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Neutrebbin (MOZ) Beinahe jedes Kind sortiert mit Lego. Immer neue Bausätze werden angeboten. Irgendwann allerdings lässt die Begeisterung bei den Sprösslingen nach. Dann stehen die teuren Anschaffungen in Kisten herum. Es sei denn, der Nachwuchs entdeckt Lego-League, so wie die Mitglieder der AG Lego in der Neutrebbiner Oberschule.
Ganz vertieft suchen die Mädchen und Jungen in dem riesigen Haufen bunter Steine. Nur das Hin- und Herschieben der Steine ist zu hören. Was nur nach Spielen aussieht, hat mit viel Köpfchen, Kreativität und Teamgeist zu tun. Denn was jeder an Figuren oder Teilen zusammenbastelt, dient einem Zweck - es soll den Anweisungen des Computers folgen. Am Rand des Lego-Haufens steht ein futuristisch anmutendes Fahrzeug. Auf dem befindet sich ein Mini-Rechner. Das Gefährt wird auch gern mal umgebaut. Denn Gleichheit ist etwas, was Lego-Bastler gar nicht mögen. Der kleine Computer ist mit dem Laptop auf dem Tisch verbunden. "Die Kinder und Jugendlichen müssen ihn programmieren", erklärt Marco Enking. Gemeinsam mit Torsten Pohl leitet er die AG Lego an der Schule.
Die Runde zeigt ein Beispiel: Aus den Steinen wird ein Stuhl gebaut. Der ist kaputt, liegt auf der Erde. Der Rechner wird so programmiert, dass der Greifarm des Gefährtes ihn aufrichtet, repariert und ordentlich hinstellt. Das ist natürlich eine der leichteren Aufgaben. Auch der große Kran kann einiges leisten. Die Neutrebbiner sind mittlerweile so weit, dass sie an Wettbewerben teilnehmen - der First-Lego-League (FLL). Dahinter steht ein Förderprogramm, das Kinder und Jugendliche in einer sportlichen Atmosphäre an Wissenschaft und Technologie heran führen möchte. Partner und Ausrichter der Regionalausscheide ist die IHK. Ziel ist es, Teamgeist zu vermitteln, die Teilnehmer anzuspornen, komplexe Aufgaben mit kreativen Lösungen zu bewältigen - genau das, was später von den jungen Leuten im Job erwartet wird.
Grundlage von FLL ist ein Roboter-Wettbewerb mit Spaß-Charakter, bei dem die Akteure mit Hilfe eines Roboters eine knifflige Mission zu erfüllen haben. Zu einem vorgegebenen Thema planen, programmieren und testen sie einen vollautomatischen Roboter, um eine Mission zu meistern.
"Fünfmal waren wir schon beim Regionalwettbewerb in Eberswalde dabei", berichtet Torsten Pohl. Bei der sind vier Wettbewerbsstationen zu bewältigen. Im ersten Teil - dem Roboter-Game - muss ein Spielfeld abgefahren werden, auf dem mehrere Aufgaben zu erfüllen sind. "Jedes Jahr gibt es ein anderes Thema", erklärt Pohl. Im vergangenen Jahr drehte sich alles um das Thema Senioren. Die Kinder und Jugendlichen wurden mit ihren Aufgaben für spezielle Probleme der älteren Menschen sensibilisiert. Sie mussten ihren Rechner so programmieren, dass er Gegenstände hin und her transportiert.
"Die Aufgaben gibt es erst im September", erklärt Pohl. Das Team - meist gehören zehn Schüler dazu - muss sich zu Hause Lösungen einfallen lassen. Um fit zu sein, müsse immer wieder getestet und geübt werden, unterstreicht der Lehrer. Beim Wettbewerb geht es in einem weiteren Teil auch um das Roboterdesign, aber auch um Teamwettbewerbe und Forschungsaufträge. In diesem Jahr wollen die Neutrebbiner das Projekt ausdehnen und auch polnische Schüler in das Team einbeziehen.
All das kostet auch Geld. Wichtiger Sponsor war für die Neutrebbiner die Wiesenhof-Entenschlachterei. Wie es da weiter geht, weiß man in der Schule noch nicht. Denn neben dem Roboterbausatz werden auch immer wieder spezielle Teile, wie etwa Sensoren, benötigt, um die Fahraufgaben erledigen zu können.
Darüber hinaus freuen sich die Lego-Tüftler auch, wenn ihnen Leute nicht mehr benötigte Lego-Bausätze spendieren. Für das Drumherum werden ständig Teile gebraucht.
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