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Gransee: Rechtsanwalt bedrohte 16-jährigen Kanufahrer mit Gewehr

26.07.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 26.07.2011, 06:13
baumgarten/gransee () Baumgarten/Gransee - Schon seit einigen Jahren hängt der Haussegen in Baumgarten schief. Hintergrund hierfür ist der Verkauf des Kirchsees vor ein paar Jahren an einen Bonner Investor. Von Georg-Stefan Russew

Seitdem ihm das Gewässer gehöre, sei das Klima in Baumgarten vergiftet, berichten Anwohner. „Mittlerweile ist das Texas-gleich, was hier passiert“ berichtete der Baumgartener Harald Kuhn. Am Wochenende habe der Streit um Nutzungsrechte einen neuen Höhepunkt erreicht, als Rechtsanwalt Rainer G. einen jugendlichen Kanufahrer auf seinem See entdeckte. Wie wild soll er am Ufer auf und ab gelaufen sein. Quer über den See soll er dann gebrüllt haben, dass der Junge sofort mit seinem Boot zu verschwinden habe. Der Kirchsee sei sein Eigentum. Da habe keiner etwas ohne seine Genehmigung zu suchen.

Nach Polizeiangaben habe der 16-Jährige sofort reagiert und habe das Ufer mit seinem Kanu angesteuert. Weil ihm aber heftiger Gegenwind entgegenblies, dauerte es eine Zeit lang, bis der Junge vorwärts kam. „Als es ihm zu lange dauerte, hat der Seebesitzer einfach ein Gewehr geholt“, berichtete Kuhn. Die Polizei bestätigte und ergänzte, dass der Rechtsanwalt auf das Kanu bereits angelegt hatte. Weil der Vater des Jungen das Treiben des Juristen mitbekommen und beherzt eingegriffen hatte, konnte Rainer G. gestoppt werden. Laut Kuhn habe der Vater das Gewehr wegreißen und die Polizei verständigen können.

In der Zwischenzeit habe sich G. aus dem Staub gemacht, konnte aber später in Klosterheide dingfest gemacht werden. Er soll alkoholisiert gewesen sein. Er wurde mit auf die Wache Gransee mitgenommen, konnte sie aber nach einer Befragung wieder verlassen. Laut Polizei habe es sich bei der Waffe um ein Luftgewehr gehandelt. Gegen den Juristen wird wegen Bedrohung und einer Trunkenheitsfahrt ermittelt. Laut Kuhn führe sich der Seebesitzer schon seit einiger Zeit so ungebührend auf. Deshalb hätten sich Baumgartener an Amtsdirektor Frank Stege gewendet, damit in der Sache endlich etwas unternommen werde.

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