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Über'n Tellerrand: das Gute am Klimawandel

René Wernitz / 07.10.2017, 11:01 Uhr - Aktualisiert 09.10.2017, 13:46
Rathenow (MOZ) Dem Klimawandel lässt sich auch Gutes abgewinnen. Denn der Weinbauäquator verschiebt sich immer weiter gen Norden. Inzwischen wachsen Rebstöcke sogar in Schweden. Ehe in Mitteleuropa ab dem 14. Jahrhundert eine sogenannte Kleine Eiszeit einsetzte, muss auch der Rathenower Wein durchaus gut gediehen sein. Das Schrumpfen des hiesigen Weinbaus ging einher mit dem damaligen Klimawandel - es wurde immer kälter. Im Laufe des 17./18. Jahrhunderts setzte sich der Schrumpfungsprozess fort. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts strebte der Anbau gegen Null. Letzte Erinnerung an dieses Rathenower Kapitel ist der Weinberg.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts steigen die Temperaturen wieder. Ein Jammer, dass der Rathenower Hügel seiner ihm namengebenden Bestimmung nicht wieder zugeführt wird. Wein vom Südhang wäre doch ein besonderer Genuss - gerade zu den jährlichen Weinfesten in der Kreisstadt. Das nächste findet am 15. Oktober statt. Die Veranstalter wissen, dass Rathenow keine Weinhochburg ist. Wer sollte daran auch etwas ändern? Der Optikpark als Weinbauunternehmen?

Dass derlei Gedanken nicht unbedingt Hirngespinste bleiben müssten, beweist ausgerechnet eine Wasser- und Abwassergesellschaft. Das Tochterunternehmen der Stadt Brandenburg an der Havel, kurz Brawag, rekultivierte auf dem Marienberg den Weinbau, den es im Mittelalter auch dort gegeben hatte. 2013 wurden Rebstöcke in Vorbereitung auf die BUGA gepflanzt. Das Weinbauhügelchen, ein Trinkwasserhochbehälter, ist übrigens nicht durch Zäune gesichert. Obwohl sich manche an den Trauben bedienten, war die Weinlese des Jahres 2016 sehr gut. In der Folge konnten 2017 rund 4.200 Flaschen in den Handel gebracht werden, der nur etwa zehn Tage dauerte. Dann war der Brawag-Wein (Rebsorten: Solaris und Johanniter) bereits ausverkauft. Eine Flasche kostete 9,50 Euro.

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