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Auflagen für Gnadenhof von Rita Rapp in Lobeofsund / Zwölf Pferde abgeben / Halteverbot droht bei Weigerung

29.04.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 29.04.2011, 06:13
lobeofsund () Lobeofsund (zig) – Rita Rapp, die in Lobeofsund einen Gnadenhof für Pferde betreibt, sieht sich selbst als Opfer einer Verschwörung. Weder am Zustand der Pferde, noch am Zustand des Grundstücks gibt sie sich selbst die Schuld.

„Es ist alles ein Intrige, genau wie 2005“, erklärte sie gestern. Denn seinerzeit musste sie ihren Gnadenhof Faanjo in Friedrichsfelde in der Uckermark schließen, nachdem sie von Tierschützern angezeigt worden war.

Ähnliches zeichnet sich nun wieder ab. Wie der Ostprignitz-Ruppiner Amtstierarzt Dr. Matthias Rott erklärte, wurde am Freitag eine Verfügung erlassen. Diese sieht vor, dass Rapp lediglich vier ihrer derzeit 16 Pferde behalten darf. Dies auch nur unter der Voraussetzung, dass Rapp nachweist, die Pferde tierschutzgerecht halten und pflegen zu können. Die Abgabe der zwölf Tiere dürfe zudem nur mit dem Einvernehmen des Kreises geschehen.

„Wir hoffen auf Einsicht“, äußerte Rott. Sollte sich Rapp jedoch weigern, der Aufforderung nachzukommen, droht ihr gar ein komplettes Pferdehaltungsverbot. Nun hat sie aber erst einmal bis zum Ende Mai Zeit, die Pferdepässe zu besorgen, die eindeutig Auskunft über die Herkunft eines jeden Tieres geben. Auch das Chippen der Tiere muss noch erfolgen. Dabei werden sie – ähnlich wie Hunde – mit elektronischen Marken versehen.

Das Kreisveterinäramt hatte dem Gnadenhof Mängel in der Pflege und der Haltung der Tiere attestiert (dmo berichtete). So seien bis auf vier Boxen die Stallanlagen nicht für die Pferde geeignet. Bei einem Drittel der Tiere sei der Ernährungszustand schlecht gewesen. Eine Kontrolle vor Ort hätte zudem ergeben, dass weder Rapp noch ihre derzeit beschäftigte Hilfe in der Lage seien, sich um die 16 Pferde sach- und artgerecht zu kümmern.

All das will Rapp nicht gelten lassen. „Die Pferde sind in Ordnung“, behauptete sie gestern noch einmal. Dass einige Tiere abgemagert seien, sei nach einem Winter, in dem es weniger zu fressen gab, völlig normal. Daher habe sie die Angelegenheit an ihren Anwalt übergeben. Überhaupt sieht Rapp sich missverstanden. „Ich tue alles für meine Pferde“, betonte sie und kündigte daher an, der Anweisung des Kreises, die Tiere abzugeben, nicht nachkommen zu wollen. Auch die Auflage des Umweltamtes, den Pferdemist zu entsorgen, sei nicht ihr Problem, da ihr das Grundstück nicht gehöre. Die Vorbesitzerin des Hofes habe dort bereits Pferde gehalten. Dass es keine Grundplatte auf dem Hof gebe, die verhindert, dass Stoffe aus dem Mist in Boden oder Grundwasser gelangen, sei somit auch nicht Rapps Schuld. Die Gnadenhofbesitzerin gibt aber gleichzeitig zu, dass der Misthaufen durch die von ihr gepflegten Tiere verursacht wurde.

Was mit den Pferden geschehen wird, die nicht länger auf Rapps Hof bleiben dürfen, lässt sich noch nicht absehen. Denn unterernährte Pferde aufzupäppeln, ist wesentlich zeit- und kostspieliger, als es im Normalfall ohnehin schon wäre.

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