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„Miese Angebote“ an die Gieshofer

© Foto: Johann Mueller
Mandy Timm / 18.08.2010, 05:39 Uhr
Gieshof-Zelliner Loose (In House) Die Leerzugspläne für einen Wohnblock der Ostbrandenburgischen Wohnungsbaugesellschaft, kurz OWG, in Gieshof haben den Mieterverein Viadrina auf den Plan gerufen. Dessen Vorsitzender Hartmut Höhne nennt die Angebote der OWG „mies und zynisch“. Kündigungsgründe sieht Höhne nicht. Stattdessen rät er den Betroffenen, die Miete an den Zustand der Wohnungen anzupassen .

Für Hartmut Höhne steht fest, dass der Ärger über den Zustand des Wohnblocks in Gieshof viel früher vorprogrammiert gewesen wäre, wenn das Haus nicht so weit abgelegen stehen würde. „Über Jahre haben die Mieter hingenommen, dass ihre Vermieter – erst die insolvente Letschiner Wohnungsbaugesellschaft und jetzt die OWG – seit Jahrzehnten nichts in das Haus investiert haben. Vermutlich wurde der Block zu einem Schnäppchenpreis ersteigert, um Geld zu machen. Allerdings scheint sich der Käufer verspekuliert zu haben. Denn: „Immobilien sind außerhalb von Metropolen keine Selbstläufer“, weiß Höhne. Dass sich die OWG das Haus offenbar nicht mehr leisten kann, sei nicht die Schuld der Mieter, sondern ihre eigene, sagt Höhne nach einem ersten Treffen mit den Mietern am Montag. „Wird nichts in den Erhalt und die Verbesserung eines Wohnhauses investiert, laufen bekanntlich die Mieter weg.“

Höhne fordert die OWG auf, den Betroffenen diskussionsfähige, schriftliche Angebote zu unterbreiten – etwa einen teilweisen Rückbau des Wohnblocks. Die Angebote des Verwalters Armin Wunderlich während einer Mieterversammlung, nennt der Experte „mies und zynisch“. Während der Beratung hatte Wunderlich jeder Mietpartei 300 Euro Umzugskosten angeboten. Vorausgesetzt, alle ziehen bis Ende November 2010 in andere „gleichwertige“ Wohnung der OWG. Gehen sie nicht auf das Angebot ein, würden sie herausgekündigt – unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen.

Für 300 Euro, sagt Hartmut Höhne, könne allerdings lediglich ein einziges Zimmer gemalert werden. „Mehr ist für das Geld nicht drin. Alle anderen Zimmer bleiben in dem alten – möglicherweise heruntergekommenen Zustand.“ Höhne hält 1000 Euro für realistisch, die ein Umzug schnell kosten kann. Als „unhaltbar“ bezeichnete er das Angebot, „gleichwertigen“ Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Denn die Wohnungen in Gieshof haben undichte Fenster, schimmelige Wände. Aufgänge sowie Fassade sind heruntergekommen. „Das Haus ist ein Schandfleck“, sagt Höhne. Insofern sei das Angebot „gleichwertig“ unakzeptabel. Der Mietervereins-Chef bezweifelt, dass die OWG den Betroffenen mangelfreien Ersatz-Wohnraum, wie er dem Standard entspricht, mit Garagen und Gartenflächen in der Region überhaupt anbieten kann.

Dass die OWG den Gieshofern ohne Weiteres eine Kündigung ins Haus schicken kann, daran hat Hartmut Höhne unterdessen starke Zweifel. Denn: „Der Vermieter muss einen triftigen, zulässigen Kündigungsgrund vorbringen“, sagt er. „Den zu finden, dürfte dem Vermieter gegenwärtig sehr schwer fallen.“

Den Gieshofer Mietern empfiehlt Höhne, „endlich die Höhe der gezahlten Monatsmiete an den tatsächlichen Zustand des Hauses und der Wohnungen anzupassen“. Ob das über das Zurückhalten der Miete, Mietminderung oder Ersatzvornahme, zum Beispiel Handwerker mit Reparaturen beauftragen, passiert, müssten die Mieter selbst entscheiden. Der nächste Winter stehe vor der Tür. Wenigstens die Fenster sollten dicht sein, sagt Hartmut Höhne.

Für den Vorsitzenden des Mietervereins Viadrina steht fest, dass die Gieshofer das Recht auf ihrer Seite haben. „Wenn sich die sieben Mietparteien über die neuesten Angebote oder Drohungen des Vermieters austauschen, sich gegenseitig bei Gesprächen mit Vertretern der OWG als Zeugen begleiten, wird es die OWG sehr schwer haben, irgendeine Maßnahme durchzusetzen“, ist sich der Experte sicher.

Kommentare

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Gesche 18.08.2010 - 23:17:21

Na hört mal wer da spricht!

Da hat jemand mächtig Wut im Bauch, es wurde ja auch Zeit das die Verwaltung mal einer auf die Rübe haut! So weit richtig aber, man sollte nicht im Glauben bleiben oder sich einreden lassen, das dass Recht auf der Seite der Mieter ist. Ich würde nichts machen lassen und auch nicht die Mieten kürzen dann habe der Verwalter erst Recht ein Grund! Bedenken sollte man auch wie im Text steht, das der Zustand nicht dem entsprechen tut, wie es sein sollte, im Text sind selbst versteckte Botschaften drin die der Verwaltung dienen könnte um ein weiter bewohnen unmöglich macht. Wenn man nur die Details nehme wie, Schimmel und Schwamm, dann steht das Gesundheitsamt auf der Matte. Also man sollte schon vorsichtig sein wie und was man schreibt! Gieshofer lasst euch das nicht gefallen Kämpft!

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