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Ihre Werke werden immer abstrakter

hstachowiak / 12.06.2009, 07:30 Uhr - Aktualisiert 12.10.2017, 17:13
Ackermannshof () Rose, wie Rose-Marie Schack von Berufskollegen und Freunden genannt wird, feiert am Sonntag ihren 70. Geburtstag. Eigens dafür hat ihr Mann Otto Schack eine kleine Ausstellung auf dem Künstlerhof in Ackermannshof arrangiert.

"Nun hat es Otto doch wieder geschafft", sagt sie und blickt mit einem Lächeln zu ihrem Mann. Er hatte sie mit dem Pressegespräch beinahe überrumpelt. Rose Schack mag es nicht, im Focus der Öffentlichkeit zu stehen. Nicht weil sie sie scheut. Nein, sie lässt lieber ihre Bilder für sich sprechen. Letztlich gehe es ihr nur um die Arbeit. "Und ich muss jetzt auch wieder anfangen", meint sie und blickt versonnen von der verglasten Terrasse ihres idyllisch gelegenen Hauses in Ackermannshof in den im satten Grün stehenden Garten. Richtung Sommeratelier. Dort arbeitete Philipp, einer ihrer beiden Söhne. Er starb 2006. Ein Schicksalschlag. Seither lebte Rose Schack zurückgezogen, nahm sich Zeit zum Trauern. Jetzt arbeitet sie wieder. Unter anderem beteiligt sie sich mit dem Bild "Landschaft mit Kreuz" am MOZ-Kunstpreis. Werke von ihr sind auch in der aktuellen Ausstellung in der Konzerthalle Bad Freienwalde und in der Galerie im Rathaus in Biesenthal "Kunst im Quadrat" zu sehen.

Kunst sei für sie schöpferisches Arbeiten, Inhalte. Sie sei auch eine unheimlich Grüne, liebe das Gestalten im Garten, die Erde. Aber dann brauche sie die Zeit der Vertiefung auf der Fläche, manchmal auch nur das Ansehen und Betrachten ihrer Werke im Atelier, um zu schauen, was man besser machen könne. Die Vertiefung sei nach dem Tod von Philipp wichtiger geworden. Vertiefen. Wie bei dem Bild "Landschaft mit Kreuz". 2006 hat sie damit begonnen und es erst 2008 vollendet.

Schaut man sich ihre zum Teil großflächigen Bilder an, die bereits für die am Sonntag geplante Ausstellung im Sommeratelier hängen bzw. stehen, zeigt sich mit jedem Pinselstrich die Entwicklung, die die 69-Jährige genommen hat. Der große Reiz liege jetzt, auch wenn die Figur, ob die menschliche oder die geometrische, immer noch eine Rolle spiele, im Verdichten. Das geht ins Abstrakte, Gegenständliches verschwindet. "Das ist eigenes Suchen. Das hat nichts mehr mit außen zu tun", versucht sie ihre Arbeiten zu erklären. Wobei genau das schwierig ist. Für den Außenstehenden sind ihre Werke kaum noch nachvollziehbar. Titel in Ausstellungen helfen, seien "eine Freundlichkeit für den Betrachter".

Inspiration findet sie in der Natur selbst. Im Umfeld. Sei es die in verschiedene Lichter getauchte kleine Insel bei Wriezen, der Sonnenuntergang bei Ackermannshof, der nackte Körper, Höfe - Motive bieten sich überall. Überall taucht auch die Farbe Blau auf. Rose Schack liebt Blau. In der Farbbedeutung steht Blau für Ruhe, Weite und Tiefe. Seelisch soll Blau helfen, Distanz zu gewinnen und das rechte Maß für die Dinge wiederzufinden. Blau ist nach der psychischen Bedeutung der Farben die Farbe des Friedens. Insofern steht das Blau in ihren Bildern vielleicht für das Verarbeiten und das zur Ruhe kommen, auch wenn die expressive Abstraktion ihrer Bilder beim Betrachter möglicherweise Unruhe aufkommen lässt.

Am Sonntag wird Rose Schack mit Freunden und der Familie feiern. Kein großes Tamtam. Das mag sie nicht. Ungezwungen soll es sein. Doch um die öffentliche Würdigung ihrer Person kommt sie nicht umhin. Dafür hat ihr Otto gesorgt.

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