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Berliner Pianist Ulrich Eckhardt spielt in Glambeck eindrucksvolle Werke von Bach und Söhnen

Musikalisches Zeugnis vom Spätbarock zur Frühklassik

Ulrich Eckhardt aus Berlin spielt Bach,
Ulrich Eckhardt aus Berlin spielt Bach, © Foto: Matthias Wagner
monika schmidt / 16.10.2011, 16:59 Uhr
Glambeck (maw) Wieder reiht sich eine Perle an die Kette der musikalischen Juwelen, die in der kleinen Fachwerkkirche zu hören sind. Am Sonnabend gastierte dort Ulrich Eckardt aus Berlin und spielte Werke von Johann Sebastian Bach und seinen vier Söhnen Johann Christoph Friedrich, Johann Christian, Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel. Mehr als 60 Gäste waren gekommen, um dem gut anderthalbstündigen Konzert zu lauschen. Anhand des Schaffens der Bach-Familie ließ sich der Übergang von der komplexen und streng polyphonischen Klangwelt des Barock hin zum melodisch-romantischen Stil der frühen Klassik besonders gut veranschaulichen. Gerade die Bach-Söhne haben an der stilistischen Entthronung ihres Vaters großen Anteil. Nicht zuletzt verband Johann Christian Bach aus seiner Zeit in London, eine enge Beziehung zu dem erheblich jüngeren Wolfgang Amadeus Mozart.

Wenngleich die Anlagen des musikalischen Epochenwechsels bereits bei Johann Sebastian Bach erkennbar waren, was deutlich aus der von Ulrich Eckardt für den Abschluss des Konzertes ausgewählten Chromatischen Fantasie und Fuge aus dem Jahre 1720 hervorging. „Er war eben doch der Größte“, sagte Eckardt am Ende seines mit anhaltendem Applaus bedachten Auftrittes in Glambeck. Überhaupt zeigte Eckhardt in seinen, zwischen den einzelnen Stücken eingestreuten Erläuterungen, sehr verständlich und nachvollziehbar, den musikalischen Epochenwechsel vom Barock zur Klassik. Tonal kam ihm der voll tönende und grundtonstarke Flügel dabei sehr entgegen. „Allerdings ist er auch nicht einfach zu bespielen“, erklärte Eckhardt. Den oft in Bezug auf das Werk Bachs erhobenen Vorwurf der sogenannten „gelehrten Musik“, wies der Berliner Pianist entschieden zurück. „Mir hat es sehr gut gefallen. Ich könnte noch stundenlang zuhören“, sagte Dr. Ursel Schache aus Zerpenschleuse, die bereits zum dritten Mal einem Konzert in Glambeck beiwohnte.

Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Erhalt des historischen Konzertflügels von Theodor Steinweg aus dem Jahre 1860 zu Gute. Heimtraud Eichhorn, Organisatorin der „Glambecker Claviermusiken“ erklärte, dass die Konzertreihe im kommenden Jahr ihre Fortsetzung findet.

Nähere Informationen unter www.glambeck-schorfheide.de

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