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Schattenspender für einen großen Franzosen

BHORN / 22.02.2011, 19:15 Uhr
Grüntal (In House) Es überrascht: Die Wintermonate bieten sowohl Naturfreunden als auch Geschichtsfreunden ganz besondere interessante Ansichten. Wie die Dorfeiche vor der Kirche in Grüntal. Dieses Naturdenkmal hat sich unser Autor Lars Franke angeschaut und danach im Archiv der Landesgeschichtlichen Vereinigung Brandenburg gestöbert.

Für die Leute von Grüntal ist es die Tausendjährige Eiche. Zugegeben, das klingt besser als „700-jährige“ Eiche. Hätte der Baumriese tatsächlich schon im 
10. oder im 11. Jahrhundert zum ersten Mal Blätter getrieben, dann käme das wohl in die Nähe des deutschen Rekords. Der Grüntaler Baum wäre dann ein Zeitgenosse der legendären Eichen im mecklenburgischen Ivenack. Übrigens hält mit fast 1 700 Jahren eine Eiche in Bulgarien den Weltrekord.

Aber selbst die 600 bis 
700 Jahre der Dorfeiche unmittelbar neben der Grüntaler Kirche waren Grund genug, dem Naturdenkmal einen Schutzstatus einzuräumen. Inzwischen hat die Eiche die Höhe von 23 Metern erreicht und der Stammesumfang misst fast sieben Meter.

Es soll im 30-jährigen Krieg gewesen sein, dass der marode Kirchturm einstürzte. Ein Teil der Steine fiel auf den Baum. Seitdem, so heißt es in einer Überlieferung, würde der Baum in knapp drei Metern Höhe nach zwei Seiten auseinanderwachsen.

Eine Erklärung, die bisher niemand nachweisen konnte. Aber die bislang auch keiner widerlegt hat. Zu den Grüntaler Legenden gehört auch ein Hinweis auf Kaiser Napoleon. Der kleine, große Franzose soll nämlich unter der Eiche von Grüntal gefrühstückt haben. Wann, ist ebenfalls unbekannt.

Und auch dieses sollte man wissen: Bei unseren germanischen Vorfahren war die Eiche dem Donnergott Donar gewidmet. Bei der Einführung des christlichen Glaubens könnte das ein Grund gewesen sein, den Baum „ins Abseits“ zu stellen.

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