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Held ohne Happy End

Nicht zu bremsen: Rechtsaußen Bastian Decker vom Handball-Verbandsligisten Forst Borgsdorf traf im Pokalspiel gegen den MTV Altlandsberg 14-mal ins Tor. Schirmer
Nicht zu bremsen: Rechtsaußen Bastian Decker vom Handball-Verbandsligisten Forst Borgsdorf traf im Pokalspiel gegen den MTV Altlandsberg 14-mal ins Tor. Schirmer © Foto:
Jürgen Zinke / 21.11.2011, 17:00 Uhr - Aktualisiert 21.11.2011, 17:35
Borgsdorf (MZV) Er ist so etwas wie die tragische Figur in einem Drama. Außenspieler Bastian Decker vom Handball-Verbandsligisten Forst Borgsdorf zeigte im Landespokal gegen den MTV Altlandsberg (41:42 n.V.) eine großartige Leistung. Doch eine Sekunde vor Ende der zweiten Verlängerung vergab er einen Siebenmeter. Der FSV schied aus.

Bastian Deckers Blick zeigte Entschlossenheit. Die reguläre Spielzeit war so gut wie zu Ende. Ein Siebenmeter sollte die letzte Aktion in einer an Dramatik nicht zu überbietenden Pokalbegegnung sein. Der 31-Jährige stellte sich der Verantwortung. Er ging zum Punkt, täuschte kurz an und warf den Ball zum Entsetzen der heimischen Fans an den rechten Pfosten.

„Ich war so aufgeputscht, weil ich die Situation, die zum Siebenmeter führte, rausgeholt hatte“, erinnert sich Decker. „Da habe ich mir gedacht: Den machst du jetzt auch noch rein.“ Tat er aber nicht. Der Rechtsaußen avancierte in diesem Drama zum tragischen Helden. Mit 14 Toren war er nicht nur Borgsdorfs bester Schütze, sondern auch einer der besten Spieler auf dem Feld. Mit dem abschließenden Strafwurf hätte er die Mannschaft von Trainer Robert Plessow in das abschließende Siebenmeter-Werfen hinüberretten können. „Ich hatte die letzten drei Siebenmeter gegen den MTV alle versenkt. Also war ich mir sicher, erneut ins Schwarze zu treffen“, sagte Decker, der mit zwölf Jahren beim BSC Rehberge in Berlin das Handballspielen lernte.

Doch Vorwürfe von seinen Mitspielern gab es trotz aller Enttäuschung nicht. „Die Jungs sind alle zu mir gekommen, haben mich in den Arm genommen und aufgemuntert“, erklärte Decker die Situation nach dem Schlusspfiff. Der Vater einer Tochter konnte gestern schon wieder lachen. „Das Spiel hat mir super Spaß gemacht, die Stimmung in der Halle war toll.“ Grund genug, sich in Gelassenheit zu üben.

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