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Jens Sell 30.01.2013 07:55 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

heimat/lokalredaktionen/bad-freienwalde/artikel1/dg/0/

Barriere-Detektive auf der Suche

Bad Freienwalde (MOZ) Wie schwierig haben es Rollstuhlfahrer, in der beliebtesten Bad Freienwalder Einkaufstraße, der Königstraße, einkaufen zu gehen bzw. zu fahren? Dieser Frage widmet sich seit Dienstag das gemeinsames Projekt "Barriere-Detektive" des Lokalen Bündnisses für Familie in Bad Freienwalde mit vier Schulen. Maren Köpke vom Koordinierungsbüro des Bündnisses im OFFI versammelte deshalb Schüler aus dem Evangelischen Johanniter-Gymnasium Wriezen, der Albert-Schweitzer-Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt Lernen und des Bertolt-Brecht-Gymnasiums Bad Freienwalde in der Laurentius-Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen. "Wir verbinden dabei Theorie und Praxis, wie sich das bei diesem Thema anbietet", sagt Maren Köpke.

heimat/lokalredaktionen/bad-freienwalde/artikel1/dg/0/1/1095781/
 

Spaß bei der Zusammenarbeit: Lehrer Frank Eiseler mit einigen jungen Barriere-Detektiven

© MOZ/Jens Sell

So erarbeiteten sich die Schüler zunächst gemeinsam Kriterien für Barrierefreiheit und Behindertenfreundlichkeit. Mit farbigen Zetteln hefteten sie an die Pinnwände, für wen das überhaupt wichtig ist: Menschen mit körperlichen Behinderungen generell, nicht nur Rollstuhlfahrer, stellten sie fest. Auch Sehbehinderte müssen viele Barrieren überwinden, aber auch Mütter mit Kinderwagen und Senioren wünschen sich ebenerdige und stufenfreie Zugänge, Türen, die sich bei Annäherung selbst öffnen und weniger Schnee, Schlaglöcher und Streusand auf den Fußwegen.

In gemischten Gruppen und ausgerüstet mit zwei Rollstühlen, begaben sie sich auf Expedition in die Altstadt. Schweitzer-Schüler Steven schob den Rollstuhl, auf dem der Wriezener Gymnasiast Hannes saß. Die Freienwalder Gymnasiastin Sarah staunte nicht schlecht, wie hoch selbst flach aussehende Bordsteinkanten sein können. Wie ihre Klassenkameradinnen Lydia und Lara sieht sie nun manchen Geschäftseingang in der Altstadt mit ganz anderen Augen.

Die Lehrer Marlen Wahren vom Wriezener und Gudrun Fenger vom Freienwalder Gymnasium sowie Frank Eiseler von der Schweitzer- und Sandra Hinkelmann von der Laurentius-Schule sehen ihre Schützlinge mit Freude zusammenarbeiten: "Zwischen ihnen gibt es jedenfalls keine Barrieren", sagt Gudrun Fenger. Bis zum 7. Mai werden die Kinder und Jugendlichen ihre Forschungen betreiben, dann wird ausgewertet, welches Geschäft künftig eine Urkunde mit einem Aufkleber für vorbildliche Barrierefreiheit zieren soll.

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