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Kohlsdorf - wie schön das klingt

Unter den Linden: Ortsvorsteherin Beatrix Bienes Acosta (Mitte mit Zettel) und weitere Einwohner des Beeskower Ortsteiles Kohlsdorf beim Rundgang mit MOZ-Redakteurin Ruth Buder (3.v.l.).
Unter den Linden: Ortsvorsteherin Beatrix Bienes Acosta (Mitte mit Zettel) und weitere Einwohner des Beeskower Ortsteiles Kohlsdorf beim Rundgang mit MOZ-Redakteurin Ruth Buder (3.v.l.). © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Ruth Buder / 28.06.2011, 19:30 Uhr - Aktualisiert 29.06.2011, 07:47
Kohlsdorf (In House) Zum zweiten Dorfgespräch in diesem Jahr hat das Oder-Spree-Journal nach Kohlsdorf eingeladen.

Ein Sommerabend, wie er im Buche steht. Über Kohlsdorf scheint die Sonne, und es weht ein kühles Lüftchen durch die üppigen Linden, die die Dorfstraße säumen. Alteingesessene wie Wilfried Henkel wohnen hier, aber auch Leute, die erst in den letzten Jahren in den Beeskower Ortsteil gezogen sind, wie Angelika Stellke oder Beatrix Bienes Acosta, die Ortsvorsteherin. In Kohlsdorf wird vor allem gewohnt – und gefeiert. Am kommenden Wochenende steht das Dorffest an. „Das machen wir alles selber, ohne Agentur“, erzählt Reiner Mauske. Für die Musik ist immer DJ Thomas Kammholz zuständig, der in Kohlsdorf einen „Quad-Event“ betreibt. Die meisten Kohlsdorfer arbeiten auswärts, es gibt neben Kammholz noch drei Gewerbe im Ort. Petra Mendoza hat eine mobile Physiotherapie, Torsten Schulz betreibt eine Bauschlosserei und Enrico Tepper ist Landwirt.

Obwohl im vergangenen Jahr die Feuerwehr dicht gemacht hat (der Löschzug wurde mangels ausgebildeter Mitglieder außer Dienst gestellt) sind die „alten Feuerwehrhasen“ aktiv und pflegen den Gemeinschaftssinn. „Wir nennen uns Freunde der Feuerwehr“, sagt Rainer Mauske, dem im stillgelegten Gerätehaus ein kleines Feuerwehrmuseum vorschwebt. Eine Puppe ist schon angezogen, und ein Schlauchwagen aus der Vorkriegszeit ist zu sehen. Was für Mauske die „Freunde der Feuerwehr“ sind, ist für Matthias Weiß der Sportverein. Für aktiven Sport fehle momentan allerdings die Basis, räumt er ein, aber ein harter Kern organisiere Treffen, Volleyballspiele und helfe bei den Veranstaltungen im Ort. Die beginnen mit der Fastnacht (sie wurde in diesem Jahr neu belebt) und enden mit der Adventsfeier am kleinen Feldsteinhäuschen, dem Schmiedehaus. Auf den Schmied geht der Name „Kohlsdorf“ zurück, wie die Ortsvorsteherin ermittelt hat: Aus Cowalsdorf wurde im Laufe der Jahrhunderte Kohlsdorf, und „Cowal“ steht als slawisch-deutscher Mischname für Schmied. „Unser Dorf ist jetzt 739 Jahre alt, in elf Jahren werden wir 750“, verkündet Beatrix Bienes Acosta ein bedeutendes Jubiläum. Das Schmidehäuschen hat es Angelika Stellke angetan, sie schwärmt von den Adventsfeiern. „Das ist immer so romantisch, wenn der Weihnachtsmann mit der Kutsche oder dem Schlitten vorfährt.“

Die Kohlsdorfer Land-Romantik genießt auch Frank Steffen. Zum MOZ-Treff kam der Beeskower Bürgermeister als „ganz normaler Bürger“. Besondere Vorteile versprechen sich die Kohlsdorfer von ihrem prominenten Mitbürger nicht. Wegen der Erweiterung ihres Gemeindehauses müssen sie „anstehen“. Erst kämen Neuendorf und Schneeberg an die Reihe, dann werde man sehen, sagt Frank Steffen. Ganz oben auf der Wunschliste der Kohlsdorfer steht ein Radweg nach Beeskow. Seitdem die Landesstraße erneuert wurde, würde viel zu schnell gefahren, sagt die Ortsvorsteherin. „Das ist gefährlich, deshalb planen wir eine Aktion.“

Um den Nachwuchs ist man in Kohlsdorf nicht bange. 29 der rund 170 Einwohner sollen unter 18 sein. Der Jüngste ist der im April geborene Kilian Schulze, der älteste Bürger mit 90 Jahren ist Julius Just.

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