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Umweltamt beauftragt Firma, um Pferdemist vom Gnadenhof abzutransportieren

16.08.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 16.08.2011, 06:13
lobeofsund () Lobeofsund (zig) – Nachdem Rita Rapp auch nach Monaten den gesammelten Pferdemist von ihrem Grundstück nicht entfernt hat (dmo berichtete), schreitet nun die Umweltbehörde des Landkreises ein.

Denn am Dienstag endete die von dem Amt gesetzte Frist für die Gnadenhof-Besitzerin. Da der mannshohe Fäkalien-Berg jedoch immer noch unangetastet auf Rapps Hof liegt, beauftragt nun der Kreis eine Firma mit der Entsorgung. Dies wurde gestern vom Amt erklärt.

Demnach wird der Misthaufen noch in diesem Monat entsorgt. Die Kosten dafür würden aber nicht die Steuerzahler tragen müssen. Vielmehr erhalte Rapp im Anschluss eine Rechnung, die sie dann zu begleichen habe. „Wir werden danach alle Mittel, die uns das geltende Recht zur Verfügung stellt, nutzen, um das verauslagte Geld wiederzubekommen“, erklärte eine Mitarbeiterin der Umweltbehörde. Notfalls sei daher sogar eine Pfändung denkbar.

Rita Rapp sieht sich derweil immer noch im Recht. Deswegen hat sie auch eine Anzeige gegen den stellvertretenden Amtstierarzt Dr. Ralf-Peter Roffeis eingereicht, der ihr als Vertreter des Veterinäramtes Auflagen zur Pferdehaltung erteilt hatte. Während Rapp ihm in der Anzeige Amtsanmaßung sowie -missbrauch vorwirft, ermittelt die Staatsanwaltschaft in dem Fall wegen Beleidigung. Derzeit dauerten aber die Vorermittlungen noch an, erläuterte Gerhard Grüber, Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft in Neuruppin. Erst in schätzungsweise drei Monaten sei mit einem abschließenden Ergebnis zu rechnen.

Roffeis kann die Vorwürfe von Rapp nicht nachvollziehen und hat sich selbst auch nichts vorzuwerfen. „Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Dabei wurde immer versucht, Frau Rapps Belange zu berücksichtigen. Daher hat sie auch kein totales Pferdehaltungsverbot erhalten“, verteidigt er sich gegen den Vorwurf des Amtsmissbrauchs. „Wir haben mit Augenmaß reagiert und unsere Kompetenzen nicht überschritten“, so Roffeis.

Das sieht die Rentnerin aber entschieden anders. Sie besteht darauf, dass sie ihre insgesamt 16 Pferde nach dem derzeit erfolgten Ausbau der Ställe komplett zurück erhält. Erlaubt sind ihr aber nur noch vier Tiere.

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