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Immer wieder "Da capo!"

matthias wagner / 21.06.2011, 07:07 Uhr - Aktualisiert 21.06.2011, 09:53
Glambeck (In House) Der Berliner Pianist Andreas Göbel eröffnete am Sonnabend in der kleinen Glambecker Fachwerkkirche mit Carl Maria von Webers „Aufforderung zum Tanz“ das Clavierfestival in der Schorfheide. Als er am Abend das kleine Walddorf verließ, verabschiedete er sich mit den Worten: „Ich fühle mich bei Ihnen ein bisschen wie zu Hause.“

Es war das zwölfte Konzert in Glambeck und Andreas Göbel ist von Anbeginn dabei. Und nicht das erste Mal standen zwei Flügel in dem kleinen Gotteshaus, das sich mindestens 15 Mal jährlich in eine winzige Konzerthalle verwandelt. Die Gäste aus nah und fern dankten dem Annerose- Schmidt-Schüler für sein mitreißendes, sensibles Spiel, bereichert durch die interessante Moderation.

Göbels Konzept war aufgegangen. Liszts 200. Geburtstag veranlasste ihn, die Veranstalter für das Eröffnungskonzert um ein Instrument als zweiten Flügel zu bitten, auf dem er „original“ Schubert spielen könne. „Schubert?“ die Rückfrage. „Im Kulturlandjahr 2011 will ich die Konzertbesucher vom Schubert-Original über Schubert-Bearbeitungen von Liszt zum Liszt-Original führen“, so die Antwort, „und das an zwei originalen Konzertflügeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert demonstrieren.“ Das Konzept ging auf. Musik aus zwei Jahrhunderten erklang, großartig die Gegenüberstellung. Zwei „Moments musicaux, D 780“ von Franz Schubert spielte Göbel auf dem Perrotta (1795), als übe er täglich auf ihm, anschließend, Stück für Stück, auf dem Steinweg (1860). Dr. Ernst Sell, Eigentümer des Perrotta, war begeistert: Wir konnten die Musik Schuberts erleben, wie er sie einst selbst gemeint und gehört hat. Mit dieser Klangfarbe, mit diesen Klangdimensionen, mit den verschiedenen Lagen! Es war ein Genuss für alle.“

Erst die vierte Zugabe, das Gute-Nacht-Lied von Brahms, konnte das Konzert beenden.

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