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Abgeschnitten von der Außenwelt

dwindolff / 01.07.2009, 21:03 Uhr
Bruchhagen () Baustellen und Straßensperrungen bringen Ärger, weil sie mit Umleitungen für Autofahrer verbunden sind. In Bruchhagen sind jedoch nicht nur die Kraftfahrer genervt. Auch Schulkinder, Eltern und Senioren leiden derzeit unter der Vollsperrung der B198 zwischen Kerkow und Greiffenberg. Die Bewohner der kleinen Siedlung Bruchhagen Ausbau fühlen sich regelrecht abgeschnitten von der Außenwelt und vergessen von den Verantwortlichen. Die Siedlung liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstraße.

"Der Schulbus hält nicht mehr an der B 198, sondern erst in der Dorfmitte. Das heißt, dass die Kinder unserer Siedlung fast zwei Kilometer zu Fuß bis zur nächsten Haltestelle laufen müssen, mit schwerer Mappe und Sportbeutel, bei Regengüssen und Hitze", beklagt Viola Stoewhaas. Die Mutter einer sieben- und neunjährigen Tochter hat nur durch Zufall überhaupt erfahren, dass der Schulbus während der Bauzeit gar nicht an der Hauptstraße hält. "Wir sind überhaupt nicht informiert worden. Hätte nicht eine Nachbarin eigenständig beim Busunternehmen angerufen, hätten die Kinder womöglich an der gewohnten Haltestelle morgens vergeblich auf den Schulbus gewartet."

Nun müssen die Kleinen eine halbe Stunde auf einem einsamen holprigen Kopfsteinpflasterweg bis ins Dorf zur nächsten Haltestelle laufen und dabei auch immer die Baustelle überqueren, auf der schwere Maschinen arbeiten. "Muss erst etwas passieren? Ich muss morgens schon um 6 Uhr zur Arbeit und kann die Kinder nicht fahren. Ich verstehe nicht, warum man die Siedlung wochenlang ersatzlos vom öffentlichen Linienverkehr abschneidet und uns nicht einmal darüber informiert. Welche Auswirkungen die Sperrung auch für uns Anlieger hat, wurde überhaupt nicht beachtet. Man hat uns einfach vergessen", ärgert sich Viola Stoewhaas. Ihre Anfragen und Beschwerden bei der PVG, bei der Stadt und dem Schulverwaltungsamt als Träger des Schülerverkehrs blieben ungehört. "Die einzige Antwort, die man uns gab, war die, dass der Fußweg nicht zwei sondern nur 1,8 km betrage und damit zumutbar für die Kinder wäre. Das finde ich sehr zynisch. Die Kinder sind schon kaputt, wenn sie morgens in der Schule ankommen."

Und nicht nur die Schulkinder sind die Leidtragenden. Auch die älteren Bewohner der Siedlung fühlen sich abgeschnitten. Um in die Stadt zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen, müssen auch Senioren nun knapp zwei Kilometer über Stock und Stein zur nächsten Haltestelle laufen.

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