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Ministerium erteilt Baugenehmigung für umstrittenen Sendeturm in Blumberg

Polizei baut Funkmast

Prägt das Dorfbild: die Kirche von Blumberg. Einige Dorfbewohner befürchten, dass dieser Anblick von einem Polizeifunkmast beeinträchtigt werden könnte. Jetzt steht fest, der den Kirchturm überragende Mast wird gebaut.
Prägt das Dorfbild: die Kirche von Blumberg. Einige Dorfbewohner befürchten, dass dieser Anblick von einem Polizeifunkmast beeinträchtigt werden könnte. Jetzt steht fest, der den Kirchturm überragende Mast wird gebaut. © Foto: MOZ
Eva-Martina Weyer / 26.10.2011, 18:59 Uhr - Aktualisiert 26.10.2011, 19:02
Blumberg (MOZ) Das Infrastrukturministerium hat jetzt die Baugenehmigung für einen Polizeifunkmast in Blumberg erteilt. Damit ist der zweite Funkturm der Polizei im Amt Gartz bestätigt. Doch während die eine Anlage quasi durchgewinkt wurde, regte sich bei den Blumbergern Protest.

Der Funkmast in Gartz soll an der alten BMX-Strecke am Ortsausgang in Richtung Tantow entstehen. Das haben Bauausschuss und Stadtverordnete öffentlich diskutiert und mehrheitlich beschlossen. Ganz anders der Fall Blumberg. Ein prall gefüllter Aktenordner sortiert beim Gartzer Amtsdirektor Frank Gotzmann die seit 2009 schwelende Problematik.

Die Brandenburger Polizei will einen digitalen Funkbetrieb aufbauen. Dieser soll das Analogfunknetz für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ablösen. Die Einsatzkräfte könnten dann miteinander kommunizieren, was zurzeit nicht möglich ist. Für den digitalen Funkbetrieb sind Türme notwendig, die sich wie in einem wabenförmig ausgelegten Netz über das ganze Land verteilen müssen.

Dieses Netz gibtvor: Ein Turm muss nach Blumberg. Doch die Suche nach dem exakten Standort gestaltete sich kompliziert. Frank Gotzmann versichert aber: „Das Verfahren ist rechtsfehlerfrei gelaufen.“ Es habe Einwohnerversammlungen, Informationsabende und Gemeindevertretersitzungen gegeben.

Dennoch sprachen sich 137 Blumberger mit ihrer Unterschrift dagegen aus, dass in Dorfnähe ein 55 Meter hoher Mast für den Digitalfunk errichtet wird. Das verschandele den Anblick denkmalgeschützter Anlagen im Ort, argumentierten sie.

„Wir wehren uns nicht grundsätzlich gegen einen Funkmast“, sagte Henning von der Osten im Sommer 2010. Er forderte aber die Planungsbehörden auf, den Standort zu suchen, der den geringsten Schaden anrichtet.

Frank Gotzmann indes lobt die Planer: „Das muss man dem Zentraldienst der Polizei zugutehalten, dass er sich um Alternativen bemüht hat. Die Polizei konnte aus Übertragungsgründen aus dem Wabennetz nicht heraus. Aber innerhalb der Wabe haben die Mitarbeiter sehr unterstützend gewirkt.“

Zehn Standorte in Blumberg, darunter auch in der Nähe von Wohnhäusern, seien intensiv und vor allem öffentlich beraten worden. Es habe Vorschläge von der Polizei und von Dorfbewohnern gegeben. Letztendlich hat die Gemeindevertretung mit zehn von zwölf Stimmen für den Funkmast gestimmt.

Als Standort wurde dieSchneidermühler Straße hinter dem ehemaligen volkseigenen Gut benannt. Dieser Standort sei abseits der Wohnbebauung und entfernt vom alten Dorfkern mit Kirche und Schloss, sagen die Befürworter. Letztendlich werde der Turm von überallher gesehen – egal, wo er steht.

Dieses gemeindliche Einvernehmen war für das Infrastrukturministerium der entscheidende Fingerzeig für die Baugenehmigung.

Dabei ist neuerdings nicht ganz klar, ob die einst 170 geplanten Sendemasten im Land tatsächlich errichtet werden. Eine sogenannte optimierte Planung sagt jetzt, man brauche nur noch 140 Funktürme. Die Gegner hoffen nun, dass Blumberg auch weiterhin von einem Funkmast verschont bleibt.

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