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Programm für Aktionswoche "Seelische Gesundheit" vorgestellt / Höhepunkt: Theaterstück

Die Angst vor der Angst

Tatjana Littig / 07.10.2017, 07:57 Uhr
Beeskow (MOZ) Kommende Woche wird im Landkreis Oder-Spree die Aktionswoche "Seelische Gesundheit" begangen. Die Fakten wiegen schwer: Statistisch gesehen erkranken rund 30 Prozent der Bürger mindestens einmal in ihrem Leben an einer psychischen Störung. "Es ist kein Randproblem", betont Kerstin Folgner, Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Landkreis Oder-Spree. Niemand sei davor gefeit, ergänzt zudem Petar Stoev, Arzt des Psychiatrischen Dienstes.

Die Aktionswoche hat zum Ziel, für das Leiden zu sensibilisieren. Sie richtet sich an Fachkräfte, Betroffene, Angehörige sowie Interessenten und bietet Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. "Es ist wichtig, Betroffene aus der Nische zu holen", sagt Bürgermeister Frank Steffen, Schirmherr der Veranstaltung, bei der Vorstellung des Programms im Gesundheitsamt in Beeskow. Er weiß: "Im Umgang mit seelischen Erkrankungen tun wir uns schwer."

Von einer besonderen Art der Tabuisierung des Themas berichtet auch Petar Stoev. Er skizziert ein kleine Geschichte. Sein Fazit: Einzelne Menschen zögen es vor, einen Herzinfarkt zu haben, anstatt einer psychischen Störung. "Die Diagnose seelische Erkrankung ist für viele schwierig, weil sie verbunden ist mit der Frage: Was denken die anderen?", erklärt Kerstin Folgner. Von Gedanken wie, ich habe es nicht geschafft, ich bin schuld, kann auch Dr. Eleonore Baumann, Leiterin des Gesundheitsamtes, berichten. Dabei gehört zur Wahrheit dazu: Störungen, die rechtzeitig erkannt und frühzeitig angegangen werden, lassen sich gut behandeln, da sind sich die Experten einig.

Die diesjährige Aktionswoche rückt Angst in den Vordergrund. Angststörungen seien neben Depressionen die häufigsten psychischen Erkrankungen, teilt Kerstin Folgner mit. Die zentrale Veranstaltung der Aktionswoche findet am Mittwoch von 14 bis 17 Uhr im Schützenhaus in Beeskow statt. Um 14.30 Uhr, hält die Leiterin des Psychiatrischen Dienstes einen Impulsvortrag. "Wenn Angst das Leben verändert" ist er überschrieben. Im Mittelpunkt des Tages steht das Theaterstück "Ich will mein Leben zurück" der inklusiven Theatergruppe B-Rührung (15.30 Uhr). Im Anschluss an die Vorführung finden in Kleingruppen Gespräche statt.

Daneben gibt es mehrere kleinere Veranstaltungen in Oder-Spree verteilt. Am Dienstag kommen Interessenten von 14 bis 17 Uhr in der Alten Ladenstr. 11 in Eisenhüttenstadt zusammen, am Donnerstag von 9 bis 15 Uhr in der Bodelschwinghstr. 2/3 in Beeskow und am Freitag von 14 bis 16 Uhr in der Ehrenfried-Jopp-Str. 54a in Fürstenwalde. In Storkow ist es am 18. Oktober von 10 bis 16 Uhr in der Rudolf-Breitscheid-Str. so weit.

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