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Umweltbehörde reagiert auf Anzeige / Kreisveterinär will Gesundheitszustand der Pferde überprüfen lassen

18.04.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 18.04.2011, 06:13
lobeofsund () Lobeofsund (zig) – Am Gnadenhof in Lobeofsund scheiden sich die Geister. Die einen wollen der 71-jährigen Besitzerin Rita Rapp helfen, andere sind entsetzt über den Zustand der Tiere und des gesamten Umfeldes.

Einer der Punkte, weswegen das Umweltamt des Kreises nun in Sachen Gnadenhof aktiv werden muss, ist die große Ansammlung von Pferdemist auf dem Grundstück. Nach Aussagen von zwei Mitarbeitern – darunter eine gelernte Pferdewirtin – hätten bei ihrer Ankunft vor rund zwei Wochen die Pferde in ihren eigenen Fäkalien in den Boxen gestanden. Sie seien unterernährt und vermutlich stark verwurmt.

Rapp hingegen behauptet, dass die Boxen täglich gereinigt würden. Mit der Tätigkeit der beiden vom Arbeitsamt bezahlten Kräfte, die am Freitag ihren letzten Einsatztag hatten, ist sie nicht zufrieden. „Sie haben die Arbeit gemacht, aber viel zu gründlich und langsam“, meint sie. „Wofür ich eine halbe Stunde gebraucht haben, dafür haben sie gleich mehrere Stunden benötigt.“

Das wollen die beiden aber nicht auf sich sitzen lassen. „Wir haben die Ställe zum ersten Mal seit langem richtig gereinigt.“ Zu den weiteren Aufgaben, die sie auf dem Hof erledigten, zählte das Füttern der Tiere und das Aussortieren von verschimmeltem Heu mit bloßen Händen. Beide glauben nach nur zwei Wochen Arbeit auf dem Hof, dass Rapp mit der artgerechten Haltung und Pflege der 16 Tiere schlichtweg überfordert ist.

Grund zu der Annahme besteht, immerhin verfügt Rapp nicht über landwirtschaftliche Technik, die die körperliche Belastung verringern würde. Zudem erklärte die 71-Jährige gestern, dass sie wegen eines Wirbelsäulenbruchs zur Behandlung im Krankenhaus in Neuruppin gewesen sei. Und das war nicht ihre erste Verletzung an dieser Stelle. Keine gute Voraussetzung also, um schwere Heuballen zu bewegen oder Ställe auszumisten.

„Im Augenblick habe ich wieder eine Hilfskraft, die mir hilft“, so Rapp, die erklärt, für ihre Tiere alles zu tun. Sie weist auch die Vorwürfe, ihren Tieren gehe es gesundheitlich nicht gut, weit von sich. Doch der Zustand der Pferde hat das Veterinäramt bereits mehrfach auf den Plan gerufen. Zwar wurde die Räumung am Freitag vorerst noch abgewendet, doch der Hof bleibt weiterhin im Fokus der Behörden. „Wir sind weiterhin am Ball“, versicherte Dr. Ralf-Peter Roffeis vom Veterinäramt des Kreises. So sei am Freitag lediglich überprüft worden, ob die Versorgung der Tiere gesichert ist. Eine tiefergehende Prüfung des Zustands der Pferde war jedoch kurzfristig nicht möglich.

Das soll nun in den kommenden Tagen nachgeholt werden. „Wenn das Gros der Pferde in einem guten Zustand ist, brauchen wir erst einmal nicht aktiv zu werden“, so Roffeis. Doch das müsse das Ergebnis der Tests zeigen, die demnächst anstehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Behörden einen Hof von Rapp genauer unter die Lupe nehmen. So ist sie vom Amtsgericht Schwedt verurteilt worden, weil sie auf ihrem Gnadenhof Faanjo in der Uckermark zwischen 2004 und 2005 ihre Hunde, Katzen und Pferde unzureichend versorgt und nicht artgerecht gehalten haben soll. Das Urteil beinhaltete eine Geldstrafe in Höhe von 3 000 Euro sowie ein zweijähriges Halteverbot für Hunde. Zu dem Verfahren kam es, weil Rapp von Tierschützern angezeigt worden war.

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