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Seelow (MOZ) Das Landesumweltamt und der Katastrophenschutz des Landkreises erwarten nicht, dass es aufgrund der Tieffrostperiode zu Problemen am Deich kommt. Dennoch seien nach bisherigem Ermessen sämtliche Vorkehrungen getroffen, um bei einem Eishochwasser gewappnet zu sein.
"Wir haben uns genau mit der Situation beschäftigt. Die Eisstandsgrenze ist noch an der Schwedter Querfahrt. Wir haben zudem das Glück, dass nicht so viel Schmelzwasser aus den Bergen zu erwarten ist", erklärt Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes, zur Situation. Von der Hochwasseralarmstufe 1 sei man im Oderbruch noch weit entfernt. Mit den Bauleitern der Deichbaustelle Mitteldeich Hohensaaten stehe er in Kontakt. Dort würden alle Vorkehrungen getroffen, falls die Lage doch kritisch werden sollte.
Hartmut Sommer und Martin Zohles vom Katastrophenschutz des Landkreises gestehen, dass sie mit einem deutlich besseren Gefühl in die Odereiszeit gehen, als das noch 2010/11 der Fall war. Das liege vor allem an der guten Vorbereitung. Das Winterhochwasser vor zwei Jahren, bei dem es durch den gefährlich angegriffenen Mitteldeich zwischen Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße und der Stromoder beinahe zur Katastrophe gekommen wäre, sei gründlich ausgewertet worden. Dazu gehöre auch die deutlich verbesserte Zusammenarbeit und größere Transparenz mit den Partnern in den anderen Behörden und Ämtern. Auch mit den polnischen Verantwortlichen gebe es gute Kontakte.
Eine Praktikantin von der Uni Potsdam hat im Sommer verschiedene Varianten modelliert, die im großen Konferenzraum des Alarmierungs-, Schulungs- und Informationszentrum des Kreises aushängen. Für bestimmte Deichbruchsituationen ist dabei das Gefährdungspotenzial beispielhaft dargestellt worden. Dabei wird auch deutlich, welche strategische Bedeutung unverändert dem Schlafdeich am Glietzener Polder beigemessen wird. "Wir sind in der Lage, ihn im Bedarfsfall zu schließen", erklärt Hartmut Sommer. Das konkrete Szenario werde wie auch 2010/11 wieder von den Frankfurter Hydrologen des Landesumweltamtes errechnet. Aber auf Grund der Modelle könne man jetzt vorausschauender handeln. Zudem wolle man intensiver als 2010/11 mit den Amtsverwaltungen zusammenarbeiten, um für mehr Klarheit über die tatsächlichen Gefahren zu sorgen.
In Auswertung des letzten Winterhochwassers wurden wieder fünf Deichverteidigungsabschnitte gebildet, um zu gewährleisten, dass die Deichläufer überwiegend im heimischen Bereich eingesetzt werden. Die Ausrüstung der Einsatzkräfte, die im feuerwehrtechnischem Zentrum eingelagert wurde, sei inzwischen deutlich verbessert worden, betont Sommer.
Wichtige Hinweise zum Katastrophenschutz kann sich jedermann im Internet im neuen Geoportal des Landkreises anschauen. Dort sind die fünf Deichläuferführungsstützpunkte ebenso verzeichnet wie die Sandsackplätze, von denen jedes Nassamt zwei hat.
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