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Anne Rexhausen ist eine von 17 neuen Frankfurter Lehrern / Sie unterrichtet Geografie und Latein am Gauß

Zurück in der Heimatstadt

Vor der Klasse: 2009 war Anne Rexhausen selbst noch Schülerin am Karl-Liebknecht-Gymnasium. Seit Anfang des Schuljahres unterrichtet sie am Frankfurter Gauß-Gymnasium Geografie und Latein.
Vor der Klasse: 2009 war Anne Rexhausen selbst noch Schülerin am Karl-Liebknecht-Gymnasium. Seit Anfang des Schuljahres unterrichtet sie am Frankfurter Gauß-Gymnasium Geografie und Latein. © Foto: MOZ/Thomas Gutke
Thomas Gutke / 07.10.2017, 07:10 Uhr - Aktualisiert 08.10.2017, 11:37
Frankfurt (Oder) (MOZ) 17 neue Lehrer haben im September an Frankfurter Schulen ihren Dienst angetreten. Am Donnerstag wurden sie bei einem Empfang am OSZ offiziell begrüßt. Darunter auch Anne Rexhausen. Sie kehrte nach Studium und Referendariat in ihre Heimatstadt zurück. Am Gauß-Gymnasium unterrichtet die 27-Jährige Geografie und Latein.

"Ordnet Frankfurt historisch-genetisch ein und begründet eure Entscheidung!" Die Arme im Geografie-Kurs von Anne Rexhausen schnellen nach oben. Das Thema lautet Stadtentwicklung. Auf der digitalen Tafel sind typische Grundrisse zu sehen - von der römischen Stadt bis zur Stadt im Industriezeitalter. Die meisten der Elftklässler haben sich gut vorbereitet. Ganz klar: Frankfurt, 1253 mit dem Stadtrecht ausgestattet, "ist eine mittelalterliche Stadtgründung", erklärt eine Schülerin. Ganz im Gegensatz zu Eisenhüttenstadt, der DDR-Planstadt überhaupt. "Solche Aufgaben kommen auch im Test nächste Woche vor", kündigt Anne Rexhausen routiniert an, ehe es zur Gruppenarbeit übergeht.

Es ist nicht allzu lang her, dass sie selbst in der Oderstadt die Schulbank drückte. Bis zur zehnten Klasse besuchte die gebürtige Frankfurterin das Friedrichsgymnasium, das 2007 schloss. 2009 machte sie am Liebknecht-Gymnasium Abitur. Für die Tochter einer Lehrerin stand der Entschluss, irgendwann selbst vor einer Klasse zu stehen, da längst fest. "Das wollte ich immer machen". Ihre Begeisterung für das Fach Geografie verdankt sie ihrem Lehrer im Leistungskurs. "Er hat den Unterricht vielseitig gestaltet, mit Exkursionen, Kartierungen, oft in Verbindung mit der eigenen Stadt", erzählt sie. Mit Latein war dies ähnlich. "Ich habe die Sprache, die einfache, klare Struktur irgendwann lieben gelernt."

Von 2009 bis 2015 studierte sie an der Uni Potsdam. Ihren Vorbereitungsdienst für das Lehramt - das Referendariat - leistete sie am Wolkenberg-Gymnasium in Michendorf (Potsdam-Mittelmark). "Eine schöne, aber auch anstrengende Zeit. Die Kollegen waren toll. Zwischen meiner Mentorin und mir hat die Chemie von Anfang an gestimmt", berichtet Anne Rexhausen. Trotzdem sei der Druck durch Hospitationen und Prüfungen groß gewesen.

Rückblickend empfand sie die universitäre Lehramtsausbildung wenig praxisnah. "Während des Studiums gab es nicht allzu viele fachdidaktische Seminare". Erst während des Praxissemesters beschäftigten sich Brandenburger Lehramtsstudenten intensiver mit Unterrichtsmethoden. Nach bestandenem Staatsexamen bewarb sich Anne Rexhausen initiativ am Gauß-Gymnasium. Sie wollte vor allem aus familiären Gründen zurück. Und an eine Schule mit besonderer Wertschätzung für Latein - am Gauß ist die klassische Sprache zweite Fremdsprache. "Es war immer mein Traum, Latein schon ab Klasse 7 zu unterrichten. Den Traum hat mir die Schulleitung ermöglicht."

Mit der Vorbereitungswoche Ende August trat die junge Lehrerin an der mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Spezialschule ihren Dienst an. "Alle neuen Lehrer wurden mit einem Blumenstrauß begrüßt, und auch von den Kollegen wurden wir gut aufgenommen. Ein toller Start". Vor ihrer ersten Stunde - dem Geografie-Kurs Klasse 11 - war die Aufregung trotzdem groß. Doch die habe sich schnell gelegt. "Die Schüler waren wirklich toll", sagt Anne Rexhausen.

Den Unterricht will sie mindestens genauso spannend gestalten wie ihr damaliger Geografielehrer - mit Geocaching, Ausflügen oder Rollenspielen. Wichtig sei ihr, die Schüler von Beginn mit einzubinden. "Ich habe sie gleich in der ersten Stunde nach ihren Erwartungen gefragt. Die versuche ich umzusetzen. Lehren ist ja keine Einbahnstraße."

Kommentare

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Karl Napp 08.10.2017 - 22:43:30

Da kann man ja nur hoffen,

dass zukünftig auch wieder Latein-Kurse an der VHS angeboten werden.

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