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Landrat Bodo Ihrke besuchte gestern die Firma Berec Recycling GmbH in Löhme

Aus Granulat wird eine Plastiktüte

Im Gespräch: Landrat Bodo Ihrke (SPD, 2.v.r.) lässt sich von Geschäftsführerin Claudia Grupe die Anlage erklären. Mit dabei Werneuchens Bürgermeister Burkhard Horn, Mario Grupe und Günther Engelmann (v.l.).
Im Gespräch: Landrat Bodo Ihrke (SPD, 2.v.r.) lässt sich von Geschäftsführerin Claudia Grupe die Anlage erklären. Mit dabei Werneuchens Bürgermeister Burkhard Horn, Mario Grupe und Günther Engelmann (v.l.). © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 05.10.2011, 21:52 Uhr - Aktualisiert 06.10.2011, 08:45
Löhme (MOZ) Die Firma wurde mehrfach ausgezeichnet, ist innovativ und ein echtes Familienunternehmen: Die Berec Recycling GmbH schreibt eine Erfolgsgeschichte. Davon konnte sich gestern auch Landrat Bodo Ihrke (SPD) überzeugen.

Etwas abseits, am Rande von Löhme, hat der kleine Betrieb seinen Sitz. Der Name des Werneuchener Ortsteils dürfte jedoch weithin bekannt sein – zumindestens in der Branche. Schließlich liefert Berec seit vielen Jahren sogenanntes Plastikgranulat für Firmen in vielen Ländern Europas. Erfahrungen auf dem Gebiet der Wiederverwendung und Weiterverarbeitung von Kunststoffen hat das Unternehmen dabei schon 40 Jahre. So richtig durchstarten konnte Günther Engelmann jedoch erst nach der Wende. Inzwischen hat er die Firma an Tochter Claudia Grupe übertragen.

„Noch vor einigen Jahren haben 36 Firmen das gemacht, was wir machen. Derzeit sind es nur noch zwei“, konnte Engelmann nicht ohne Stolz dem Barnimer Landrat berichten. Im Markt sei überdies eine große Bewegung. Das Thema „Ressourceneffizienz“ werde immer wichtiger. Auch technologisch tue sich etwas, so Engelmann.

Die Berec Recycling GmbH bereitet Folien aus dem gewerblichen Kreislauf auf. Die gepressten Ballen kommen über das Verwerte-System aus der gesamten Bundesrepublik nach Löhme. Hier wird die Folie vorsortiert, gewaschen, zerkleinert und gemahlen. Schließlich erhält man eine gesäuberte Kunststoffmasse. „Die Altfolie wird so aufbereitet, dass daraus wieder Folie in ausgezeichneter Qualität hergestellt werden kann“, sagte Geschäftsführerin Grupe. Dieser Prozess sei durchaus kompliziert, handele es sich doch um ein sehr dünnes Material. Darüber hinaus müssten auch Fremdkunststoffe entfernt werden. „Das Know-How haben wir uns im Laufe der Jahre angeeignet“, so die junge Unternehmerin. Die Maschinen wurden dabei nicht „von der Stange“ gekauft, sondern den jeweiligen Erfordernissen angepasst. „Auch heute tüfteln wir immer noch“.

Seniorchef Engelmann wies auch darauf hin, dass die Ausbildung der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle spielt. „Als wir anfingen, hatten wir natürlich noch nicht die notwendigen Fachleute“, so Engelmann. Die Region sei schließlich landwirtschaftlich geprägt gewesen. „Alles musste neu gelernt werden“, so der Firmengründer.

Zwei Sorgen, auch das wurde im Gespräch mit Landrat Ihrke deutlich, beschäftigentrotz guter Wachstumschancen das Unternehmen. Zum einen der steigende Strompreis. „Wir verbrauchen als kleiner Betrieb nicht so viel Energie, um von der EEG-Abgabe befreit zu werden“, sagte Claudia Grupe. Zum anderen machen die Chinesen der Berec Recycling GmbH zu schaffen. Das Land in Fernost kauft nämlich immer mehr Wertstoffe auf. Dort werden sie dann – billig – von Hand aufbereitet. Die Folge ist, dass die Preise sinken.

Bei Berec sind die Probleme aber da, um sie zu lösen. So will man sich auch auf den erworbenen Lorbeeren auch künftig nicht ausruhen, sondern weiter innovative Lösungen finden. So wird es beispielsweise eine Vereinbarung mit der TU Berlin geben, in der es um Kostensenkungen und neue Technologien geht. Auch mit der TU im brandenburgischen Cottbus sei man im Gespräch, wie Günther Engelmann verriet.

Landrat Ihrke lobte nach seinem Besuch die „Innovationskraft kleiner Betriebe“. Es sei immer wieder erstaunlich, was dort geleistet werde, betonte der SPD-Politiker. Das Löhmer Unternehmen sei auch ein gutes Beispiel dafür, dass auch mittelständische Firmen durchaus einen Nachfolger finden können, so Ihrke.

Berec beschäftigt 22 Mitarbeiter, bisher wurden mehr als fünf Millionen Euro investiert.

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