnerstag im Kabarettkeller ist ein deutlicher Beweis! Möge uns eine demokratische Mehrheit von Frankfurter Wählern vor Ihnen als OB bewahren!

Georg Harzer 07.10.2017 - 09:31:49

Wo sind denn die ehemaligen Oberbürgermeister geblieben?

Wenn ich richtig informiert bin, dann lebt keiner der ehemaligen Oberbürgermeister in der Stadt. Alle haben nach Ende ihrer Amtszeit die Stadt verlassen. Eine Ausnahme war nur Fritz Krause. Kein Zeichen von echter Verbundenheit. Brandenburg hat auch einen in der Stadt geborenen Innenminister, dessen Äußerungen über Frankfurt(Oder) kein Ruhmesblatt sind. Bisher ist mir auch der Linken-Kandidat nicht dadurch aufgefallen, dass er sich im Landtag für die Stadt mit Herzblut engagiert hat.

Georg Harzer 07.10.2017 - 09:31:25

Wo sind denn die ehemaligen Oberbürgermeister geblieben?

Wenn ich richtig informiert bin, dann lebt keiner der ehemaligen Oberbürgermeister in der Stadt. Alle haben nach Ende ihrer Amtszeit die Stadt verlassen. Eine Ausnahme war nur Fritz Krause. Kein Zeichen von echter Verbundenheit. Brandenburg hat auch einen in der Stadt geborenen Innenminister, dessen Äußerungen über Frankfurt(Oder) kein Ruhmesblatt sind. Bisher ist mir auch der Linken-Kandidat nicht dadurch aufgefallen, dass er sich im Landtag für die Stadt mit Herzblut engagiert hat.

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