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Neue Ausstellung "Verzweigtes" in der Müncheberger Stadtpfarrkirche birgt Überraschendes

Kniende Kuh und ein Teppichklopfer

Zwischen ihren Werken: Natalie Tekampe (Skulpturen) und Simon Blume (Malerei) zeigen gegenwärtig eine Auswahl ihrer Arbeiten in der Stadtpfarrkirche Müncheberg.
Zwischen ihren Werken: Natalie Tekampe (Skulpturen) und Simon Blume (Malerei) zeigen gegenwärtig eine Auswahl ihrer Arbeiten in der Stadtpfarrkirche Müncheberg. © Foto: Reinhard Pfeiffer
Reinhard Pfeiffer / 07.10.2017, 07:04 Uhr
Müncheberg (MOZ) Da kniet eine Kuh, stirbt sie oder will sie unterm Zaun süßes Gras naschen? Wuchtig der Körper und doch durchbrochen. Es ist das Innenleben zu sehen, Äste wie Knochen, Skelett und Stütze in einem - eines der Werke, die gegenwärtig im Inneren der Stadtpfarrkirche in der Ausstellung "Verzweigtes" zu sehen sind.

Die Plastiken von Natalie Tekampe, geboren 1983 in Fürstenfeldbruck, zeigen die Verletzlichkeit der Kreatur, Werden und Vergehen. Da ist etwas Sakrales im Spiel, verstärkt noch durch den Ausstellungsraum, das Kirchenschiff. Tekampes Werke zeichnen all diese Attribute aus. Verletzlichkeit und Anrührung. Ob es nun ein Mensch ist oder Hund, Katz und Kuh, alles Glieder einer einzigen Kette, Kinder der Schöpfung.

Im Kontrast dazu die Bilder des Simon Blume, geboren 1982 in Celle. Wenig Farbe, sparsame Formen, die oft in Variationen in einem Bilde wiederkehren. Nur hier und da Farbtupfer, doch eher gedeckt, nicht leuchtend und dem Betrachter ins Auge springend.

Teilweise Verblüffendes. Glaubt man doch zuerst, Engelsflügel zu sehen. Dann, bei näherer Betrachtung, sind es die Formen eines Teppichklopfers. So wird Abstraktes in unserer Wahrnehmung durch Bekanntes ersetzt. Ein leiser hintergründiger Humor geht von diesen Bildern aus.

"Fundstücke aus der Natur als Ausgangspunkt für eigenen künstlerischen Ausdruck" - Gudrun Teske von der Betreibergesellschaft der Stadtpfarrkirche Müncheberg möchte mit dieser Ausstellung ein jüngeres Publikum erschließen. Das scheint gelungen bei den vielen Besuchern, die zur Vernissage am Donnerstag gekommen waren - alle zwischen 30 und 40 Jahren. Auch Kinder krabbelten zwischen den Gips-Ast-Kreaturen umher.

Die Performance von Heidi Jonsson, die nur ihre Stimme benutzte, leise begleitet von Tim Klotz (Bass) und Tim Schneider (Perkussion), war sehens- und hörenswert und untermalte gekonnt die Laudatio von Juliane Link.

Die Ausstellung ist bis 11. November in der Stadtpfarrkirche zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Mo./Fr. 10-16, Di./Do. 10-18, Sa. 13-17 Uhr.

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