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Für die Weite der Gedanken

Sto▀en in Kunersdorf ein neues Tor auf: Autorin Regina Scheer (l.) ist die erste Musenhofschreiberin in Deutschland. Margot Prust hat den Weg daf³r geebnet. Foto: MOZ/ Silvia Fichtner
Sto▀en in Kunersdorf ein neues Tor auf: Autorin Regina Scheer (l.) ist die erste Musenhofschreiberin in Deutschland. Margot Prust hat den Weg daf³r geebnet. Foto: MOZ/ Silvia Fichtner © Foto:
Silvia Fichtner / 05.06.2009, 17:20 Uhr
Kunersdorf () Von diesem Jahr an gibt es nicht nur einen Burgschreiber in Beeskow, sondern auch eine Musenhofschreiberin in Kunersdorf. Es ist eben doch wichtig, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Denn eigentlich hatte die Brandenburgische Kulturministerin Johanna Wanka im Mai vergangenen Jahres nur wenig Zeit für eine Stippvisite auf dem Kunersdorfer Musenhof eingeplant. Im Rahmen der Kulturland Brandenburg-Initiative hatten sich die Frankfurter Europa-Universität Viadrina, das Kleist-Museum und der Musenhof zusammengetan, um das Thema "Salons und Musenhöfe in der Mark Brandenburg und Berlin um 1800" näher zu beleuchten. Für dieses Projekt hatte der Schriftsteller Günter de Bruyn mit seinen umfangreiche Recherchen beträchtliche Anregung gegeben hatte.

Die Ministerin blieb länger als beabsichtigt. "Sie war es, die uns anregte, ein Literaturstipendium zu vergeben", berichtet Margot Prust, die den Musenhof managt. Ohne den Verein "VorOrt-Kunst, Kultur und Kommunikation" aus Neuenhagen bei Berlin als Träger und ohne das Engagement von Inge Bärisch und Margot Prust könnte der Musenhof nicht existieren.

Nachdem die Kulturministerin sogar finanzielle Unterstützung mit der Bedingung angeboten hatte, dass auch der Landkreis und die Kommune sich an dem Stipendium beteiligen, machte sich Margot Prust in die Spur. Mithilfe von Peter Walther vom Brandenburgischen Literaturbüro und vom Chef des Frankfurt Kleist-Museums, Wolfgang de Bruyn, der als Kulturamtsleiter des Landkreises Oder-Spree Erfahrungen mit dem Burgschreiber-Stipendium in Beeskow hatte, entwickelte sie die Modalitäten.

Das Musenhof­stipendium soll jeweils für drei Monate im Jahr vergeben werden und beträgt je 800?Euro.

Die erste Musenhofschreiberin wird die Autorin Regina Scheer aus Berlin sein. Sie publizierte unter anderem Studien zum DDR-Antifaschismus und Bücher wie "Wir sind die Liebermanns", "Im Schatten der Sterne", eine Geschichte über die jüdische Widerstandsgruppe Herbert Baum oder " Mausche Mi-Dessau Moses Mendelssohn. Sein Weg nach Berli n ".

Vom 10.?September bis 10. Dezember wird sie in Kunersdorf an einem Roman weiterarbeiten. Thematisch ist das Stipendium nicht bestimmt. "Die Weite der Landschaft soll auch die Weite der Gedanken ermöglichen und nicht von Genres eingeengt sein", findet Margot Prust.

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