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Stadtbrandmeister Jörg Erdmann sucht Mitstreiter für die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr

"Lieber zu viel als zu wenig!"

Im Einsatz: Feuerwehrmänner aus Bernau löschen einen Fahrzeugbrand auf einem Parkplatz an der Autobahn A 11 bei Ladeburg.
Im Einsatz: Feuerwehrmänner aus Bernau löschen einen Fahrzeugbrand auf einem Parkplatz an der Autobahn A 11 bei Ladeburg. © Foto: FFW Bernau/Robert Berger
Sabine Rakitin / 12.10.2017, 20:13 Uhr
Bernau (MOZ) Die Freiwillige Feuerwehr sucht weitere Mitstreiter. Verstärkung ist für die Löschzüge Stadt, Ladeburg, Schönow sowie die Löschgruppen Lobetal und Birkholz gefragt. Zwar mangelt es der Wehr nicht an Mitgliedern, doch "Einsatzkräfte kann man nie genug haben", sagt Stadtbrandmeister Jörg Erdmann.

Eigentlich ist die Bernauer Feuerwehr gut aufgestellt. Sie zählt derzeit 342 Mitglieder. 178 davon gehören der Einsatzabteilung an. Die Frauen und Männer wurden im vergangenen Jahr zu insgesamt 403 Einsätzen gerufen. In erster Linie waren es Brände und Verkehrsunfälle.

Probleme mit der Einsatzbereitschaft am Tage gebe es, anders als in der einen oder anderen kleineren Kommune, in Bernau nicht, sagt Stadtbrandmeister Erdmann. "Das hat auch damit zu tun, dass wir inzwischen sechs Angestellte bei der Stadt haben", glaubt er. Die seien bei Alarm sofort zur Stelle. Freiwillige Feuerwehrleute, die in Berlin oder in anderen Orten arbeiten würden, möglicherweise noch in Schichten, hätten es da schwerer, weiß er.

"Nachwuchssorgen haben wir nicht", sagt der Wehrführer und verweist auf die Kinder- und Jugendfeuerwehr. "Aber Einsatzkräfte kann man nie genug haben", sagt er. "Lieber zu viel als zu wenig!"

Wer als Feuerwehrmann oder -frau tätig sein möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein. "Wichtig sind die körperliche und fachliche Eignung für den Dienst in der Feuerwehr. Erstere wird von einem Arbeitsmediziner festgestellt, alles Weitere wird bei der Grundausbildung getestet", ergänzt Vize-Wehrführer Robert Berger.

Die Suche nach neuen Mitstreitern kommt zu einer Zeit, da es in einzelnen Bernauer Ortsteilen Unstimmigkeiten in Bezug auf die Anerkennung der Arbeit der freiwilligen Feuerwehr gibt. Nach Beschwerden von Anwohnern in Schönow vor ein paar Jahren über die Alarmierung der Feuerwehrleute per Sirene haben kürzlich auch in Ladeburg Einwohner des Dorfes deswegen im Ortsbeirat vorgesprochen. Vor allem nachts würden die Kinder jedes Mal hochschrecken, wenn die Sirenen gingen, kritisierten sie.

"Das kann man ja verstehen", sagt Stadtbrandmeister Jörg Erdmann. In der jüngsten Dienstberatung mit der Wehrleistung und den Löschzug- beziehungsweise Löschgruppenführern wurde nach einem Kompromiss gesucht, mit dem sowohl die Feuerwehrleute als auch die Anwohner leben können. "Zwischen 19 Uhr abends und 7 Uhr morgens gehen die Sirenen nicht mehr an", verkündet Jörg Erdmann. "Da läuft die Alarmierung allein über die Pieper." Dies sei in den Nachtstunden möglich, weil die meisten Feuerwehrleute ohnehin zu Hause oder zumindest im Raum Bernau seien und ihre Pieper bei sich hätten, erklärt er.

Für Daniel Sauer, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Stadtverordnetenversammlung und Mitglied des Ortsbeirates Ladeburg, ist das Problem damit aber nicht gelöst. Er habe den Eindruck, dass die - zumeist aus der Großstadt Berlin zugezogenen - Neu-Ladeburger gar nicht wüssten, was eine freiwillige Feuerwehr auf dem Lande leiste, sagte er in dieser Woche im Finanzausschuss. Auf Antrag des Ladeburger Ortsbeirates sollen deshalb eigens für den Löschzug Ladeburg 1500 Euro im städtischen Haushalt 2018 eingestellt werden. Verwendungszweck: Öffentlichkeitsarbeit. So könne der Löschzug beispielsweise Veranstaltungen durchführen und Flyer drucken lassen, um für sich zu werben, begründete Sauer den Vorstoß.

Stadtbrandmeister Erdmann reagiert darauf genervt. "Wir melden bereits Mitte des Jahres die finanziellen Mittel für so etwas bei der Stadt an, und ich kann mich nicht daran erinnern, dass uns die einmal verwehrt wurden", sagt er. "Vielleicht sollte der Ortsbeirat mal mit uns reden. Dann könnte er sich solche Anträge sparen!"

Wehr sich informieren will: Die Feuerwehrleute treffen sich jeden Mittwoch um 19 Uhr an ihren Standorten zur Ausbildung. Interessierte können sich vor Ort ein Bild machen. Kontakt auch unter Tel. 03338 8908 oder per E-Mail an freiwillige-feuerwehr@bernau-bei-berlin.de.

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