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Bildungsministerin informierte sich an der Grundschule Grüntal

Lob von allen Seiten

2.9.2011, Grundschule Grüntal: Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (Mitte) besuchte Grundschule und diskutierte mit Schülern, Lehrern und Eltern zur Inklusion
2.9.2011, Grundschule Grüntal: Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (Mitte) besuchte Grundschule und diskutierte mit Schülern, Lehrern und Eltern zur Inklusion © Foto: Sabine Rakitin
Sabine Rakitin / 05.09.2011, 19:40 Uhr
Grüntal (MOZ) Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) hat es mit ihren Plänen, Förderschulen abzuschaffen und lernbehinderte Kinder in die Grund- und Oberschulen zu integrieren, nicht überall so einfach wie in Grüntal. Die kleine Grundschule mit 210 Schülern und 19 Lehrern lebt Integration. Seit 2001 gibt es an ihr Flex-Klassen. Sie war die erste Schule im Barnim, „die einen Sonderpädagogen mit an Bord hatte“, erklärt Rektor Klaus Blanck. Zurzeit lernen an der Schule zehn Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Insofern stöß die Bildungsministerin in Grüntal Ende der vergangenen Woche nicht auf solche fundamentale Kritik von Lehrern und Eltern, wie sie ihr sonst im Land entgegenschlägt. Sie ist in den Barnimer Ort gekommen, um sich zu informieren, „wie funktioniert so eine kleine Schule in so einem kleinen Dorf“. In der Diskussion mit Schülern, Lehrern und Eltern nach einem Rundgang durch die Einrichtung hört sie nur Lob. „Kinder, die im Unterricht nicht so mitkommen, werden anders bewertet“, erzählt eine Sechstklässlerin. Und sie würden auch Einzelunterricht erhalten. „Bremsen Sie Euch?“, will die Ministerin wissen. „Nein“, sagen die Kinder.

Lob für die Schule kommt auch von den Eltern. „Das ist wirklich super hier“, sagt eine Mutter, deren Sohn zuvor eine andere Grundschule besucht hat. In Grüntal sind die naturwissenschaftlichen Fächer zu einer Einheit zusammengefasst, die gesellschaftswissenschaftlichen auch. Es gibt Medienunterricht, und der Werkunterricht aus DDR-Zeiten wurde wiederbelebt. „Wir sind in den Klassenräumen besser aufgestellt als die Schule von außen aussieht“, sagt Rektor Blanck.

„Wenn die personelle Situation gut ist, die Klassen klein sind, tut das auch den Eltern gut“, bemerkt die Ministerin. Das ist das Stichwort für die Lehrer. Im vergangenen Jahr waren zwei ihrer Kollegen sehr lange Zeit krank, darunter die Sonderpädagogin. Jetzt gibt es wieder eine Langzeitkranke, deren 24 Unterrichtsstunden die anderen vertreten müssen. Das Durchschnittsalter des Kollegiums liege weit über 50 Jahre, sagt Klaus Blanck. Zum Ende des Jahres gehe die zweite Flex-Kollegin in den Ruhestand. „Wenn da nicht hochqualifizierter Ersatz kommt, ist Flex gefährdet“, stellt er fest.

Doch damit sieht es schlecht aus, weiß Schulrätin Bärbel Röseler. „Wir haben im Moment niemanden, der Flexlehrer ausbildet“, bemerkt sie. Und eine Lehrerin sagt an die Ministerin gewandt: „Jedes Kind soll nach seinen Fähigkeiten gefordert werden. Dann müssen Sie auch die Voraussetzungen dafür schaffen!“

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