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Beauregarder fordern Öffnung gesperrter Verbindungsstraße / Barnimer Busgesellschaft kann Haltestelle nicht anfahren

Einwohner warten auf Antwort

Geben nicht auf: Tino Pakura (l.) und Jürgen Köhler, Selbstständige aus Beauregard, stehen an der gesperrten Verbindungsstraße. Hinter den Warnbaken befindet sich die Bushaltestelle Alter Bahnhof, die seit August nicht mehr angefahren wird.
Geben nicht auf: Tino Pakura (l.) und Jürgen Köhler, Selbstständige aus Beauregard, stehen an der gesperrten Verbindungsstraße. Hinter den Warnbaken befindet sich die Bushaltestelle Alter Bahnhof, die seit August nicht mehr angefahren wird. © Foto: Sören Tetzlaff
Sabine Steinbeiß / 06.12.2011, 07:08 Uhr
Beauregard (MOZ) Die gesperrte Verbindungsstraße zwischen Beauregard und Thöringswerder sorgt weiter für Diskussionen. Die Barnimer Busgesellschaft (BBG) wartet auf eine Antwort aus der Stadtverwaltung Wriezen. Eine Bürgerinitiative und 14 Stadtverordnete fordern die sofortige Öffnung.

Das Geschehen mutet wie eine Farce an: Mitarbeiter des Bauhofes fahren allabendlich von Wriezen nach Beauregard. Dort werden die zur Seite geräumten Warnbaken wieder quer über die gesperrte Verbindungsstraße geschoben, auch am anderen Ende bei Thöringswerder. Am Morgen räumt der Erste diese wieder zur Seite, damit die Strecke befahren werden kann.

Der Grund für dieses Spiel ist die seit Mitte August ausgesprochene Vollsperrung der Gemeindestraße. Der Ortsvorsteher von Altwriezen/Beauregard, Hans-Ulrich Kropp, hatte im Sommer auf Schäden an Straße und Bankette hingewiesen. Innerhalb weniger Tage war die Strecke mit Schildern, Warnbaken und Sandhaufen versehen - letzteres ist teilweise wieder breit gefahren.

"Wir sind zuerst von einer Havarie ausgegangen, die innerhalb weniger Tage beseitigt ist", sagte Alexander Greifenberg, Verkehrsleiter bei der Barnimer Busgesellschaft (BBG) in Eberswalde. Denn seit der Vollsperrung müssen die Busse hin und zurück über die kreisliche Dammstraße fahren, die sich in einem viel schlechteren Zustand befindet.

Weil es seinen Worten nach keine Wendestelle in Beauregard gibt und die Fahrer nicht ohne Einweiser rückwärts fahren dürfen, müssen die Fahrgäste an der Haltestelle Altwriezen aussteigen und durch das ganze Dorf laufen. "Die Haltestelle Beauregard Alter Bahnhof kann von uns nicht angefahren werden."

Der Verkehrsleiter ist unglücklich darüber, dass man nur noch über die Dammstraße fahren kann. Er hat Bedenken vor dem Winter. Weil die Sicherheit vorgehe, könne es passieren, dass die Fahrer bei sehr schlechten Bedingungen diese Strecke nicht mehr nutzen können. "Wir haben einen Brief an die Stadtverwaltung Wriezen geschrieben, aber bislang keine Antwort bekommen", so Alexander Greifenberg. Er sei über diese Haltung sehr erstaunt, hoffe aber auf eine baldige Öffnung der Straße.

Auch die Einwohner von Beauregard und Wriezen sind mit dem Gebaren der Verwaltung nicht einverstanden. "Wir haben als Bürgerinitiative einen offenen Brief geschrieben, den 74 Einwohner unterzeichnet haben", sagte Jürgen Köhler. Bis heute sei keine Antwort auf die Forderung der sofortigen Öffnung eingegangen. Auch die Art und Weise der Sperrung empört. "Nachts stand ich plötzlich vor einer Vollsperrung. Eine Umleitung ist bis heute nicht ausgeschildert. Ich kenne mich aus, aber was sollen Auswärtige machen?"

Seit der Vollsperrung müsse er wie viele andere auch die Dammstraße benutzen. Das bedeutet einen Umweg von fünf Kilometern - jeden Tag, oft mehrmals. Jürgen Köhler muss ein halbes Jahr vorher die Kostenvoranschläge für seinen Fahrdienst erstellen. "Wer bezahlt mir den Umweg?" Auch Tino Pakura, selbstständiger Handwerker für Heizung und Sanitär in Beauregard, rumpelt mit seinem Werkstattwagen über den Damm. "Die Belange der Gewerbetreibenden spielen keine Rolle", sagt er. Resignieren wollen beide nicht. Sie hoffen auf die Stadtverordneten.

In der jüngsten Sitzung ging ein überfraktioneller Antrag zur sofortigen Öffnung der Straße mit 14 Ja-Stimmen über die Bühne. Bislang habe man noch nichts aus dem Rathaus gehört. "Wir werden nächste Woche wieder zur Stadtverordnetenversammlung nach Wriezen fahren", kündigen beide an. Tino Pakura fasste es in drastischere Worte. "Schade, dass keine Bürgermeisterwahlen anstehen. Dann würde es eine schnellere Lösung geben", betonte der Beauregarder. Eigentlich wolle keiner etwas Böses, aber man müsse eine Lösung finden, sind sich beide einig. Die Straße muss repariert und geöffnet werden, lautet ihre Forderung.

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