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Punkteplan gegen 110-kV-Leitung

© Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 11.06.2011, 06:40 Uhr
Herzhorn (In House) Die Gemeinde Reichenow-Möglin will sich gegen die geplanten riesigen Masten der 110-kV-Leitung wehren. Das beschlossen die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung in Herzhorn. Die Freileitung soll zwischen Neuenhagen und Letschin verlaufen und würde die Gemeinde unmittelbar betreffen.

Einstimmig fiel die Entscheidung der Kommunalpolitiker der Gemeinde Reichenow-Möglin aus. Als Willensbekundung bezeichnete Bürgermeister Wolf-Dieter Hickstein die Entscheidung. Allerdings hätte die Forderung, die zuvor auch schon in der Gemeinde Prötzel getroffen wurde, eher symbolischen Charakter, betonte der Direktor des Amtes Barnim-Oderbruch, Karsten Birkholz. „Das wird nicht abschrecken, aber Eindruck machen“, sagte der Jurist. „Und vielleicht zum Umdenken anregen.“

Die Forderungen wurden im Beschluss formuliert: Zum einen sollen die Hochspannungsleitungen mit bis zu 110 Kilovolt als Erdkabel verlegt und betrieben werden, zum anderen sollen Leitungen mit mehr als 110 Kilovolt in Teilbereichen in die Erde kommen, wenn der Mindestabstand zu Wohngebäuden unter 1500 Metern liegt oder das Gebiet zum Schutz ausgewiesen ist.

Darüber hinaus habe die Trassierung neuer Hoch- und Hochspannungsleitungen im Verbund mit anderen Infrastrukturen wie Gasleitungen, Straßen und Gleisen zu erfolgen. Gleichzeitig enthält der zweiseitige Beschluss einen Lösungsansatz, der aufzeigt, welche Vorteile die Verlegung eines Erdkabels haben. So zum Beispiel die Verringerung elektromagnetischer Strahlung. Auch gebe es dann keine Konflikte mit dem Naturschutz mehr, der massive Eingriff ins Landschaftsbild bliebe außen vor und so würde es zu keiner optischen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes als Teil des Kulturgutes 
mehr geben.

Auch und vor allem würde aber die Akzeptanz in der Bevölkerung steigen und es gebe keine Probleme bei einer Verfahrensbeschleunigung. Denn der Unmut der Bürger in Reichenow-Möglin ist groß. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder der örtlichen Bürgerinitiative, um dafür zu kämpfen, dass die Leitung unter die Erde kommt. Denn natürlich sei allen Bürgern klar, dass Strom gebraucht würde, sagte Gemeinderatsmitglied Ralf Hickstein. Vor allem jetzt, da die Bundesregierung alle Atommeiler vom Netz nehmen wolle. Deshalb sei die Sorge vieler, dass aus den 110 bald 380 kV werden könnten, nicht von der Hand zu weisen.

Allerdings, so Elke Bundrock vom Bauamt, sei der Beschluss eher eine Bitte, der die E.on edis als Vorhabenträger folgen müsste. Handlungsbedarf besteht erst, wenn in der Zeit, in der die Planungen öffentlich ausliegen, Anmerkungen eingehen. Das wird jedoch nicht vor 2012 sein, rechnete die Mitarbeiterin des Amtes Barnim-Oderbruch vor. „Und erst dann gibt es für alle die Möglichkeit, gegen die Planungen vorzugehen.“ Bis dahin muss auch geklärt sein, für welche der beiden Trassen sich die E.on edis entscheidet. Denn noch seien beide Trassen im Rennen, informierte Elke Bundrock.

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